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Mit dem Fahrrad von Aachen bis Benediktbeuern (v. li.): Astrid Lill-Deimann sowie Franka, Hendrik und Bernd Deimann im Innenhof des Klosters.  

Gemütliche Tour von Aachen nach Benediktbeuern 

Familienurlaub der anderen Art: 925 Kilometer geradelt

Im Hochsommer bei brütender Hitze eine Radtour durch Deutschland zu unternehmen, hört sich wohl für die Wenigsten verlockend an. Familie Deimann jedoch wagte sich an dieses sportliche Abenteuer heran. 925 Kilometer sind Hendrik (14), Franka (17), Astrid (52) und Bernd Deimann (55) von Aachen nach Benediktbeuern geradelt.

Benediktbeuern – Ohne große Vorbereitung beschlossen die vier beim Frühstück, für eine Woche Urlaub in Benediktbeuern zwei Wochen Anfahrt in Kauf zu nehmen. „Mein Mann und ich hatten diesenFilm unter dem Motto ,Die Reise ist das Ziel‘ gesehen. Davon inspiriert, hatten wir zuerst eine Tour zur Grenze nach Polen geplant, aber da haben die Kinder nicht mitgemacht.“, erklärt Astrid Lill-Deimann. Ihre Tochter Franka bestätigt: „Als Mama und Papa dann Benediktbeuern vorgeschlagen haben, waren wir sofort dabei. Schließlich sind wir hier sozusagen ein bisschen aufgewachsen. Wir wollten die Gegend mal wieder neu erkunden.“

Um das Ferienziel aus Kindheitstagen zu erreichen, fuhr Familie Deichmann von Aachen über Köln und Mainz, am Main entlang nach Wertheim, durch das Taubertal nach Schillingsfürst, den Wörnitzradweg nach Donauwörth und schließlich über Grafrath am Ammersee entlang nach Dießen bis nach Benediktbeuern. Durch diese Route kamen stolze 925 Kilometer zusammen. „Wir haben uns per Karte, über Radwege und gelegentlich übers Handy einwandfrei hierher navigieren können“, sagt Bernd Deimann. Nachts schliefen sie auf Zeltplätzen. Routinemäßig fuhren sie jeden Tag mehr als 50 Kilometer mit einer reinen Fahrzeit von vier Stunden .

„In Oettingen haben wir zum ersten Mal gemerkt, dass wir in Bayern angekommen sind. In einer Werkstatt haben wir dann die bayerische Grantigkeit zu spüren bekommen“, berichten sie schmunzelnd. Das Wetter wurde ein wenig regnerischer, die Landschaft grüner. Da die Strecke meistens eben verlief, war es keine außergewöhnliche Anstrengung, findet die Familie. Somit gab es auch weder Verletzungen noch ernst zunehmende Pannen.„Die einzige Panne war wohl, dass ich mein Handy einmal auf einem Zeltplatz vergessen habe. Ich war so im Fahrradfahren drin, dass ich es immer ausgeschaltet hatte und somit eine relativ handy-freie Zeit hatte“, erzählt die 17-jährige Franka.

Immer konzentriert Rad zu fahren, stärkt wohl auch den Familienzusammenhalt. Hendrik erzählt: „Klar sind wir uns gegenseitig auf die Nerven gegangen, wir hatten ja keine Möglichkeiten, uns zurückzuziehen. Aber wir haben uns fast immer gut verstanden und aufeinander gewartet.“

Am Ziel angekommen, wohnte die Familie auf dem Bauernhof zum Wimmer in Benediktbeuern. Am Samstag hat sie der älteste Sohn mit dem Auto abgeholt. Die Deimanns sind vom Bauernhof aus nur noch kurze Strecken zum Einkaufen, Baden am See oder Wandern in den umliegenden Bergen geradelt.

Demnächst sind andere Urlaubsfahrten geplant. „Aber wir sind sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben“, sagen Franka und Hendrik Deimann übereinstimmend. (von Helena Dechentreiter)

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