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Das Tagungshaus sollte gegenüber der historischen Glashütte im Südgarten des Klosters gebaut werden.

Fraunhofer-Gesellschaft verabschiedet sich von Projekt

Kloster Benediktbeuern: Umstrittenes Tagungshaus wird nicht gebaut

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Die renommierte Fraunhofer-Gesellschaft verabschiedet sich von dem Vorhaben, ein Tagungshaus am Kloster Benediktbeuern zu bauen. Grund sind laut Fraunhofer „veränderte zuwendungsrechtliche Rahmenbedingungen“.

Benediktbeuern - Schon in den vergangenen Monaten herrschte Stillstand bei der Fortsetzung des Projekts. Am Donnerstagmorgen teilte die Fraunhofer-Gesellschaft mit, dass das Projekt mit dem Titel „Fraunhofer-Netzwert-Zentrum“ nicht fortgesetzt wird.  In der Pressemitteilung heißt es: „In den letzten Monaten haben sich die zuwendungsrechtlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich verändert und zu einer erneuten Prüfung der aktualisierten Kriterien geführt. Nach ausführlicher Analyse aller Handlungsoptionen und Rahmenbedingungen sieht sich die Fraunhofer-Gesellschaft daher dazu gezwungen, das Projekt einzustellen.“

So sah der Entwurf des Münchner Architektur-Büros „Auer+Weber“ für das Tagungshaus (Baukörper rechts) aus. 

Als Begründung nennt Fraunhofer neue Kriterien des Bundesrechnungshofs: „Im Rahmen einer Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Tagungs- und Beherbergungseinrichtungen institutionell geförderter Zuwendungsempfänger hat der Bundesrechnungshof neue Kriterien festgelegt, die erfüllt sein müssen, um solche Gästehäuser künftig genehmigen zu können“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat der Fraunhofer-Gesellschaft daraufhin mitgeteilt, dass diese neuen Kriterien auch für das geplante Netzwert-Zentrum in Benediktbeuern gelten, und dass es unter den zugrundeliegenden Bedingungen keine Möglichkeit sieht, einer Realisierung des Vorhabens zuzustimmen.“ Aus diesem Grund sehe die Fraunhofer-Gesellschaft keine Alternative zu einem Abbruch des Projekts. Man bedaure, dass die geplante Kooperation mit dem Orden der Salesianer Don Boscos im Kloster Benediktbeuern nun nicht zustande komme, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Erst im vergangenen Sommer hatte sich der Gemeinderat Benediktbeuern einstimmig hinter das Projekt gestellt, im August begann die Auslegung des Bebauungsplans. 

Bürgerinitiative kämpfte gegen das Projekt

Die Fraunhofer-Gesellschaft legte deshalb großen Wert darauf, ein Tagungshaus in Benediktbeuern zu errichten, weil im dortigen Kloster ihr Namensgeber Joseph von Fraunhofer von 1808 bis 1819 in seinem „optischen Institut“ bahnbrechende Forschungen durchführte. Das Tagungshaus hätte gegenüber dieser historischen Glashütte errichtet werden sollen. Die Bürgerinitiative „DenkMal Benediktbeuern“ kämpfte allerdings gegen diesen Standort und kündigte an, gegen den Bebauungsplan zu klagen.

Zuletzt war die Rede davon, dass das Tagungshaus 10,5 Millionen Euro kosten sollte. Die Kosten wollten sich Freistaat und Bund teilen. 

Die Fraunhofer-Gesellschaft unterhält am Kloster Benediktbeuern derzeit ein Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege. „Hier wird aktuell eine intensivierte Zusammenarbeit eruiert“, teilt Fraunhofer mit. Zudem beabsichtige man, einen Teil der internen Fraunhofer-Veranstaltungen im Kloster Benediktbeuern durchzuführen und eine Rahmenvereinbarung abzuschließen. „Darüber hinaus bleibt die Fraunhofer-Gesellschaft im Dialog mit der Gemeinde und dem Kloster Benediktbeuern, um weitere Kooperationsmöglichkeiten zu prüfen.“

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