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Bieten Hilfe zur Selbsthilfe: (v. li.) Marc Lobmann, Rainer Paffenholz und Rainer Flüggen verbindet der Spaß am Radlfahren und der Spaß, beim Reparieren anderen zu helfen.

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Gemeinsam helfen macht Spaß

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Benediktbeuern/Bichl –  Wer Tipps braucht, um das eigene Fahrrad wieder in Schwung zu bringen, kann sich seit Kurzem an die ehrenamtliche „Fahrradwerkstatt“ im ZUK wenden. An zwei Samstagen im Monat gibt’s hier jeweils eine Stunde Tipps zur Selbsthilfe.

Viel Platz ist in der kleinen Radlwerkstatt nicht, und wer mit seinem Drahtesel kommt, muss damit rechnen, im Maierhof im Freien werkeln zu müssen. Doch die „Fahrradwerkstatt“ des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) ist auch keine Profi-Werkstatt und will schon gleich gar nicht mit diesen konkurrieren. Was die drei Ehrenamtlichen anbieten, sind Tipps zur Selbsthilfe bei gewöhnlichen Problemen – schrauben muss dann jeder selbst.

Die Idee entstand im Rahmen des Helferkreises Asyl für Benediktbeuern und Bichl und mit Unterstützung von ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger. Als die ersten Flüchtlinge kamen, spendeten mehrere Bürger gebrauchte Fahrräder. Zudem gibt es im Kloster „Don-Bosco-Räder“, die vor vielen Jahren für Klosterbesucher angeschafft wurden, von diesen jedoch nicht so genutzt wurden wie erhofft. Folglich haben sie ihren Zenit überschritten. Zudem existiert in einem kleinen, abgeteilten Raum im weitläufigen Maierhof eine Werkstatt, in der vieles für einfache Radl-Reparaturen vorhanden ist.

ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger machte es jetzt möglich, dass hier wieder Leben einzieht. „Es handelt sich ausschließlich um Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Rainer Paffenholz aus Benediktbeuern, der zusammen mit Rainer Flüggen und Marc Lobmann aus Bichl hier jeden zweiten Samstag im Monat für eine Stunde aufsperrt. „Wir verstehen uns als soziale Fahrradwerkstatt.“

Die drei Männer verbindet der Spaß am Basteln und der Spaß am Radfahren. Marc Lobmann zum Beispiel stammt eigentlich aus Hamburg und war früher Tourenleiter beim ADFC, dem „Allgemeinen Deutschen Fahrradclub“. „Da musste man bei fast jeder Tour irgendwo mal schrauben“, sagt er lächelnd.

Zuerst wurden die roten und blauen „Don-Bosco-Räder“ auf Vordermann gebracht, sprich verkehrstauglich gemacht. Oft fehlte das Licht, viele Bremsbeläge waren verschlissen.

Letztens waren acht junge Menschen im Maierhof, um sich Tipps geben zu lassen – Einheimische wie Flüchtlinge. „Vom Integrationsgedanken her ist das hier super“, sagt Paffenholz. Beim gemeinsamen Werkeln lerne man sich kennen. Zudem seien junge Flüchtlinge stolz, wenn sie hiesigen Jugendlichen mal etwas zeigen könnten. „Viele sind handwerklich geschickt und kennen sich aus“, so Flüggen. In der Radlwerkstatt können sie das kleine Werkzeug leihen, das sie benötigen, um die gespendeten Radl in Schuss zu halten.

Öffnungszeiten

Die Fahrradwerkstatt ist wieder am Samstag, 2. April, um 16 Uhr eine Stunde geöffnet (Maierhof-Nordseite).

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