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Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)

Projekt „Blühender Landkreis“ startet in Benediktbeuern

Es grünt so grün

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Benediktbeuern – Einheimische Wildblumen, die Bienen anlocken, wenig Pflege bedürfen und für Menschen eine Augenweide sind: Im Rahmen eines Projekts, biologische Vielfalt zu fördern und öffentliche Grünflächen zu verschönern, ist nun Benediktbeuern als Pilotgemeinde für den Landkreis ausgewählt worden.

„Das ist schön, Ich bin stolz, dass wir als kleine Gemeinde diesen Zuschlag erhalten haben“, freute sich Bürgermeister Hans Kiefersauer nun im Gemeinderat.

Die Initiative geht vom Landesbund für Vogelschutz, dem Kreis-Imkerverein und dem Kreis-Gartenbauverein aus und wurde im Sommer öffentlich vorgestellt (wir berichteten). „Wir brauchen dringend Blühwiesen. Hätten wir mehr Artenvielfalt, würde es den Bienen auch besser gehen“, hatte Imkerchef Georg Kellner damals gesagt.

Im Herbst gab es Termine mit dem Biologen und Wildpflanzenexperten Reinhard Witt, der sich mehrere Gemeinden angeschaut hat. Benediktbeuern ist ihm dabei besonders ins Auge gefallen. Bei einer Ortsbegehung, an der auch Vertreter des Klosters und vom Zentrum für Umwelt und Kultur teilnahmen, wurden mögliche Flächen ins Auge gefasst. Man möchte weg von öffentlichen Grünflächen, die pflegeintensiv, kostenträchtig und wenig schön anzuschauen sind. Mit einer „naturnahen Begrünung“ sollen sie buchstäblich aufblühen und damit pflegeleichter und günstiger im Unterhalt sein. „Das Ganze soll kein Strohfeuer sein, sondern jahrzehntelang so bleiben und zum Beispiel Schülern zeigen, wie bunt eine Wiese sein kann“, so Kiefersauer.

Als Standorte wurden folgende Flächen ausgesucht: der kleine Hügel am neuen Spielplatz, die Verkehrsinsel an der Asamstraße (Einfahrt von der B 11), mehrere Grünflächen am Edeka und am neuen Feuerwehrhaus, der Randstreifen entlang des Radlwegs zur Schule sowie Flächen am Kloster, zum Beispiel zwischen Maierhof und Bahnlinie.

Welche Pflanzen heuer im Frühjahr ausgesät werden, steht schon einigermaßen fest, doch laut Kiefersauer „schaut das ZUK nochmal drüber, ob auch alles passt“. Angedacht sind zum Beispiel Löwenmäulchen, Wiesenglockenblumen, Frühlingsthymian, Schlüsselblumen, Anemonen, Hyazinthen, Tulpen, Malven, Salbei, kleinblütige Rosen, Schneeglöckchen, Narzissen und Blausterne – je nach Standort. Um Pflege und Unterhalt wird sich der Bauhof kümmern. Das Saatgut stammt aus der Region. Es werden bewusst viele verschiedene Saatgutmischungen eingesetzt, um die Vielfalt der Möglichkeiten zu demonstrieren“, heißt es in der Detailplanung von Witt.

Die Gemeinderäte sind von der Umsetzung sehr angetan. Toni Ortlieb hatte sich im Sommer für die Umsetzung des Projekts in Benediktbeuern eingesetzt. Er sprach von einer „sehr schönen Sache“: „Vor allem wird dadurch der Pflegeaufwand erheblich reduziert.“ Auch Ralph Seifert äußerte sich sehr positiv: „So ein ,bunter Hügel‘ im Dorf macht schon was her“, sagt er. „Nicht nur für Einheimische, auch für Urlauber. Dann entschließt man sich vielleicht auch spontan zur Einkehr, wenn hier alles so schön blüht.“

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