Diese Künstler stellen aus: Franz Jansens, Tanja Schönberg, Andrea Pohl-Pantele, Lotte Boyer, Erwin Pecho, Maria-Anna Bäuml-Rossnagl, Pater Leo Weber, Nelly Weissenberger, Helmut Haut, Theodora Handiak-Christophe und Hans-Günter Pietschmann. Nicht auf dem Bild sind Hans Birkle, Hubert Pohl-Pantele und Otto Süßbauer. Foto: Seliger

Große Ausstellung im Kloster Benediktbeuern

„Franz Marc ist bis heute inspirierend“

Benediktbeuern – Die gelbe Kuh ist täuschend echt. Auch manche blauen Pferde sehen auf den ersten Blick so aus, als wären sie von Franz Marc selbst gemalt. Und da hängt ja auch sein berühmtes Bild „Das arme Land Tirol“. Oder etwa doch nicht?

Ja, bei manchen der Werke, die derzeit im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern hängen, muss man schon genauer hinsehen, um die Kopien zu erkennen, die sie sind. Anlässlich des 100. Todesjahres von Franz Marc und seiner ersten Ausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 in Benediktbeuern – also vor nunmehr 70 Jahren – zeigen 13 Künstler aus Bad Tölz und den umliegenden Landkreisen in einer Gedenkausstellung ihre zeitgemäßen Inspirationen und Kopien zu Kunstwerken von Franz Marc. Organisiert wurde die Schau in weiten Teilen von Maria-Anna Bäuml-Rossnagl.

Hans-Günther Pietschmann (re.) überreichte Pater Leo Weber ein Porträtbild.

Außer derartigen Nachempfindungen Marcscher Kunstwerke findet der Besucher auch Bilder, die das Original des großen Künstlers in die heutige Zeit weiterentwickeln. Andere Bilder sind im neuen Format oder mit neuer Technik nachgebildet. Beispielsweise wurden Marcs „Skizzen aus dem Felde“ als zum Teil kolorierte Holzschnitt-Arbeiten nachgebildet. Viele klare Bilder, die eng am Original orientiert sind, hat beispielsweise der Benediktbeurer Künstler Erwin Pecho gemalt, etwa das „Arme Land Tirol“ oder „Rehe im Wald II“. Auch Marcs „Turm der blauen Pferde“, ein Thema, das er immer wieder gemalt hat, wurde von Künstlern nachgestaltet.

Neben Marcs berühmten Tierbildern von Tigern, Affen oder Füchsen trifft man in der Schau auch auf Neuinterpretationen seiner Portraits; etwa seinem „Mädchenkopf“. Natürlich: Experten können Original und Kopie sicherlich auf den ersten Blick unterscheiden. Dem kunstinteressierten Laien mag das bei dieser Schau vielleicht nicht immer ganz leicht gelingen. Somit regt die Ausstellung dazu an, darüber nachzudenken, wann und warum welche Bilder wertvoll sind oder eben nicht.

Bürgermeister Hans Kiefersauer jedenfalls ist überzeugt, dass sich Marc über die gezeigten Werke ihm zu Ehren gefreut hätte. Und eines zeigt die Ausstellung laut Salesianerpater Dr. Lothar Bily in jedem Fall: „Dass Franz Marc inspirierend bleibt bis heute.“

Die Gedenkausstellung ist noch bis 30. August im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern zu sehen. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.(fn) 

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