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Mit der Ab holzung einer Teilfläche des Lainbachwalds begann der Streit im Benediktbeurer Gemeinderat. 

Forderung bei Gemeinderatssitzung in Benediktbeuern

Bürgermeister soll gegenVerleumdungen einschreiten

Die letzte Sitzung im alten Jahr war für einige Benediktbeurer Gemeinderäte Anlass, (selbst-) kritisch auf das eigene Verhalten der vergangenen Wochen zu schauen. „Wie wir uns derzeit darstellen, ist weder Benediktbeuerns noch Bichls würdig“, mahnte etwa Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürger).

Benediktbeuern – Der Gemeinderat spielte damit auf die jüngste Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft Bichl-Benediktbeuern Anfang Dezember an, in der es zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen den Räten beider Gemeinden gekommen war (wir haben berichtet).

Ingrid Hauptmann (Freie Bürgerliste Miteinander, FBM) nahm noch einmal Bezug auf die Benediktbeurer Gemeinderatssitzung Mitte November, während der es bei der Debatte um eine Erweiterung des Gewerbegebiets und die Abholzung des Lainbachwaldes zu einem Eklat gekommen war. „Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich nicht eingeschritten bin“, sagte Hauptmann. Sie bezog sich dabei auf den verbalen Angriff von Gemeinderat Marcus Schwabenland gegen Hannah-Sophie Kock. Schwabenland hatte wie berichtet der Mitbegründerin der Bürgerinitiative „Lainbachwald“ und einstigen Isar-Rangerin vorgeworfen, sie habe „bezahlte Spaziergänge an der Isar gemacht“. Sie solle sich „mal überlegen, wo die Steuergelder herkommen“ und daran denken, „dass sie in einer gemeindeeigenen Liegenschaft wohnt“.

Hauptmann übte diesbezüglich auch Kritik an Bürgermeister Hans Kiefersauer: Sie appellierte an ihn, künftig seine Aufgabe als Sitzungs-Vorsitzender ernst zu nehmen und bei verbalen Angriffen und Verleumdungen einzuschreiten. „Nimm Dein Amt wahr!“, sagte sie zu Kiefersauer. Der Bürgermeister indes betonte hinsichtlich der Attacke auf Kock, dass „so etwas nicht mehr passieren“ werde. Schwabenland selbst meldete sich nicht zu Wort.

Rudi Mühlhans (FBM) forderte für die Zukunft eine Gleichbehandlung bei der Herausgabe von Informationen an die Gemeinderäte, denn: „Einige scheinen schon vorab nicht-öffentliche Informationen zu haben“, so Mühlhans.

Nach Kiefersauers Ansicht war 2017 für Benediktbeuern ein „sehr erfolgreiches Jahr“. Finanziell stehe die Gemeinde „nicht schlecht da“. Und auch wenn der Ton im Rat in den vergangenen Wochen schärfer gewesen sei, sei der Umgangston der Räte untereinander ganz „wesentlich besser“ gewesen als noch 2016. „Wir bringen weiterhin viel für Benediktbeuern auf den Weg, wenn es um die Sache geht.“ Jeder müsse nur kompromissbereit sein und willens, auch einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Kiefersauer hofft auf ein erfolgreiches 2018 „mit tragfähigen Kompromissen, die unser Dorf weiterbringen“.  (Franziska Seliger)

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