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Solche Schönheiten brauchen ihren nächtlichen Schönheitsschlaf: Deshalb sollen Skitouren zu später Stunde verboten werden, finden die Beira Maschkera.

Faschingszug in Benediktbeuern

Maschkera treiben es tierisch

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Der Einfallsreichtum kannte keine Grenzen: Die Benediktbeurer Maschkera haben beim Faschingszug wieder aus dem Vollen geschöpft. Vor allem die Nachbarn wurden gehörig aufs Korn genommen.

Benediktbeuern– Die Beira Maschkera sind immer für eine Überraschung gut. Und genauso schnell, wie sie am Sonntagabend in Bichl den Hochbichl „bemosht“ hatten (wir berichteten gestern), schlüpften sie nun beim Faschingszug in die Rolle der Bichler, um den Hochbichl wieder zu „entmoshen“. Denn: Das kleine Bergerl am Bichler Ortsrand soll ja eine Touristen-Attraktion werden, die der Discounter Netto mit Reisen bewerben möchte. Dementsprechend wurden auch fleißig Prospekte verteilt. Die „Wanderfreunde Hochbichl“ wollen das Hügerl bei einer Tagestour genauestens erkunden. Dahinter humpelte ein Mütterchen und sagte: „Wenn mein Gehwagerl holpert, bin i übern Hochbichl gestolpert.“

Stimmung und Spaß waren groß, auch wenn heuer wegen des nasskalten Wetters nicht ganz so viele Zuschauer gekommen waren. Die Maschkera gaben jedenfalls ihr Bestes und brachten die Besucher auch mit dem Penzberger Esel-Brunnen sehr zum Lachen. Denn lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis am Brunnen Erlebnisrutsche und Saunalandschaft samt Biergarten aufgebaut werden, vermuten die Benediktbeurer. „Mallorca kann man vergessen!!“, rief eine Badenixe. „As Wellenbad machens zua, weil Wasser hod da Esel gnua.“ Und hinterdrein zog ein putziger Biber, der nun am Brunnen ein neues Zuhause aufbauen will.

Die Benediktbeurer hatten heuer einige aufsehenerregende und aufwändige Wagen dabei. So schwebten drei fliegende Adler spektakulär an einem Kran, als es darum ging, dass diese Tiere künftig Drohnen angreifen und zerstören sollen. Am Boden liefen dutzende als Küken verkleidete Kinder.

An einem Kran schwebte auch ein Storch, als die Geburtshilfe am Tölzer Krankenhaus thematisiert wurde. Auf diesem Wagen wurde ein Brautpaar getraut, aber dahinter lag ein anderer Storch im Ruhestand.

Auch der Wagen zum Glockenspiel in Limburg wurde bewundert. Die Maschkera hatten einen prächtigen Dom samt echtem Glockenspiel aufgebaut. Darunter saß ein Fuchs, der sich eine Gans briet, während andere traurig im Käfig saßen. Drumherum zogen Jäger durchs „Revier“, und auch in Benediktbeuern war ein Maschkera so tapfer und kroch als Fuchs verkleidet auf allen vieren die Strecke vom Kloster bis zum Dorfplatz.

Mit dem Thema „veganes Essen“ hatten sich auch die Riederer Burschen beschäftigt. Ihre Darstellung fast am Ende des Zugs war allerdings Geschmackssache und sorgte für einige angewiderte Blicke. Denn die Burschen hatten sich als Neandertaler verkleidet, die mit Schlachtabfällen trommelten. Für so manchen Besucher hatte da der Spaß seine Grenzen.

Aber Spaß hatte man zuvor sehr wohl: Etwa, als sich die Maschkera über das Bichler NaturMoorBad lustig machten, welches der Bürgermeister (mit Königskrone auf dem Kopf) bestens bewarb. Hinter ihm sprangen fünf imposante Frösche. Kein Wunder, dass sie das Bad lieben, gibt es doch dort nur reinste Schlammbrühe, wie auf dem folgenden Wagen von Badenden demonstriert wurde.

Ins Wasser legten sich einige Maschkera auch, als es um den Biber in Kochel ging. Um das Tier zu schützen, solle doch die Bahn am besten über die Jachenau fahren, so der Tenor.

Tierschutz wurde auch an anderer Stelle groß geschrieben, als es nämlich darum ging, das Wild vor Skitourengehern bei Nacht zu schützen. Für Rehe, Hirsche und Co. setzten sich unter anderem viele zuckersüße kleine Fliegenpilze ein.

Das Gschau hatte auch eine meterlange Limousine. Aus ihr grüßte US-Präsident Trump die Besucher, während seine Gehilfen die berüchtigte Mauer an der Grenze zu Mexiko bauten.

Zahlreiche sehr kreativ verkleidete Fußgruppen sorgten zwischen den Themenwagen ebenfalls für beste Stimmung: von den Oldie-Goldies bis zu den Boandl-Stars.

Nach Ende des Zugs wurde noch fröhlich weitergefeiert. Laut Polizei ist es zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Lustiger Faschingszug in Benediktbeuern

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