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Erneuter Einsatz an der Benediktenwand: Pärchen sitzt fest

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Am Dienstag und am Donnerstag musste die Bergwacht mit Hilfe des Rettungshubschraubers Wanderer aus der Benediktenwand retten
Zweimal rückte die Bergwacht Benediktbeuern dieser Tage zum Maximiliansweg aus. © Bergwacht Benediktbeuern

Die Bergwacht Benediktbeuern musste erneut zum Maximiliansweg an der Benediktenwand ausrücken und warnt davor, sich allein auf Apps zu verlassen.

Benediktbeuern – Gleich zweimal in einer Woche musste die Bergwacht Benediktbeuern zur Benediktenwand ausrücken. Dieses Mal saß ein Pärchen aufgrund von Erschöpfung fest und musste aus seiner misslichen Lage befreit werden. Erstaunlich: Auch diese beiden Wanderer hatten den Maximiliansweg genommen, einen unmarkierten Steig, der Kletterpassagen beinhaltet.

Alarmiert worden waren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht am Donnerstag gegen 13 Uhr durch die Leitstelle Oberland. Das Pärchen war auf einer Fernwandertour von München nach Venedig unterwegs. Die Etappe am Donnerstag sollte die beiden über die Benediktenwand führen. Beim Aufstieg gerieten sie dann in Bedrängnis. „Aufgrund des zunehmend schwierigen Geländes kamen sie im oberen Teil des Maximilianswegs durch Erschöpfung weder vor noch zurück und setzten den Notruf ab“, so Tobias Döring, bei der Bergwacht Benediktbeuern zuständig für die Pressearbeit.

Maximiliansweg: Pärchen sitzt fest

Der ebenfalls alarmierte Rettungshubschrauber Christoph Murnau nahm einen Helfer an der Bergrettungswache auf und flog ihn zum Einsatzort. Die beiden Wanderer wurden mit der Winde in den Helikopter gezogen und ins Tal geflogen. Beide blieben unverletzt. Gegen 14 Uhr war der Einsatz für die Bergwacht beendet.

Am Dienstag und am Donnerstag musste die Bergwacht mit Hilfe des Rettungshubschraubers Wanderer aus der Benediktenwand retten
Am Dienstag und am Donnerstag musste die Bergwacht mit Hilfe des Rettungshubschraubers Wanderer aus der Benediktenwand retten.  © Bergwacht Benediktbeuern

Auch am Dienstag mussten die Retter wie berichtet zur Benediktenwand ausrücken. Ein 38-jähriger Niederländer war beim Abstieg gestürzt. Die Polizei berichtet, dass er über den Maximiliansweg absteigen wollte, laut Bergwacht könnte er aber auch auf die Kletterroute „Rampe Rippe“ geraten sein. Jedenfalls „suchte er sich mittels einer Outdoor-App einen Weg in Richtung Tutzinger Hütte“, so die Bergwacht. Dabei geriet er in schwieriges alpines Gelände, stürzte ab, kam aber etwa 20 Meter weiter auf einem Absatz zum Liegen. Das rettete dem Mann vermutlich das Leben. Und er hatte noch mehr Glück: „Eine Seilschaft von zwei Bergwachtlern beobachtete den Absturz und konnte den Mann sichern sowie den Notruf absetzen“, so Döring. Mit mittelschweren Verletzungen wurde der Niederländer in die Unfallklinik geflogen.

Bergwacht warnt: Nicht auf Touren-Apps verlassen

Mitte Juli hatte eine 51-jährige Frau aus Kaufbeuren an der Benediktenwand ihr Leben verloren. Auch sie hatte für den Abstieg den Maximiliansweg gewählt. Sie stürzte etwas 70, 80 Meter über steiles, felsiges Gelände ab und zog sich dabei die tödlichen Verletzungen zu. „Ob sich die Kaufbeurerin verstiegen oder sich an einer Tourenbeschreibung aus dem Internet orientiert hat, kann nicht abschließend geklärt werden“, berichtete seinerzeit die Polizei.

Ob irgendwo eine neue Tourenbeschreibung in einer Outdoor-App aufgetaucht ist, die den Maximiliansweg als Auf- oder Abstiegsvariante anpreist, kann Döring nicht sagen. Generell sollten solche Apps „aber nur als Unterstützung hinzugezogen werden“. Man sollte sich niemals alleine darauf verlassen – schon gar nicht, wenn man in unbekanntem Gelände unterwegs ist. „Für eine sichere Tourenwahl empfiehlt die Bergwacht Benediktbeuern, eine Vorbereitung mittels topografischer Karten im geeigneten Maßstab und das ,Lesen‘ der Geländestrukturen vor Ort.

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