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Das Tagungshaus soll im Südgarten des Klosters Benediktbeuern (Pfeil) entstehen

Umstrittenes Projekt

Fraunhofer-Tagungshaus: Baubeginn nächstes Jahr?

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10,5 Millionen Euro soll das Tagungshaus am Benediktbeurer Kloster kosten: Die Fraunhofer-Gesellschaft will zahlreiche Veranstaltungen ins Loisachtal verlegen.

Benediktbeuern – Die Fraunhofer-Gesellschaft möchte Mitte 2018 mit dem Bau des geplanten Tagungshauses am Kloster Benediktbeuern beginnen. Das berichtet Pressesprecher Janis Eitner auf die wiederholte Nachfrage unserer Zeitung. Wie berichtet, hat die Gemeinde Ende Juli die Planungen von Fraunhofer genehmigt. Die Gesellschaft wollte sich anschließend nicht dazu äußern.

Das tut sie allerdings jetzt. Laut Eitner sind für das Tagungshaus im Südgarten des Klosters 10,5 Millionen Euro veranschlagt. 50 Prozent davon wird der Freistaat Bayern übernehmen, die andere Hälfte stammt aus Eigenmitteln von Fraunhofer (zugleich Bundesmittel).

Welche Auslastung plant die Gesellschaft eigentlich? Und wird das Tagungshaus auch anderen (Kloster-)Gästen zur Verfügung stehen? Dazu Eitner: „Die Fraunhofer-Gesellschaft plant eine Verlegung von zentralen Veranstaltungen wie Seminaren und Tagungen nach Benediktbeuern.“ Zudem sollen alle Fraunhofer-Institute das Haus („Netzwertzentrum“) aktiv nutzen können. „Bezüglich Nutzungsmöglichkeiten durch Dritte, zum Beispiel das Kloster oder andere wissenschaftliche Einrichtungen, sind wir grundsätzlich offen. Es gibt jedoch noch keine Detailkonzepte oder Entscheidungen.“

Laut Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing steht die Unterzeichnung des Erbpacht-Vertrags kurz vor dem Abschluss. Zu Details äußerte er sich am Dienstag in einem Gespräch mit unserer Zeitung nicht: „Man schließt einen Vertrag dann ab, wenn beide Seiten zufrieden sind und von der Angelegenheit profitieren.“

Fraunhofer plant unterdessen, bei Küche und Catering „Synergie-Effekte mit dem Kloster zu nutzen“, sagt Eitner. Und die erforderlichen Parkplätze, die im Gemeinderat für Diskussionen sorgten, werden laut Eitner „größtenteils als Erweiterung des bestehenden Großparkplatzes im Norden erstellt“.

Der Bebauungsplan für das Areal liegt vom 14. August bis zum 28. September öffentlich im Bauamt in Benediktbeuern aus. „Wir werden jetzt Einsicht in die Pläne nehmen und dann das weitere Vorgehen entscheiden“, sagt Julia Wolff von der Bürgerinitiative „DenkMal Benediktbeuern“, die gegen diesen Standort ist und angekündigt hat, dagegen zu klagen.

„Wir würden eine solche Klage sehr bedauern“, nimmt Fraunhofer-Pressesprecher Eitner erstmals Stellung dazu. „Mit dem Landesdenkmalrat und dem Landesdenkmalamt haben sich die fachlich führenden Institutionen des Freistaats positiv zum Bau geäußert“, so Eitner. Auch die Mehrheit der Bevölkerung unterstütze das Vorhaben.

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