Gemeinde Benediktbeuern ebnet Weg für Fremdenzimmer

  • schließen

Der Gemeinderat Benediktbeuern hat jetzt den Weg geebnet, damit der Gasthof Herzogstand in der Ortsmitte weitere Fremdenzimmer schaffen kann.

Benediktbeuern – Was einfach klingt, gestaltet sich auf dem Papier schwierig, denn Besitzer Josef Reßl ist mit dem Bebauungsplan „Ortskern“ aus dem Jahr 1999 konfrontiert. Die Gemeinde hat nun eine Änderung genehmigt, gleichzeitig aber auch Regeln für den Gastwirt aufgestellt.

Zum Hintergrund: Auch in Benediktbeuern gibt es kontinuierlich weniger Gästebetten. „Viele Privatvermieter hören auf. Man muss heute um jedes Zimmer froh sein“, sagte Bürgermeister Hans Kiefersauer.

Sabine Rauscher, Leiterin der Benediktbeurer Gäste-Info, stimmt zu: „Wir haben Bedarf an mehr Betten“, sagte Rauscher auf Anfrage unserer Zeitung. Mancher Privatvermieter würde seine Betten erst ab einer Mindestübernachtungszahl von drei Nächten zur Verfügung stellen. „Das ist in Anbetracht des Arbeitsaufwands zwar durchaus verständlich“, sagt Rauscher. Aber es gebe in Benediktbeuern zum Beispiel viele Radtouristen auf dem Bodensee-Königssee-Weg oder Urlauber, die nur für ein Wochenende kommen. „Und solche Gäste müssen wir einfach gut unterbringen können“, sagt Rauscher.

So sieht man das auch im Gemeinderat. Dass der Gasthof Herzogstand auf seiner Fläche einen älteren, lang gezogenen Schuppen abreißen und an dieser Stelle zehn bis fünfzehn neue Zimmer beziehungsweise Appartements errichten möchte, stieß auf einhellige Zustimmung. Dafür wird nun auch der Bebauungsplan geändert. Dieser sollte bislang verhindern, dass in aufgelösten Hofstellen kleine Appartements zu privaten Zwecken angesiedelt werden. Beim Thema Tourismus will man nun aber eine Ausnahme machen. Diese ist jedoch an Auflagen geknüpft: Der Gastronom muss die Unterkünfte ausschließlich für den Fremdenverkehr zur Verfügung stellen, darf sie also nicht dauerhaft untervermieten.

Die erforderlichen Stellplätze kann der Wirt nachweisen. Derzeit stehen schon 29 Parkplätze (auch für Gasthofbesucher) zur Verfügung, weitere elf werden folgen. Die Fläche auf dem Areal sei ausreichend groß, sagte Kiefersauer. „Eine Tiefgarage lässt sich dort nämlich nur schwer umsetzen.“ Bis die Änderung des Bebauungsplans durch das Verfahren gegangen ist, werden noch einmal einige Monate vergehen. Reßl möchte gerne 2018 mit dem Bauen anfangen. „Ob es zehn oder 15 Zimmer werden, wird dann die Detailplanung zeigen.“ Derzeit gibt es insgesamt 16 Zimmer in Haupt- und Nebengebäude.

Mit den Veränderungen am Gasthof gehen vermutlich auch Bauarbeiten an der Finkengasse einher. Diese Straße ist bislang nur bekiest. Die Gemeinde möchte hier eine Verbesserung schaffen. „Es muss noch geklärt werden, ob die Straße schon einmal erschlossen worden ist“, sagt Kiefersauer. Davon hängt ab, wie die zirka 15 Anlieger an der Höhe der Kosten beteiligt werden. Kiefersauer will demnächst eine Anliegerversammlung durchführen, um die Dinge mit den Betroffenen zu besprechen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer und Radler kollidieren
Leicht verletzt wurden zwei Männer beim Zusammenstoß eines Motor- und eines Fahrrads bei Lenggries.
Motorradfahrer und Radler kollidieren
Lichtgewehrschießen für Schüler heute in Kochel
Lichtgewehrschießen für Schüler heute in Kochel
Pfarrbücherei Benediktbeuern: Keine Sommerferien
Pfarrbücherei Benediktbeuern: Keine Sommerferien
Wenig Werbung um Urlauber mit Handicap
Viele Menschen suchen im Internet nach barrierefreien Urlaubs- und Freizeitangeboten im Landkreis. Doch weil sich manche Anbieter scheuen, als behindertengerecht für …
Wenig Werbung um Urlauber mit Handicap

Kommentare