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Im Klosterdorf verfügen bislang nur 13 Straßenlaternen über LED-Technik. Insgesamt gibt es 300 Stück. 

Gemeinderat informiert sich über neue LED-Technik für die Straßenbeleuchtung

Benediktbeuern bald in neuem Licht?

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Energiekosten zu sparen, ist in jeder Gemeinde ein großes Ziel. In Benediktbeuern wird nun überlegt, bei der Straßenbeleuchtung komplett auf LED umzustellen. Vorbild ist die Gemeinde Warngau (Landkreis Miesbach).

Benediktbeuern– In der jüngsten Gemeinderatssitzung war Andreas Kleiner zu Gast, Vorstand des „Bundesverbands Straßenbeleuchtung und Infrastruktur für den öffentlichen Sektor“ (BVSI).

Die Gemeinde Weyarn ist eine der Vorzeige-Kommunen des BVSI. Vorstand Kleiner war von Bürgermeister Hans Kiefersauer eingeladen worden, der nach eigenen Angaben ein Seminar zu diesem Thema in Weyarn besucht hat. „Die Ergebnisse waren beeindruckend“, sagte Kiefersauer. Es gehe darum, wie man die Umstellung „haushaltsneutral“ durchführen könne.

Der BVSI hat nun auch für Benediktbeuern eine Zustandsanalyse und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt. Tatsache ist, dass die Straßenbeleuchtung in einer Kommune der größte Stromfresser ist, der Anteil beträgt nämlich 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs, listete Kleiner auf. Viele Gemeinden haben deshalb großes Interesse, hier etwas zu ändern – scheitern aber am Geld, an personellen Ressourcen, an technischen Fragen oder am bestehenden Vertrag mit dem aktuellen Energieversorger, so Kleiner.

Im Klosterdorf gibt es derzeit 300 Brennstellen mit 306 Lichtpunkten (Lampen). Derzeit plant die Gemeinde die schrittweise Umstellung auf LED-Technik und hat dafür pro Jahr 12 000 Euro im Haushalt zur Verfügung. „Somit können pro Jahr lediglich 31 Lichtpunkte ausgetauscht werden, und die Umrüstung wäre erst in knapp zehn Jahren vollzogen“, rechnete Kleiner in dem einstündigen Vortrag vor.

13 Straßenleuchten (entspricht vier Prozent) wurden schon auf LED umgestellt, nämlich in der Bahnhof- und in der Mindera-Straße. „Diese Zahl entspricht dem bayernweiten Durchschnitt“, sagte Kleiner. Dieser liege aber im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt von rund elf Prozent weit hinter den Klimazielen der Bundesregierung zurück.

LED-Leuchten verbrauchen etwa 18 Watt, die aktuell verwendeten dagegen 46 Watt. Derzeit hat Benediktbeuern einen Jahresverbrauch von gut 57 000 Kilowattstunden. Würde man die Lampen alle auf einmal umrüsten, könnte Benediktbeuern den Stromverbrauch um rund 62 Prozent auf knapp 22 000 Kilowattstunden senken, rechnete Kleiner vor. „Durch die Reduzierung können die Stromkosten um rund 75 500 Euro gesenkt werden.“ Die Zahlen beziehen sich stets auf die von der Gemeinde derzeit geplante Umrüstung innerhalb von zehn Jahren.

Hinzu komme, dass die Gemeinde durch eine sogenannte Nachtabsenkung, die erst durch LED-Leuchtköpfe möglich wird, weiter sparen könne, so Kleiner. Bei einer Nachtabsenkung werde die Lichtleistung in einem gewissen Zeitraum, beispielsweise zwischen 23 und 4 Uhr, auf zum Beispiel 50 Prozent gesenkt. „Die Kostenvorteile einer LED-Komplettsanierung werden dadurch noch erheblich größer.“

Zu beachten sind laut Kleiner auch noch die sinkenden Wartungskosten von geschätzt 90 000 Euro. Würde man eine Komplettumstellung in einem Zuge durchführen, spart sich die Gemeinde somit insgesamt 165 000 Euro sowie dem Weltklima 211 Tonnen CO2, rechnete Kleiner vor. Eine Komplettumstellung (im Rahmen einer sogenannten kommunalen Nutzungsvereinbarung) würde Benediktbeuern 257 600 Euro kosten. Würde die Gemeinde hingegen nicht umstellen, belaufen sich allein die Betriebskosten auf 257 700 Euro.

Die Räte fassten in der Sitzung keinen grundlegenden Beschluss. Elektriker Clemens Hammerl hat Sorge, dass auch LED-Leuchten nach zehn Jahren sanierungsbedürftig sind. Die Rathausverwaltung will im nächsten Schritt den derzeitigen Straßenbeleuchtungsvertrag mit dem Energieversorger prüfen. Dann kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung.

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