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Im Porträt: Die Benediktbeurer Segelflieger

Fliegen nur mit den Kräften der Natur

Die Mitglieder der Segelfluggruppe Benediktbeuern sind in ihre neue Saison gestartet. Bis Ende Oktober werden sie von ihrem Flugplatz im Benediktbeurer Moos aus jedes Wochenende zu Flügen abheben.

Benediktbeuern – Monatelang herrschte Winterruhe auf dem weitläufigen Gelände. Hier, im Benediktbeurer Moos, hat die Segelfluggruppe Benediktbeuern ihre Heimstatt. Auf der rund 1000 Meter langen Startbahn heben die Flugzeuge mit Hilfe einer Winde ab – ein Bild, das mit den Saisonstart ab jetzt wieder häufig zu sehen sein wird.

Die Vereinsmitglieder haben die Segelflieger aus dem Hangar geholt und zusammengebaut. Über den Winter wurden die Tragflächen der Maschinen abgesteckt, wie Pressesprecher Timo Welzel erklärt. Auch erste Trainingsstarts und Landungen – zur Übung nach der Winterpause – haben die Piloten bereits absolviert. „Jetzt beginnt wieder das Streckenfliegen“, freut sich Welzel. Dabei würden an Tagen mit optimalem Wetter bis zu 500 Kilometer zurückgelegt. Bis nach Zell am See oder ins Engadin fliegen die Benediktbeurer Maschinen dann.

Auch die praktische Ausbildung der aktuell vier Flugschüler hat wieder begonnen. Jedes Wochenende starten sie mit ihren Fluglehrern zu Runden um den heimischen Flugplatz – gerne und oft beobachtet von Spaziergängern oder Radlfahrern, die bei ihren Touren durchs Moos am Flugplatz vorbeikommen und spontan anhalten. Gelegentlich komme es vor, dass diese Besucher mitgenommen werden hinauf in die Lüfte. „Diese Gastflüge sind aber immer spontane Aktionen“, betont Welzl. Denn Gastflüge seien nur möglich, wenn gerade ein Pilot am Platz ist und Zeit dafür hat. Und das Wetter müsse natürlich auch mitspielen.

Welzel selbst ist seit etwa zwei Jahren im Verein aktiv. Dass man sich nur mit den Kräften der Natur vorwärtsbewegt, macht für den 20-Jährigen die Faszination am Segelfliegen aus.

Wer sich im Verein zum Pilot ausbilden lassen möchte – das geht ab einem Alter von 14 Jahren – bekommt außer dem praktischen Flugunterricht Theoriestunden, unter anderem in Navigation oder Meteorologie. Auch viel technisches Wissen über die Flugzeuge wird vermittelt. „Wie lange die Ausbildung dauert, hängt von der Zeit ab, die man investiert und vom individuellen Lerntempo“, sagt Welzel. Durchschnittlich müsse man aber mit eineinhalb Jahren rechnen.

Reich muss man dafür nicht sein: Die Fluglehrer arbeiten ehrenamtlich, die praktische Ausbildung wird über den Vereinsbeitrag gedeckt. Dazu kommen noch Gebühren, mit denen der Verein die Unterhaltskosten für seine Flugzeuge deckt.

Gegründet wurde die Benediktbeurer Segelfluggruppe 1972. Damals noch ohne eigenen Hangar, musste das Gründungsflugzeug des Vereins, die „Bergfalke IV“, in den Stallungen des Klosters untergestellt werden. Aktuell gehören dem Verein 80 Mitglieder an, 30 davon sind aktive Flieger. Schlimme Unfälle gab es – Gott sei Dank – noch nie. Die Gruppe besitzt insgesamt sieben Maschinen, die meisten sind aus Kunststoff gebaut. Schmuckstück des Vereins ist eine Maschine aus Holz aus dem Jahr 1953. Sie ist noch flugtauglich. (Franziska Seliger)

Flugplatzfest

Das beliebte Flugplatzfest findet am Samstag, 16. Juni, statt. Beginn ist um 15 Uhr, es gibt warme Speisen und kalte Getränke. Mit dabei ist heuer auch die Benediktbeurer Blaskapelle. Auch für ein Kinderprogramm ist gesorgt. Der Segelflugbetrieb beginnt um 12 Uhr, es gibt wieder die Möglichkeit für Gastflüge. Ab 19 Uhr ist Barbetrieb. Dieses Jahr kann erstmals direkt am Gelände kostenlos geparkt werden.

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