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Bitte eintreten: Das Kloster Benediktbeuern will Rezeption und Klosterladen in den Maierhof verlegen. Ob auch die Gästeinformation der Gemeinde dorthin umziehen soll, ist noch nicht entschieden.

Kloster Benediktbeuern 

Gästeinfo und Klosterladen unter einem Dach?

Wo soll die Gästeinformation von Benediktbeuern langfristig ihren Sitz haben? Und wie soll der Tourismus generell ausgerichtet sein in der Kommune? Angesichts neuer Pläne des Klosters wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung darüber rege diskutiert.

Benediktbeuern „Klosterwelten“: So lautet der Titel eines Bauprojekts, das die Salesianer in ihrem Kloster realisieren wollen. Wie Bürgermeister Hans Kiefersauer grob skizzierte, sehen die Pläne dazu vor, den aktuell leer stehenden Nord-West-Trakt des Maierhofs nutzbar zu machen. Dort sollen laut dem Bürgermeister unter anderem Klosterladen und Rezeption sowie Informationstafeln zur Geschichte des Klosters untergebracht werden. Im Zuge dieser Pläne habe das Kloster angefragt, ob nicht die Gästeinformation der Gemeinde von ihrem jetzigen Standort neben dem Rathaus dorthin umsiedeln wolle.

„Das Ganze hat von den Räumlichkeiten her einen gewissen Charme“, räumte Kiefersauer ein. Der Tourismusausschuss habe über diese Idee bereits beraten. Dort werde ein Umzug aber eher kritisch gesehen. Hauptargument dagegen sind dabei vor allem Fördergelder der Regierung, die laut Kiefersauer noch bis 2021 laufen. Im Falle eines Umzugs der Gästeinformation vor 2021 müssten laut Kiefersauer rund 15 000 Euro zurückgezahlt werden. Neue Fördergelder können außerdem erst 2021 beantragt werden.

Außerdem sei der Tourismusausschuss der Ansicht, dass der Personaleinsatz für eine Gästeinfo am Kloster – dort, wo viele Busse ankommen – deutlich höher wäre als am jetzigen Standort. Möglicherweise gäbe es aber auch die Möglichkeit, nur eine kleine Nebenstelle der Gästeinformation in den neuen „Klosterwelten“ einzurichten – vielleicht in Gestalt eines Infoterminals. Das könne sich auch der Tourismusausschuss gut vorstellen. Dem Kloster, so Kiefersauer, wäre ein kompletter Umzug jedoch lieber. Denn dann hätten die Salesianer einen Mitinvestor für ihr Projekt.

Einig waren sich die Räte, dass die jetzige Gästeinformation dauerhaft so, wie sie ist, keine Zukunft hat. Clemens Hammerl möchte sie generell „auf den Prüfstand stellen“. Margarete Steffens findet, eine Gästeinformation „gehört ins Dorf“, damit sie für Tagesausflügler und Wanderer zentraler Anlaufpunkt sein kann. Rudi Mühlhans möchte aus ihr einen barrierefreien Begegnungsort mit Bücherei, Seniorentreff und Co. machen. Und Kiefersauer brachte die Alte Apotheke als neuen Standort ins Spiel, wenn 2021 neue Fördergelder beantragt werden können.

Und irgendwann war in der Diskussion klar: Es geht um mehr als einen neuen Standort für die Gästeinfo. Es geht um die generelle zukünftige Ausrichtung des Tourismus im Klosterort. „Wir haben das die letzten Jahre dahindümpeln lassen“, so Kiefersauer. Jetzt müsse sich der Ort neu aufstellen, ruhig auch offensiver werden. Wie das künftige Tourismuskonzept aussehen soll, das wollen die Räte nun als erstes klären und bei Bedarf einen externen Berater dazuholen. Auch die Vermieter sollen eingebunden werden.

Den Beschluss über einen Umzug der Gästeinformation ins Kloster stellten die Gemeinderäte zurück. Eine kleine Dependance „dort unten“ finden sie aber grundsätzlich gut. Als nächstes möchte Bürgermeister Kiefersauer bei der Regierung nachfragen, ob die Fördergelder schon vor 2021 zur Verfügung stehen würden. Franziska Seliger

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