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Rosmarie Wagner (li.) hält den neuen „Schenker-Treff“ zusammen mit drei Helferinnen (im Bild: Christl Epple) am Leben. 

Gratisladen in Benediktbeuern

„Schenker-Treff“ hat sich etabliert

Benediktbeuern – Der neue „Schenker-Treff“ in der Benediktbeurer Dorfmitte hat sich gut etabliert. Organisatorin Rosmarie Wagner kümmert sich mit großer Hingabe um die Sachen, die kostenlos gebracht und abgeholt werden können.

Richtig heimelig ist es in dem „Laden“, in dem Besucher nach Herzenslust stöbern können. Wagner hat alles gut sortiert: Kleidung für Männer, Frauen und Kinder, Schuhe, Bettwäsche, Haushaltswaren, Spiele, DVDs oder Bücher – alles hat seinen Platz und ist übersichtlich angeordnet. Einige der Spenden konnte Wagner für die Inneneinrichtung verwenden. Und so gibt es zum Beispiel ein gemütliches Bücherzimmer mit kleinen Regalen, wo man so ziemlich alles findet – von Bilderbüchern über Kochbücher bis hin zu gehobener Literatur oder Science-Fiction-Romanen. Daneben finden sich Kinderspiele und Babybekleidung.

„Ich nehme nur Waren, die gut erhalten sind“, sagt Wagner. „Es sollte so aussehen, dass man es ruhigen Gewissens verschenken kann beziehungsweise selbst gerne mitnehmen würde.“ Deshalb schaut sich Wagner alles an, was die Besucher des „Schenker-Treffs“ vorbei bringen. Was nicht mehr gut ist, nimmt Wagner nicht an.

Auch auf die Regale hat sie ein Auge. Wenn zum Beispiel ein Kleidungsstück über Monate hinweg gar keinen Abnehmer findet, sortiert es Wagner wieder aus. Dinge wie diese entsorgt sie selbst, etwa in der Altkleidersammlung. Keine Frage: den „Schenker-Treff“ zu unterhalten, erfordert großes Engagement. Schließlich müssen die ganzen Räume in der ehemaligen Wohnung auch geputzt werden. Wagner hat derzeit Unterstützung von drei Damen, die ihr auch bei den Öffnungszeiten helfen und sich darum kümmern, dass alles reibungslos funktioniert.

Die „neue“ Schenke gibt es jetzt seit fast einem Jahr. Im Gegensatz zur alten, die im November 2014 aufgelöst wurde, werden die Besucher des „Schenker-Treffs“ gebeten, einen Obolus für den Unterhalt von Heiz- und Stromkosten zu spenden. 200 Euro müssen jeden Monat zusammenkommen. Das hat auch bislang immer geklappt. Die Leute, die die Sachen bringen und holen, hätten das neue Prinzip „rasch akzeptiert“, sagt Wagner. Gleichwohl „müssen wir schon jeden Monat schauen, dass das Geld zusammenkommt“. Wenn es sich nicht ausgehe, sagt Wagner klipp und klar, könne sie den „Schenker-Treff“ nicht am Leben erhalten.

Der „Laden“ ist nach wie vor eine beliebte Anlaufstelle. Nicht nur von Menschen aus Benediktbeuern und Umgebung, sondern auch aus Lenggries, Penzberg, Tölz und Murnau kommen vorbei. Derzeit sind bis zum 11. Januar Weihnachtsferien, ansonsten ist montags, mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet. „Im Januar wird es sicher wieder mehrere neuwertige Produkte geben“, ist sich Wagner sicher. „Weil man etwas doppelt geschenkt bekommen hat oder grundsätzlich mal aussortiert.“

Der „Schenker-Treff“ liegt zentral an der Dorfstraße. Der Gemeinderat hat nur eine Öffnung am Samstagnachmittag erlaubt, um Park-Probleme mit anderen Geschäften zu vermeiden. Grundsätzlich klappt alles ganz gut, sagt Wagner. „Wenn es mal zu Problemen kommt, können wir das eigentlich immer im Gespräch lösen.“

Rosmarie Wagner ist fast immer präsent. „Es macht mir Spaß, und wir sind ein tolles Team.“ Außerdem komme man mit vielen Leuten in Kontakt. „Zeit für einen Ratsch ist eigentlich immer.“

Christiane Mühlbauer

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