Christoph Budde - Sozialpädagoge

Verein unter neuer Leitung

Frischer Wind in der Jugendarbeit

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Christoph Budde ist der neue Vorsitzende des Trägervereins der Kinder- und Jugendarbeit im Loisachtal. Auf den Bichler warten viele Aufgaben.

Bichl/Benediktbeuern – Der Sozialpädagoge Christoph Budde hat Ende April die Nachfolge von Ignaz Dreyer angetreten (wir berichteten). „Es war keine leichte Entscheidung, dieses Amt zu übernehmen“, sagt der 47-Jährige, „denn ich bin beruflich viel unterwegs.“ Aber er möchte sich gerne einbringen und engagieren. Und: „Wir sind sieben Personen im Vorstand, da wird die Verantwortung auch auf verschiedene Schultern verteilt.“

Budde wuchs in Kempten auf und ging im Marianum, dem Internat der Salesianer Don Boscos in Buxheim bei Memmingen, zur Schule. Dort engagierte er sich auch bei Pfadfindern und war Bezirksvorstand im Allgäu. Als Budde zum Studium der Sozialen Arbeit an die Hochschule nach Benediktbeuern kam, setzte er sein Engagement bei den Loisachtaler Pfadfindern fort. „Und nach dem Hochschul-Abschluss bin ich hier einfach hängen geblieben“, sagt Budde lächelnd. Der 47-Jährige ist Vater eines fünfjährigen Sohnes und lebt in Bichl.

Als freiberuflicher Sozialpädagoge ist Budde viel unterwegs. Einer seiner Schwerpunkte sind Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainings. Budde führt diese Trainings für verschiedene karitative Träger durch und arbeitet zum Beispiel mit Jugendlichen im Strafvollzug oder Menschen, die als Sicherheitsdienst in Flüchtlingsunterkünften tätig sind. Außerdem ist er ausgebildeter Supervisor und Familientherapeut. Für verschiedene Jugendämter in der Region bietet er ambulante Erziehungsberatung an. Häufig stehen hier Trennungs- und Scheidungskonflikte im Mittelpunkt.

Budde hat zudem sein eigenes Fortbildungsinstitut gegründet, das IFKH („Institut für konfrontative Handlungskompetenz“). Hier geht es um Gewaltprävention, Konfliktarbeit und systemisches Denken. Für diese Aufgabe ist Budde regelmäßig in Wien, denn die Stadtverwaltung Wien (Magistrat) gehört zu seinen Kunden. „An meinem Beruf liebe ich die Vielseitigkeit“, sagt der Sozialpädagoge. Er könne selbst etwas entwickeln und anderen helfen, sich weiterzuentwickeln. In seiner Freizeit ist der 47-Jährige gern sportlich unterwegs, geht radfahren, wandern und klettern.

Als neuer Leiter des Trägervereins für die Kinder- und Jugendarbeit im Loisachtal sieht sich Budde vor allem in der Rolle des Supervisors. Der Verein finanziert zum Beispiel die offene Jugendarbeit („Streetwork“) und ist im Don-Bosco-Club engagiert. Dort hat der Besuch nun wieder angezogen. „Der Club füllt eine große Lücke“, sagt Budde. Es sei wichtig für Jugendliche, einen offenen Treff zu haben, an den sie sich nicht binden müssten. Dass es dort mal mehr, mal weniger Besucher gibt, ist für Budde ganz normal. Und: „Auch der Club ändert sich.“ Weil viele Schüler mittlerweile ganztags unterrichtet werden, verlagerten sich auch die Öffnungszeiten.

Es wird aber auch Buddes Aufgabe sein, die Finanzen im Blick zu haben. Wie berichtet, gab es sowohl 2015 als auch 2016 einen Fehlbetrag im Haushalt. Ein Grund waren Tarifsteigerungen bei den Personalkosten. Der Verein will deshalb an alle Loisachtaler Gemeinden herantreten und sie darum bitten, ihren Zuschuss zu erhöhen. Allerdings: „Ich möchte nicht nur als Bittsteller auftreten“, sagt Budde. „Sondern ich will auch zeigen, wie attraktiv der Verein und wie wichtig unsere Arbeit ist.“

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