Das Tagungshaus soll südlich des Klosters entstehen. Foto: TK-Archiv

Geplantes Tagungshaus der Fraunhofer-Gesellschaft am Kloster Benediktbeuern

„Es gibt nichts Unüberwindliches“

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Benediktbeuern – In den vergangenen Monaten war es um die Pläne der Fraunhofer-Gesellschaft, am Kloster Benediktbeuern ein Tagungshaus zu bauen, sehr still geworden. Am Rande der Einweihungsfeier des Denkmalpflegezentrums am Freitag hatte unsere Zeitung Gelegenheit, mit zwei wichtigen Personen zu sprechen: Alfred Gossner, Fraunhofer-Finanzvorstand, und Mathias Pfeil, Bayerns oberster Denkmalschützer.

Gossner bestätigte, dass man mit dem Salesianer-Orden noch über den Erbpachtvertrag verhandle (wir berichteten zuletzt im September). „Es gibt nichts Unüberwindliches.“ Er hoffe, dass die Verhandlungen bis Jahresende abgeschlossen werden.

Alfred Gossner Finanzvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. Foto: Krinner

Generalkonservator Mathias Pfeil ist mit dem Haus in der jetzt geplanten Form einverstanden. Wie berichtet, wurde das Gebäude auf seine Intervention hin verkleinert. Das Haus, so Pfeil, habe jetzt den „Charakter eines Nebengebäudes“ und ordne sich damit den bestehenden Klosterbauten unter.

Das Gespräch kam auch auf das Thema Gärten. Im Zuge der Planungen seien neue historischen Quellen aufgetaucht, sagte Pfeil, ohne jedoch Details zu nennen. „Nach unserem heutigen Wissen waren die Gartenbereiche in Benediktbeuern früher nicht so bedeutend.“ Er könne jedoch nachvollziehen, dass sich Bürger um den Erhalt der Gärten Sorgen machten. Deshalb, so Pfeil weiter, wäre es sinnvoll, wenn man sich im Zuge des Kloster-Masterplans Gedanken über ein Konzept für die Gärten machen würde. Diese zu thematisieren, so Pfeil, sei ein „Gewinn“: „Davon würde die ganze Klosteranlage profitieren.“

Auch der Fraunhofer-Gesellschaft wäre daran gelegen. „Wir nehmen den Schutz und den Erhalt des Kulturerbes in Benediktbeuern ernst“, sagte Gossner.

Zudem werde man sich dafür einsetzen, die Salesianer im Kloster zu stärken. „Es wäre ein Desaster, wenn wir hier ein Tagungshaus bauen, und der Orden würde seine Aktivitäten einstellen.“ Von den Diözesen München und Augsburg habe man die Auskunft, dass der Erhalt des Klosters in Benediktbeuern für sie von Interesse sei. Auch in politischen Kreisen setze man sich dafür ein, auf die wichtige Arbeit der Salesianer hinzuweisen.

Mathias Pfeil Generalkonservator am Landesamt für Denkmalpflege. Foto: MM-Archiv

Einen genauen Zeitplan, wann die Öffentlichkeit das verkleinerte Tagungshaus zu sehen bekommt, und wann der Bauantrag dem Gemeinderat vorliegt, konnte Gossner nicht nennen. Nach dem Baubeginn-Wunsch gefragt, sagte er: „2017.“ Als Gesamtkosten standen bislang acht Millionen Euro im Raum, Gossner sprach jetzt von zehn Millionen.

Namensgeber der Fraunhofer-Gesellschaft ist Joseph von Fraunhofer (1787-1826), der von 1805 bis 1818 in Benediktbeuern forschte. Seine Erkenntnisse sind bis heute für die Forschung wegweisend. Das Tagungshaus soll nahe der historischen Glashütte von Fraunhofer im Südgarten des Klosters entstehen.

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