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Soll wenn möglich heuer neu gestaltet werden: Der Gästepark am Benediktbeurer Rathaus. 

Gemeinderat Benediktbeuern

Grünes Licht für Gästepark-Pläne

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Benediktbeuern - Der Gemeinderat Benediktbeuern hat sich grundsätzlich einverstanden erklärt, den Gästepark in abgespeckter Form heuer neu zu gestalten. Eine endgültige Entscheidung soll in der Haushalts-Sitzung fallen.

Über den Gästepark ist in den vergangenen Jahren viel diskutiert worden. Anfang Januar hat die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung beschlossen, eine Umgestaltung in abgespeckter Version zu verwirklichen. Lediglich die kreativen Gestaltungsideen „Vier Elemente“ werden wegfallen (wir berichteten).

Nun musste auch der Gemeinderat noch grünes Licht geben – und das tat er nun fast einstimmig. Es ist auch wieder von einem WC die Rede. Laut Bürgermeister Hans Kiefersauer gibt es die Möglichkeit, einen „barrierefreien WC-Container einzuhausen“. Entsprechendes habe er mit Planer Stefan Goller durchgesprochen. „Ich weiß, diese Anlage kann man sich jetzt schlecht vorstellen. Aber sie ist wirklich in Ordnung und sieht auch gar nicht so schlecht aus.“ Kosten: 50 000 Euro. Somit kostet die Gesamt-Umgestaltung rund 180 000 Euro brutto.

Für ihn sei es „nach wie vor ein Luxusprojekt“, sagte Kiefersauer. „Aber ich stehe zu meinem Wort: Erst machen wir den Spielplatz, und dann, wenn die Zuschüsse möglich sind und es unsere Finanzlage zulässt, werden wir den Park abschließen.“ Und Projektleiter Robert Schartl vom Amt für Ländliche Entwicklung habe jüngst signalisiert, „dass die Zuschüsse fließen“. Gleichwohl, so Kiefersauer, „müssen wir erstmal den Haushalt abwarten“. Doch man könne in der Dorferneuerung nur die weiteren Pläne wie Dorfstraße und -platz anpacken, wenn der Gästepark abgeschlossen sei. „Sonst haben wir ständig das Amt im Nacken.“

Ein Großteil der Räte findet das Projekt gut. „Man weiß schon gar nicht mehr genau, wann man das letzte Mal Geld in den Park gesteckt hat“, sagte Ingrid Hauptmann. „Jetzt ist der Spielplatz schön, nun soll auch der Rest schön werden.“ Cölestin Allgäuer schlug vor, statt „Gästepark“ lieber „Gemeindepark“ zu sagen, denn: „Die Einheimischen sollen sich nicht ausgeschlossen fühlen.“ Bernhard Rauchenberger findet eine WC-Anlage „sehr sinnvoll“: „Davon profitieren Besucher von Park, Tourist-Info und Rathaus.“ Es gebe im Dorf nämlich kaum öffentliche Toiletten. „Eigentlich nur im Kloster.“

„Ein WC ist sehr wichtig“, pflichtete ihm Ralph Seifert bei. Er schlug vor, einen kleinen Obolus zu verlangen. „Wir können ja mal andere Gemeinde fragen, welche Erfahrungen sie gemacht haben.“ Denn sei das WC immer gepflegt, wären die Benutzer „sicher bereit, dafür einen kleinen Betrag auszugeben“.

Ähnlich positiv äußerten sich auch Margarete Steffens und Toni Lugauer. „Aus touristischer Sicht ist der Gästepark super“, sagte Lugauer, zugleich Vorsitzender des Tourismusvereins. „Es ist eine gute Sache, auch wenn sie viel Geld kostet. Aber es schließlich kommen hochwertige Materialien zum Einsatz.“

Clemens Hammerl fordert eine Überprüfung der Kosten für die Beleuchtung, „denn 20 000 Euro kommen mir sehr viel vor“. Stefan Geiger ist grundsätzlich dagegen – ihm ist das ganze Projekt zu teuer.

„Wenn wir bis zum Jahresende fertig sind, wäre das eine tolle Geschichte“, sagte Rudi Mühlhans. Er argumentierte allerdings: „Wir zahlen jetzt das Gleiche für weniger Leistung.“ Ursprünglich, so Mühlhans, habe man 218 000 Euro inklusive Pavillon-Sanierung eingeplant. Nun werde der Pavillon nicht saniert, und die Gemeinde investiere 132 000 Euro für den Park plus 70 000 Euro für den Spielplatz, insgesamt also 202 000 Euro. Zudem, so Mühlhans, sei bei dem Diskussionsprozess in den vergangenen Jahren „viel kaputt gemacht worden: Kein Wunder, dass zu den Sitzungen der Teilnehmergemeinschaft keiner mehr kommt.“

Bürgermeister Kiefersauer widersprach ihm vehement: „Das stimmt nicht.“ Er, Mühlhans, wolle das Projekt „nun wieder kaputtreden“. Mühlhans ergriff erneut das Wort: „Nein, ich bin froh, dass wir jetzt auf der Zielgeraden sind, und hoffe, dass wir wieder zu einer Kultur der Bürgerbeteiligung zurückkommen werden.“

Eine Abstimmung über den Park gab es nicht. Das soll laut Kiefersauer in der Haushaltssitzung erfolgen. Ein Termin steht noch nicht fest.

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