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So sieht der bisherige Entwurf (Gebäude rechts) für das Tagungszentrum aus, ausgearbeitet vom Münchner Architektenbüro Auer-Weber. 

Geplantes Grossprojekt am Kloster

Keine Tiefgarage unterm Tagungshaus

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Benediktbeuern – Erste Details zum Neubau: Fraunhofer kommt Denkmalschützern entgegen. Derweil plant die Bürgerinitiative eine Popularklage.

Die Pläne für das Tagungshaus der Fraunhofer-Gesellschaft am Kloster Benediktbeuern nehmen immer konkretere Formen an. Wie unsere Zeitung erfahren hat, gab es im April ein nichtöffentliches Treffen, an dem Bürgermeister, Gemeinderäte, Vertreter des Klosters, der Fraunhofer-Gesellschaft und Bayerns oberster Denkmalschützer, Generalkonservator Matthias Pfeil, teilnahmen. Das Treffen „mündete in einem konsensfähigen und wirtschaftlichen Entwurf“ für das Tagungshaus, berichtet Fraunhofer-Pressesprecherin Beate Koch auf Anfrage.

„Es war ein gutes Gespräch“, sagt Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing. Man habe über vieles gesprochen. „Das Verständnis füreinander ist gewachsen.“ Man sei „auf einem guten Weg“.

Die ursprünglich geplante Tiefgarage unter dem Neubau ist nun vom Tisch. Den Denkmalpflegern missfiel sie stets als „zu städtisches Element“. Intern dürfte es jedoch ein zähes Ringen um die Parkplätze gegeben haben. Man folgt jetzt der Empfehlung der Denkmalschützer, ein verträgliches Parkraumkonzept für das ganze Kloster zu entwickeln.

Im Klartext bedeutet das, dass die Parkplätze für die Tagungsgäste am anderen Ende der Klosteranlage liegen. „Allen Beteiligten war es wichtig, das Projekt nicht an 34 Stellplätzen scheitern zu lassen“, erklärt Pressesprecherin Koch in ihrer schriftlichen Stellungnahme. Es habe ein Konzept vorgelegen, wie man neue Stellflächen in den bestehenden Großparkplatz einbinden könnte. „Das ist zugleich denkmalverträglich und wirtschaftlich“, argumentiert Koch.

Die Salesianer hätten Offenheit signalisiert, künftige bauliche Entwicklungen mit einem städtebaulichen Rahmenplan zu steuern – und zwar mit Unterstützung der Denkmalpfleger. Diese Entwicklung soll in den bestehenden Masterplan des Klosters integriert werden. Dieser Plan, der im Juni 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, enthält Vorschläge für strategische Maßnahmen zur Weiterentwicklung des ganzen Klosters bis 2025. Bislang wird das Tagungshaus mit keinem Wort erwähnt.

Doch zurück zum eigentlich Neubau. Wie soll dieser nun aussehen? Wie berichtet, musste Fraunhofer abspecken, weil die Baukosten explodiert waren.

„Durch den Wegfall der Tiefgarage werden im Untergeschoss des Neubaus Raumkapazitäten geschaffen“, schreibt Koch. „Das Gesamtvolumen lässt sich dadurch deutlich reduzieren.“ Außerdem komme man dem Wunsch der Gemeinde nach und baue nicht das vom Architekten vorgeschlagene Holzdach. Die Gemeinde hätte lieber Ziegel. Außerdem will Fraunhofer das Glasdach reduzieren, das im bisherigen Entwurf über der Klostermauer „schwebt“.

Auch Bürgermeister Hans Kiefersauer ist zufrieden mit dem Gesprächsverlauf. „Die Vorgaben des Gemeinderats werden erfüllt.“ Man habe nun einen „tragfähigen Kompromiss gefunden“, sagt der Bürgermeister, bislang bekennender Befürworter der Tiefgarage. Fraunhofer wolle die neue Planung „noch vor den Sommerferien öffentlich vorstellen“, beruft sich Kiefersauer auf Informationen von der Gesellschaft. Fraunhofer selbst hält sich mit Zeitangaben zurück. Auch über die Kosten war keine Auskunft zu bekommen.

Die Bürgerinitiative (BI) „DenkMal Benediktbeuern“ verfolgt die Entwicklung aufmerksam. „Wir werden im Laufe des Verfahrens mit unseren Unterstützern eine Popularklage anstreben“, kündigt Sprecherin Julia Wolff an.

Die Fraunhofer-Gesellschaft will das Tagunghaus im Südgarten des Klosters errichten, und zwar parallel zur Glashütte ihres Namensgebers Joseph von Fraunhofer (1787-1826), der dort forschte. Derzeit unterhält die Gesellschaft das „Europäische Kompetenzzentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege“ in Benediktbeuern (Alte Schäfflerei).

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