Die neue Flutlichtanlage am Benediktbeurer Fußballplatz strahlt mit dem Vollmond um die Wette.
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Die neue Flutlichtanlage am Benediktbeurer Fußballplatz strahlt mit dem Vollmond um die Wette.

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Für die neue Flutlichtanlage hat sich der TSV Benediktbeuern richtig ins Zeug gelegt

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Dem TSV Benediktbeuern geht ein Licht auf. Ein Licht mit einer Stärke von 7000 Watt, verteilt auf sechs Flutlichtmasten rund um den Kleinfeld- und Trainingsplatz. Darüber hinaus haben die Fußballer nun eine Beregnungsanlage auf allen drei Spielfeldern. Die Gesamtkosten: 80 000 Euro – die drittgrößte Investition der Vereinsgeschichte.

Benediktbeuern – Das bisherige Flutlicht entsprach nicht mehr so wirklich dem heutigen Stand der Technik. Die Holzmasten waren 35 Jahre alt und hätten schon längst ausgetauscht werden müssen. Die ebenso alten Quecksilber-Dampflampen taugten eher als Lichtquelle für einen Gruselfilm als für ein ordentliches Fußballtraining. „Das waren vor allem auf dem Kleinfeld nur größere Taschenlampen“, sagt Rudolf Thumann, der das Projekt leitet, bis 2019 Abteilungsleiter war und jetzt Beisitzer ist.

Das schummrige Licht war nicht der einzige Nachteil der veralteten Lampen: Zehn Minuten dauerte es, bis sie ihre volle Leuchtkraft entfalteten. Wenn es mal einen Stromausfall gab, durften sie eine halben Stunde nicht eingeschaltet werden. Zu allem Überfluss verbrauchte das historische Flutlicht auch noch enorm viel Strom, um die 18 000 Watt.

Wesentlich geringerer Stromverbrauch

Jetzt ist alles ganz anders. Im Flutlicht, das die Amberger Firma Hudson installiert hat, brennen moderne LED-Lampen. Sie benötigen keine Aufwärmzeit, sind um ein Vielfaches heller und verbrauchen nicht mal halb so viel Strom. Entsprechend groß ist die Freude. „Alle sind begeistert – von der Jugend bis zu den Alten Herren“, sagt Thumann. „Ein besseres Licht ermöglicht auch ein besseres Training.“

Applaus gibt es aber nicht nur aus dem Verein, sondern auch vom Bundesumweltministerium, das den Bau des neuen Flutlichts mit 25 Prozent unterstützt. Weitere 30 Prozent Zuschuss für das Gesamtprojekt gibt es vom Bayerischen Landessportverband. Die Gemeinde spendiert 35 000 Euro, der Hauptverein ebenfalls eine ordentliche Summe. Die Kosten für die Fußball-Abteilung sind deshalb überschaubar. 15 Prozent der Gesamtsumme habe der Verein über Eigenleistung und Spenden erbringen müssen, sagt der Projektleiter, „und das haben wir locker geschafft“.

Mitglieder haben mit angepackt

Insgesamt haben sich 25 Vereinsmitglieder an den Bauarbeiten beteiligt. Ihre Aufgabe war es unter anderem, die alten Masten umzulegen, zu zerkleinern und zu entsorgen. Außerdem rissen sie die alten Betonfundamente heraus und brachten die Humusschicht auf.

Die Idee, ein neues Flutlicht zu bauen, war bereits 2019 aufgekommen. „Und dann kam der Vorschlag, dass wir auch noch eine Beregnungsanlage mitten reinlegen, wenn die Gräben eh schon offen sind.“ Der Aufwand sollte sich in Grenzen halten. Der Teufel sitzt allerdings manchmal im Detail. Erst einmal war es notwendig, einen langfristigen Pachtvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten abzuschließen, dem das Trainingsplatz-Gelände gehört. Als Bauarbeiter anrückten, stellten sie zu ihrer Überraschung fest, dass der Unterboden aus altem, grobem Bahnschotter besteht: „Die Steine sind faustgroß und scharfkantig“, sagt Thumann. „Manche haben sogar einen Durchmesser von einem halben Meter.“ Die Konsequenz: Die eingesetzte Fräse versagte schon nach zehn Metern ihren Dienst.

Die Beregnungsanlage ist bereits in Betrieb gegangen.

Ein Bagger musste anrücken. „Ein riesiger Mehraufwand“, sagt Thumann. Nur gut, dass der neu gewählte Abteilungsleiter Christian Schmid Besitzer eines Baggerunternehmens ist. Die Gräben waren plötzlich einen halben Meter breit und nicht zehn Zentimeter wie angedacht. Zudem dauerten die Arbeiten nicht eine oder zwei Wochen, sondern fünf Wochen.

„Eine Investition in die Zukunft“, sagt Thumann. Er betont, dass die neue Beregungsanlage, die die Firma Bieber aus Roßtal bei Nürnberg installiert hat, eine Vielzahl von Vorteilen mit sich bringe. So kann neuerdings auch der Trainingsplatz bewässert werden – und nicht nur der Hauptplatz und das Kleinfeld wie bisher. Ein Umbau ist auch nicht mehr nötig. „Das war immer ein Wahnsinns-Aufwand und hat zwei bis drei Stunden gedauert“, sagt Thumann.

Platz kann Nachts beregnet werden

Es gebe noch viele weitere Vorteile: „Wir können den Platz jetzt in der Nacht beregnen. Das bedeutet: wir haben weniger Wind, es verdunstet wesentlich weniger, und wir sparen unwahrscheinlich viel Wasser ein.“ Ein Feuchtigkeitssensor erkennt zudem, wenn es in der Nacht überraschend zu regnen anfängt.

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Für den TSV ist es die drittgrößte Baumaßnahme nach dem von Franz Pölt geleiteten Bau des Vereinsheims in den Jahren 2002/03 sowie der Rekonstruktion des Hauptfeldes mit Einbau der alten Beregnungsanlage 2013.

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