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Wer die Wahl hat, hat die Qual: Anita Alsch und Karin Wiedenbauer aus Königsdorf kaufen bei Johannes und Sophie-Christine in der Holzwerkstatt ein.

Christkindlmarkt Benediktbeuern:

Glühwein schmeckt auch Frühaufstehern

Benediktbeuern - Jedes Jahr ist er wieder ein Besuchermagnet: Der Altbairische Christkindlmarkt in Benediktbeuern. Auch am gestrigen Sonntag lockte er wieder Besucher aus nah und fern ins Klosterdorf. Der Trend geht dabei zum immer früheren Marktbesuch.

Genießer sind Frühaufsteher. Auch am Sonntag. „Ich komme extra so früh. Dann geht’s noch nicht so zu, und man kommt besser an die Stände hin“, erklärt Elfriede Pohl. Zusammen mit ihrem Mann fährt die Tölzerin jedes Jahr zum Altbairischen Christkindlmarkt ins Loisachtal. Und jedes Jahr wird es ein bisschen früher.

Heuer ist der offizielle Marktbeginn für 10 Uhr anberaumt. Doch wer dachte, er könnte um 9.30 Uhr noch einen Parkplatz irgendwo im Ortskern erhaschen, der irrte. „Die ersten Leute kamen schon gegen 9 Uhr“, erzählt Christine Schwarm, die die jungen Verkäufer am Stand des Don-Bosco-Jugendclubs unterstützt. Und tatsächlich kann man um diese Zeit bereits erste Besucher mit Tüten und Gestecken bepackt vom Markt weggehen sehen.

Bunte Weihnachtsgrüße an einem Christkindlmarkt-Stand.

Um 9.45 Uhr ist bereits jedes Parkplatz-taugliche Fleckchen zugestellt. Man sieht viele Kennzeichen aus München, Weilheim oder Landsberg. Sogar ein paar österreichische Nummernschilder sind darunter. Brigitte Roth lebt überwiegend in Westfalen. „Aber ich richte es immer so ein, dass ich zum Benediktbeurer Christkindlmarkt hier sein kann“, erzählt die Wahl-Münchnerin. Auch sie ist weit vor 10 Uhr zwischen den Buden auf der Dorfstraße unterwegs. Noch kommt sie hier gut durch. Doch man kann förmlich zusehen, wie es mehr und mehr Menschen werden. Ihr Auto musste Brigitte Roth übrigens trotz der frühen Stunde schon auf einer ausgewiesenen Wiese abstellen. „Ich mag die selbst gemachten Sachen hier. Und dass der Ort das als gemeinsame Aktion macht und der Markt nicht so kommerziell ist“, schwärmt sie.

Unterstützung der Messdiener: Elfriede Götz aus München am Stand der Benediktbeurer Ministranten.

„Es steht viel soziales Engagement dahinter. Das möchten wir unterstützen“, begründet der Münchner Michael Mohrenstein seinen Marktbesuch. Dass der Christkindlmarkt hier viel schöner sei als in der Stadt: Das erzählen viele der Besucher. So auch Elfriede Götz. „Diese Atmosphäre hier gefällt mir. Sie ist noch natürlicher als bei den Märkten in den großen Zentren. Da muss man nicht mehr hingehen“, so die Münchnerin. Diesen Gedanken hatten gestern scheinbar viele auswärtige Besucher. Und trotz der frühen Uhrzeit schmeckten ihnen Glühwein, Fisch- und Bratwurstsemmel, wie Daniela Wrobel bestätigt. „Die ersten Glühweine sind schon weg“, sagte die Helferin am Stand der Metzgerei Reßl.

Noch keinen Glühwein getrunken hatten um 10.30 Uhr Anita Alsch und Karin Wiedenbauer aus Königsdorf. „Wir sind auch ohne lustig“, erzählen die beiden Freundinnen, die jedes Jahr ins Klosterdorf kommen. Auch sie jedes Jahr etwas früher, denn: „Dann wird man noch nicht so durchgeschoben, sondern kommt noch gut an die einzelnen Stände heran.“

Ein wenig eng wurde es – wie alle Jahre – vor dem Kretzenhof mit seiner lebenden Krippe. Bereits seit 40 Jahren gibt es diese Attraktion.

Franziska Seliger

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