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Faschingszug Benediktbeuern: Beißender Spott sorgt für Begeisterung

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Von: Christiane Mühlbauer

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Mit der Zukunft des derzeit leer stehenden Gasthofs Post beschäftigten sich mehrere Maschkera, hier eine muntere Fußgruppe. © Pröhl

Die Sauna-Aufgussmeisterschaft im Kochler Trimini, der viele Schnee in der Jachenau, hungrige Hirsche in Walchensee und die gesperrte B 472: Beim Benediktbeurer Faschingszug wurde wieder alles thematisiert, was den Landkreis in den vergangenen Monaten bewegt hat. Tausende Besucher ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Benediktbeuern – 14 Festwagen schoben sich heuer vom Kloster bis zum Dorfplatz. Dicht gedrängt standen die Besucher, die dabei auch das frühlingshafte Wetter genossen. Auf die traditionellen Haberer zu Beginn des Zugs folgte wie immer die Benediktbeurer Musikkapelle, deren Mitglieder sich heuer als flotte Bienen verkleidet hatten. Die Prinzengarde ließ sich dieses Mal von einem Doppeldecker-Bus kutschieren und warf kiloweise Konfetti und Süßigkeiten. 

Die Themenpalette war wie immer groß. Die Maschkera beschäftigten sich mit regionalen und überregionalen Ereignissen und ließen immer wieder ihren beißenden Spott glänzen. So zum Beispiel über die Sauna-Aufgussmeisterschaft im Trimini – ein Wagen, der gleich zu Anfang des Zugs für Begeisterung sorgte. In der rappelvollen Sauna aalten sich die Badegäste, während ein Aufgussmeister in Lederhosen und mit Bayern-Fahne versuchte, die Jury zu überzeugen.

Sehr viel Mühe hatte man sich auch mit dem Schneechaos in der Jachenau gemacht. Auf der einen Seite verzweifelte Bürger, auf der anderen Seite Helfer-Teams, die mit Klopapier, Bier und Schinken anrückten, an den Rucksack noch ein paar Ski geschnallt. Die Beira Maschkera sind sich sicher, dass im Herbst in der Jachenau ein Baby-Boom ausbricht. Dafür trainiert eine Storchenschar schon den Überflug über die Benediktenwand.

Die gesperrte B 472 und die rote Ampel in Obersteinbach kamen ebenfalls zur Sprache. Verzweifelte Autofahrer, glückliche Radlfahrer und vor allem feiernde Obersteinbacher mit Blasmusik beim Gartenfest sorgten für große Begeisterung bei den Zuschauern. Motto: „Host in Biche freie Fahrt, werds in Stoaboch extra hart.“ Zum Schluss – quasi nach Aufhebung der Sperrung – liefen verzweifelte rote Ampelmännchen auf der Suche nach einem neuen Einsatzgebiet umher.

Um Bichl drehten sich natürlich gleich mehrere Faschingswagen. Da ging es um odelnde Bauern während der Festwoche und um ein Abspritzen des Hochbichls, um für den Patronatstag der Gebirgsschützen das bestmögliche Gruppenfoto schießen zu können – das Gejohle der Zuschauer war groß.

Damit in Walchensee keine Hirsche mehr verhungern, gibt’s im Gasthof Edeltraud eine Notfütterung für die Tiere. Um den Stammtisch saß also das Rotwild, während in der Küche der Koch verzweifelte – auch dieser Wagen sorgte für große Begeisterung, ebenso wie die Darstellung des Wasserproblems in der Bahnunterführung am Mondscheinweg. Dort versuchten Kinder mit Rettungsring und Schwimmwesten, rüber ins Moos zu gelangen. Ob sich ein neuer Wirt für die „Post“ findet? Bei „Beirn sucht den Superwirt“ konnten sich schon mal Kandidaten vorstellen.

Das Volksbegehren zum Schutz der Bienen fehlte ebensowenig wie der Kuhglockenstreit in Holzkirchen: „Die Kühe bimmeln den ganzen Tag, das bringt den Preißn noch ins Grab“ war da zu lesen, während ein „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ zwischen Kühen und Anwohnern ein Urteil sprechen musste.

Das Blattgold-Steak von FC- Bayern-Spieler Franck Ribery (hier eine vergoldete Weißwurst) kam ebenso zur Sprache wie das Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland. Verzweifelt wurde versucht, den Ball ins Tor zu schießen, während ein Doppelgänger von Edelfan Hias Hammerl kopfschüttelnd zusah. Die Haberer lasen zum Schluss einigen Bürgern noch gehörig die Leviten. Anschließend wurde in der „Post“ traditionell Kehraus gefeiert.

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