Die Goaßara Schoilehrer (v. li.): Roman Kofler, Uli Fritschi, Klaus Schmalhofer und Heiner Schaffner, an der Zither begleitet von Klaus Stumpf.

Ludwig Thomas Weihnachtsgeschichte

Gaißacher Lehrer schreibt neue Melodien für die Heilige Nacht

Reichersbeuern – Im Reichersbeurer Pfarrsaal ist am 23. Dezember zum ersten Mal Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ mit Melodien zu hören, die Roman Kofler komponiert hat.

Die gedichtete Weihnachtsgeschichte von Ludwig Thoma ist eigentlich fünfmal unterbrochen: Zu der „Heiligen Nacht“ gehören fünf Gesänge. „Kimmt die heilige Nacht. Und da Wald is aufgwacht, Schaugn de Has’n und Reh, Schaugn de Hirsch übern Schnee“, heißt es da zum Beispiel zwischen dem ersten und zweiten Hauptstück.

Roman Kofler hat die Zwischengesänge der „Heiligen Nacht“ vertont.

Roman Kofler hat diesen fünf Gesängen nun eine Melodie gegeben und bringt sie am 23. Dezember im Pfarrsaal Reichersbeuern zur Aufführung. Klaus Wittmann wird dort die „Heilige Nacht“ vortragen. Die Goaßerer Schoilehrer, zu denen neben Kofler auch Klaus Schmalhofer, Uli Fritschi und Heiner Schaffner gehören, singen die Verse vierstimmig; sie werden von Klaus Stumpf an der Zither begleitet.

„Es gibt schon einfache Weisen dazu, die waren mir aber ein bisschen zu einfach“, sagt Kofler schmunzelnd. Der Gaißacher Lehrer, der in Benediktbeuern wohnt, kam vor etwa zwei Jahren auf die Idee, die Gesänge zu vertonen. Er hat bereits die Benediktbeurer Messe geschrieben, die der Kirchenchor vergangenes Jahr an Erntedank uraufgeführt hat.

Die „Heilige Nacht“, die im Volkston gedichtet wurde, hat eine tiefgründige Aussage. „Dass die Reichen nur mit Materiellem beschäftigt sind und das Christkind nur Arme gesehen haben“, sagt Kofler. Diese Botschaft wollte er auch über die Melodien transportieren. „Sie sind ein bisschen tiefgründiger, sodass sie dem Text gerechter werden“, erklärt Kofler.

Ursprünglich hat er die Vertonung für den gemischten Gesang von zwei Männern und zwei Frauen geschrieben. Da er aber ohnehin immer mit den Goaßerer Schoilehrer singt, hat er es ihnen vorgestellt, und die waren auf Anhieb dabei. Die Männergesangsgruppe gibt es seit über 30 Jahren, Kofler gehört seit 2004 zu ihnen.

Kofler schrieb die Melodie also noch mal für den vierstimmigen Männergesang um. Die vier Männer trafen Klaus Wittmann im Tölzer Gasthof Zantl und holten ihn mit ins Boot. „Er hat gesagt, ihm sagt das zu. Er macht das gerne“, berichtet Kofler.

Der Benediktbeurer komponiert nicht, wenn es in seinem Terminplan steht. Meist kommt ihm einfach ein Einfall, ein Melodiefetzen, den er am Klavier ausprobiert. „Dann muss ich noch mal eine Nacht darüber schlafen“, sagt Kofler. Wenn er es am nächsten Tag noch mal spielt, fällt die Entscheidung, ob es was taugt oder nicht.

Wenn die musikalische Version der „Heiligen Nacht“ Gefallen findet, könnte es sogar noch eine Fortsetzung geben. Kofler hat nämlich auch eine Textpassage vertont. Zum Einstudieren hat die Zeit aber nicht mehr gereicht. „Das wäre ein schöner Abschluss“, sagt der Benediktbeurer.

Wer sich auf Heiligabend einstimmen möchte, kann sich die „Heilige Nacht“ von Klaus Wittmann anhören, die von den Goaßerer Schoilehrern im Pfarrsaal Reichersbeuern begleitet wird. Sie bieten die fünf Gesänge der Weihnachtsgeschichte mit Zitherbegleitung dar. Beginn ist am Freitag, 23. Dezember, um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

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