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Der Sozialverband VdK sucht in Benediktbeuern einen neuen Ortsvorsitzenden.

Ehemaliger Vorstand äußert sich

Rücktritt von Peter Stächelin: Darum ist der VdK-Ortsverband Benediktbeuern verwaist

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Der VdK-Ortsverband Benediktbeuern-Ried ist derzeit führungslos. Zum Jahresende ist der gesamte Vorstand zurückgetreten. Der bisherige Ortsvorsitzende Peter Stächelin erklärt, wie es dazu kam.

Benediktbeuern – Der Rückzug des Ortsvorstands kam alles andere als überraschend, sagt Peter Stächelin. Der Ortsvorsitzende hatte zum Jahresende 2018 sein Amt niedergelegt – ebenso wie die weiteren Vorstandsmitglieder. Die knapp 300 Mitglieder blieben recht ratlos zurück, hieß es in einer Mitteilung des VdK-Kreisverbands (wir haben berichtet). Stächelin verweist darauf, dass er bereits im Oktober den Rücktritt des Vorstands bekannt gegeben habe. „Zu der Versammlung waren nur sieben Mitglieder gekommen“, bedauert Stächelin. Kurz zuvor hatte er erfahren, dass er Ende 2019 seinen Arbeitsplatz verliert. „Ich bin erst 46 Jahre alt, und da geht nun mal vor, einen neuen Arbeitsplatz zu finden“, schreibt er in einer ausführlichen E-Mail an unsere Zeitung.

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Zusammen mit seiner Lebensgefährtin habe er noch alles daran gesetzt, um alle organisierten Veranstaltungen durchzuführen. „Wir haben außerdem zu unserer Adventsfeier auch den Kreisverband eingeladen, um unseren Mitgliedern Rede und Antwort zu stehen, weil man uns noch immer nicht gesagt hatte, wie es weitergeht“, so Stächelin. „Aber es kam niemand.“ Erst Ende Januar habe der Kreisverband dann zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen.

Peter Stächelin stand 17 Jahre an der Spitze des VdK-Ortsverbands. In der Zeit habe sich nie jemand aus dem Einzugsbereich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen. „Meine Verbindung nach Benediktbeuern ist, dass ich dort aufgewachsen bin“, so Stächelin. Aber er wohne schon seit 1992 in Geretsried. Deshalb bekomme er auch nicht nicht immer mit, „was in Benediktbeuern gerade so los ist“. In den vergangenen Jahren sei zudem die Anzahl der Mitglieder, die sich noch ehrenamtlich engagiert haben, immer kleiner geworden. Der „Kern der Mitglieder“ werde immer älter. Jüngere Neumitglieder (im Schnitt zwischen 55 und 65 Jahren) zu Veranstaltungen und zum Engagement zu bringen, sei schwierig.

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Ehrenamtliche Arbeit ist auch immer freiwillig, so Stächelin. „Niemand kann jemand zwingen, in den Vorstand zu gehen, dessen Vorliebe eher darin liegt, praktisch zu helfen oder gegebenenfalls Besuche durchzuführen.“ Er selbst habe „unendlich viel Energie und Zeit sowie auch eigenes Geld in das Amt investiert“ und versucht, auch an allen seit 2004 von ihm organisierten Veranstaltungen teilzunehmen. Die Hauptaufgabe eines Ortsvorstands ist nach Stächelins Einschätzung nicht die Beratung, sondern die Mitgliederbetreuung und die Festigung der sozialen Kontakte. Sie seien hilfreich gegen Einsamkeit. Falls Senioren Unterstützung im Alltag brauchen, können sie auf dieses Netzwerk zurückgreifen.

Stächelin hofft für alle VdK-Mitglieder, „dass es bald wieder einen lebendigen Ortsverband gibt – zu dem die bisherige Vorstandschaft übrigens nach wie vor gehört“. Bei der Versammlung Ende Januar habe es laut der Kreisvorsitzenden Marianne Estner ja bereits positive Gespräche gegeben, sodass ihr um die Zukunft des Ortsverbands Benediktbeuern-Ried nicht mehr bange sei.

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