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Diskutierten auf dem Podium: (v. li.) Martina Heitkötter, Eva Lettenbauer, Egon Endres, Diana Stachowitz, Karin Weiß und Alexandra Bertl (hi., 3. v. re.) mit den Referentinnen (ab 4. v. re.) Sabine Slawik, Elisa beth Böswald-Rid, Maria Hierl und Julia Seiderer-Nack. 

Fachtagung an der Hochschule in Benediktbeuern

Frauen diskutieren rege über Vereinbarkeit von Familie und Beruf

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Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele Frauen schwer. Hinzu kommen weitere Herausforderungen. Über neue Wege wurde an der Hochschule in Benediktbeuern diskutiert.

Benediktbeuern– Bei der Fachtagung über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutierten vor Kurzem Frauen aus kommunaler Politik, Wissenschaft und Verwaltung lebhaft an der Katholischen Hochschule (KSH) in Benediktbeuern. Zu der Veranstaltung hatte die KSH in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB; Diözesanverband Augsburg) eingeladen. Das Interesse war groß, gekommen waren Frauen jeden Alters. Die Diskussion wurde von Egon Endres, Altpräsident der KSH, moderiert. Der Professor lebt in Bichl.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ein Thema, das Frauen in allen Generationen beschäftige, stellten sowohl Julia Seiderer-Nack, die Gleichstellungsbeauftragte der KSH Benediktbeuern, als auch Maria Hierl, Bildungsreferentin des KDFB, in ihren Grußworten heraus. Anschließend stellte Martina Heitkötter, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Jugendinstituts in München, das Forschungsprojekt „Atmende Lebensläufe“ vor. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte diese Forschungsarbeit in Auftrag gegeben. Darin geht es um sogenannte Sorgezeiten – bezogen nicht nur auf ein Kind, sondern auch auf die Pflege von Senioren. Ein weiterer Kernpunkt ist eine Zeit für Weiterbildung als bereichernde Zeit im Sinne des lebenslangen Lernens. Heitkötter sprach laut Pressemitteilung über ein Zeitkonto von insgesamt neun Jahren, von dem jeder Angestellte – das Forschungsprojekt ist auf beide Geschlechter ausgelegt – profitieren könne.

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Eine Finanzierung sei nicht utopisch, sagte Heitkötter auf Nachfragen aus dem Publikum, bedenke man all die vielen Unterstützungsmöglichkeiten, die aktuell von den unterschiedlichen Zuständigkeiten her fließen. Ziel des Forschungsprojekts sei die Anerkennung und Neuorganisation von Fürsorgezeiten. Basis dafür sei, so bestätigt Heitkötter auf eine weitere Nachfrage, auch ein neues Verständnis von Partnerschaft und Geschlechtergerechtigkeit. Nur so könnten bestehende Ungleichgewichte wie zum Beispiel die weitaus höhere Altersarmut von Frauen aufgehoben werden.

Bei der anschließenden Diskussion unter der Leitung von Egon Endres tauschten sich die Fachfrauen auf dem Podium aus ganz unterschiedlichen beruflichen Bereichen rege aus. Karin Weiß, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, sprach über tradierte Rollenbilder: „Diese haben dazu geführt, dass die immense Fürsorgearbeit der Frauen monetär und in Bezug auf die Rentenansprüche nicht angemessen vergütet wird.“ Von Arbeitgeberseite brauche es mehr Flexibiliät, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Arbeitnehmerinnen in den verschiedenen Lebensphasen gerecht zu werden, so Weiß.

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Bezirksrätin Alexandra Bertl (CSU) sieht ebenfalls ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in der Familienarbeit: „Hier braucht es ein Umdenken und mehr Förderung von Frauen.“ Diana Stachowitz, SPD-Abgeordnete im Landtag, möchte hier vor allem den öffentlichen Dienst in die Pflicht nehmen. „Dieser kann eine Vorreiterrolle einnehmen.“ Stachowitz fordert, Erziehungszeiten bei Beförderungen zu berücksichtigen.

Aus dem Publikum meldete sich Cornelia Irmer zu Wort. „Seit 40 Jahren hat sich in dieser Frage nicht viel bewegt“, sagte die ehemalige Bürgermeisterin von Geretsried. Frauen würden schlechter bezahlt, trügen die Hauptlast der Fürsorgearbeit und seien durch die geringere Erwerbstätigkeit häufiger von Altersarmut betroffen. Irmer appellierte an alle Frauen, sich politisch zu beteiligen: „Nur so rücken Frauenthemen in den Fokus.“ 

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