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Hirschkuh verfolgt Hirsch: Diese in der Natur eher rare Konstellation war wohl die künstlerische Aufarbeitung einer unglücklichen Dreiecksbeziehung durch Franz Marc.  

Neuer Film 

Franz Marc und der verfolgte Hirsch

Ried –  Am 4. März jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Franz Marc. Zum Jubiläum will auch die Familie von Maria Marc ihren Beitrag leisten. Ein Filmprojekt ist am Entstehen, das wenig bekannte Details aus dem Leben der Marcs zeigt.

Es ist ein rund fünfminütiger Filmausschnitt, den Steffen Wimmers auf seiner Internetseite zeigt. Der Urgroßneffe von Maria Marc hat eine kleine Filmproduktionsgesellschaft in der Nähe von Bonn. Da ist es naheliegend, einen Beitrag über die berühmten Verwandten zu machen. Steffen Wimmers hat das Glück, auf die Erinnerungen seines Vaters Erwin zurückgreifen zu können, der ab 1950 mehrere Sommerurlaube im Marc-Haus in Ried bei seiner Großtante Maria Marc verbracht hat. In dem Film, der bewusst die Kunsthistorie außen vor lässt und mehr Geschichten über die Menschen und ihr Leben erzählen will, kommt auch Brigitte Roßbeck zu Wort. Die Sindelsdorfer Historikerin hat erst vor wenigen Tagen ihr neues Buch über „Franz Marc – Lebens- und Liebensmensch“ vorgestellt (wir berichteten) und dabei die Erinnerungen von Maria Marc zu einem Memoirenband vereint.

Wimmers liefert nun die filmischen Bilder dazu. Der fünfminütige Trailer macht neugierig auf mehr. Geht er doch zum Beispiel auf die unglückliche Dreiecksbeziehung zwischen Franz Marc, seiner ersten Frau, Marie Schnür, und der späteren zweiten Gattin, Maria Franck, ein. Marc habe sehr darunter gelitten. „Das hat ihn ans Limit gebracht“, sagt Biografin Roßbeck. Marcs künstlerische Auseinandersetzung mit der Situation ist vermutlich auf der Staffelalm unterhalb des Rabenkopfs zu bewundern. Das berühmte Wandbild zeigt bezeichnenderweise einen Hirsch, der von einer Hirschkuh verfolgt wird. In der Natur ist es gewöhnlich umgekehrt.

Der Film erzählt von den Aufenthalten und dem Lebensalltag in Sindelsdorf und Ried. Im Marc-Haus, so erzählt Erwin Wimmers, habe sich seine Großtante, den frühen Tod ihres Manns vielleicht vorausahnend, nie so recht wohl gefühlt. Deshalb habe sie es das „Haus mit den 13 Kellerstufen“ genannt. Maria und Franz Marc haben, auch davon berichtet der Film, erst 1913 geheiratet, obwohl sie bereits seit 1911 in der Öffentlichkeit und gegenüber allen Bekannten vorgaben, verheiratet zu sein. Von der „Lügengeschichte“ (Roßbeck) wusste niemand.

Der Filmtrailer: www.blackdog-film.de/#/dokumentation

Christoph Schnitzer

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