Ortstermin im Innenhof des Klosters Benediktbeuern: (v. re.) Einrichtungsleiter Claudius Amann, Firmenchef Anton Suttner und sein Mitarbeiter Benjamin Pöll vor der Blutbuche, die vom Kochler Fachbetrieb abgesichert und saniert wurde.
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Ortstermin im Innenhof des Klosters Benediktbeuern: (v. re.) Einrichtungsleiter Claudius Amann, Firmenchef Anton Suttner und sein Mitarbeiter Benjamin Pöll vor der Blutbuche, die vom Kochler Fachbetrieb abgesichert und saniert wurde.

100 Jahre alter Baum

Benediktbeuern: Eine letzte Chance für die Blutbuche

Ein Sturm vor drei Jahren ließ einen Ast herunterkrachen. Damit die Blutbuche im Kloster Benediktbeuern nicht zum Sicherheitsrisiko wurde sie gründlich untersucht.

Benediktbeuern – Die frei stehende, gut hundert Jahre alte Blutbuche im Arkadenhof des Klosters Benediktbeuern ist ein eindrucksvoller Baum. Viele Menschen verbinden mit ihr sehr schöne Erinnerungen und haben sie ins Herz geschlossen. Sie haben in ihrem Schatten gerastet, als Kinder dort gespielt und sie später zum Beispiel auch als Hintergrund für Hochzeitsfotos abgelichtet.

Der Baum mit der einstmals ganz ebenmäßigen Baumkrone befindet sich allerdings in einem recht erbärmlichen Zustand und sieht ziemlich zerrupft aus, seitdem eine heftige Sturmböe vor drei Jahren einen Haupttrieb und damit ein Drittel der gesamten Krone herausgebrochen hat. Kürzlich ist – diesmal ganz ohne ein Wetterereignis – ein weiterer 15 Zentimeter dicker, morsch gewordener zentnerschwerer Ast aus großer Höhe heruntergekracht.

„Stamm ist absolut gesund“

Nicht auszudenken, wenn dort gerade Menschen gestanden hätten. „Das hätte eine Katastrophe geben können“, gibt Kloster-Einrichtungsleiter Pater Claudius Amann zu bedenken und stellt klar: „Der Baum darf auf keinen Fall zum Sicherheitsrisiko werden, deshalb waren wir nahe dran, ihn fällen zu lassen.“ Es war „eine schwierige Entscheidung“, macht er deutlich. Letztlich habe man sich aber doch dafür entschieden, dem Baum noch einmal „eine letzte Chance“ zu geben. Zuvor hatte Anton Suttner vom beauftragten Kochler Fachbetrieb den Zustand der Buche genauer untersucht. Sein Urteil: „Der Stamm selbst ist absolut gesund und widerstandsfähig, die Standsicherheit ist eindeutig gegeben. In den Gabelungen und Ästen findet man allerdings bereits verbreitet Fäulnisschäden.“ Dieser Tage erfolgte die fachgerechte Sanierung, die nun der Presse vorgestellt wurde: Zur Kronensicherung wurden alle weit herausragenden Starkäste mit elastischen Hohltauen in eine Balance gebracht, außerdem wurden viele Äste zurückgeschnitten.

Damit hat diese Baumpersönlichkeit viel von ihrer ursprünglichen Schönheit eingebüßt. Anton Suttner gibt dem Baum jedoch Chancen, dass er aus eigener Kraft die Lücken in der Krone teilweise selbstständig wieder schließen kann. Eine Garantie für den längerfristigen Erhalt des Baumes kann allerdings auch Suttner nicht geben.

Für ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger ist „der ökologische Wert des Baumes und seine prägende Wirkung für das Kloster“ immer noch hoch. Die Kosten für die Baumsanierung übernimmt übrigens eine Frau aus Benediktbeuern, die namentlich jedoch nicht genannt werden möchte. (Rainer Bannier)

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