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Das Benediktbeurer Gewerbegebiet (am mittleren oberen Bildrand) soll in Richtung Lainbach erweitert werden. Dafür soll ein Teil des Waldstreifens entlang des Gewässers abgeholzt werden. Die Gemeinde Kochel befürchtet Nachteile für die Bewohner in den Häusern von Ried (am unteren Bildende).

Gewerbegebiets-Erweiterung

Kochel will besseren Schallschutz

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Die gute Nachbarschaft ist getrübt. Die Gemeinde Kochel ist alles andere als einverstanden mit der von Benediktbeuern geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets am Mondscheinweg. Der Gemeinderat fordert einen besseren Schallschutz.

Kochel am See – Das Benediktbeurer Gewerbegebiet nördlich des Lainbachs ist längst zu klein. Um das Areal zu erweitern muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Den ersten Entwurf hat die Klostergemeinde bereits im Frühjahr vorgelegt – und sich damit auf Kochler Seite keine Freunde gemacht. Zum Schutz der Wohnbebauung im Ortsteil Ried (südlich des Lainbachs) hatte der Kochler Gemeinderat angeregt, „ein Mischgebiet am südlichen Rand der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets festzusetzen und den geplanten Grünstreifen ausreichend zu dimensionieren“.

Mit dem von Kochel vorgeschlagenen Mischgebiet wollen sich die Benediktbeurer jedoch nicht anfreunden. Lediglich der Waldbestand entlang des Lainbachs soll nun in einem größeren Flächenumfang erhalten bleiben, heißt es im Abwägungsbeschluss. So könne man „die Geräuschminderung zumindest subjektiv weiterhin aufrecht erhalten“. Diese Formulierung ärgert die Kochler. „Der Duden definiert subjektiv als von persönlichen Gefühlen, Interessen, von Vorurteilen bestimmt“, sagte Bürgermeister Thomas Holz in der Gemeinderatssitzung. Subjektiv stehe zudem für voreingenommen, befangen und unsachlich. Bei einem Nebeneinander von Gewerbegebieten und Wohnbebauung ist laut Holz ein subjektiver Schallschutz nicht ausreichend. Die Gemeinde fordert deshalb einen aktiven Schallschutz, um das nur knapp 100 Meter entfernte Wohngebiet im Ortsteil Ried zu schützen.

Der Bürgermeister machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass man sich nicht in die Planungshoheit der Nachbarn einmischen wolle. Die Kochler Stellungnahme fordere aber einen wirksamen Schutz der vorhandenen und geplanten Wohnbebauung im Ortsteil Ried vor nachteiligen Emissionen. Der Erhalt eines größeren Waldstreifens entlang des Lainbach werde daher grundsätzlich begrüßt. Das sei aber nicht ausreichend. Der Bürgermeister ist nach wie vor überzeugt: „Mit einem Mischgebiet gäbe es weniger Probleme, da die Abstände zur Wohnbebauung geringer sein dürfen.“

Zudem zeichnet sich laut Holz auch Widerstand in Benediktbeuern selbst ab. Wie mehrfach berichtet, will eine Bürgerinitiative die Gewerbegebiets-Erweiterung Richtung Lainbach stoppen. Auch Kochel bleibt bei seinem Nein gegen die Pläne.

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