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Der Südtrakt des Klosters (Pfeil) muss saniert werden. Unter anderem wird dann dort eine neue Zentralküche für alle Klostereinrichtungen entstehen. Bislang gibt es drei verschiedene Küchen in der ganzen Anlage. Täglich müssen bis zu 700 Personen verköstigt werden.

Konzept für den Südtrakt

Großprojekt im Kloster: Eine Küche für alle

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Benediktbeuern – Das Kloster Benediktbeuern ist dank der zahlreichen Einrichtungen ein Besuchermagnet. Der Salesianerorden hat aber auch die Aufgabe, die wertvolle Anlage zu erhalten und zu sanieren. Jetzt gibt es ein neues Konzept für den Südtrakt. Ziel ist es, die Attraktivität der Einrichtungen zu erhalten und Abläufe zu verbessern.

Der Südtrakt, der auch als „Fürstentrakt“ bezeichnet wird, hat für das Kloster eine große Bedeutung. Erbaut um 1730, diente er einst als Festbereich, in dem unter anderem hohe Gäste empfangen wurden. Die unter Denkmalschutz stehenden Räume (Hauskapelle u. ä.) sind auch heute ein Aushängeschild.

Direktor P. Reinhard Gesing: „Wir brauchen das Kloster nicht für uns alleine.“

Doch das Kloster hat heute noch viel mehr zu bieten: Hochschule, Zentrum für Umwelt und Kultur, Jugendherberge, Jugendpastoralinstitut und Aktionszentrum (AZ) sind nur einige der Gründe, warum Schüler, Studenten und erwachsene (Tages)-Gäste nach Benediktbeuern kommen. „Hier steht nichts leer“, sagt der neue Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing.

Deshalb wird der Ordensmann auch nicht müde, beim Stichwort Renovierungsarbeiten zu betonen, „dass wir das Kloster ja nicht für uns alleine brauchen“. Wenn man die Räume erhalte, tue man dies „im Dienst für die Arbeit an jungen Menschen“ und für die zahlreichen Gäste. „Es ist unsere Aufgabe, diesen Ort mit Leben zu erfüllen.“

Schon 2015 hatte der Orden einen Masterplan vorgelegt, den Gesings Vorgänger Pater Claudius Amann jetzt verantwortet. Salopp ausgedrückt geht es darum, das Kloster fit für die Zukunft zu machen. Unter anderem sollen Arbeitsabläufe verbessert werden.

Unter diesem Gesichtspunkt hat man jetzt ein Konzept für den Südtrakt ausgearbeitet. „Er hat nicht nur großen kunsthistorischen Wert, sondern ist auch für unsere Einrichtungen von zentraler Bedeutung“, sagt Gesing. Der Bereich ist groß und umfasst vieles – Hauskapelle, Konferenzzimmer, Aktionszentrum (eine Bildungsstätte für Kinder, Jugendliche und Familien), Jugendpastoralinistitut, Wohnräume, Küche und Speiseräume. Letztere liegen im Gewölbekeller.

Schon seit Jahren laufen im Südtrakt Sanierungsarbeiten. Zuletzt wurde der Dachstuhl renoviert, die Balken waren morsch und faul.

Altes Gemäuer gerät in Schieflage

Und Zug um Zug tauchen neue Probleme auf: Im Untergrund fanden Setzungen statt. Zudem wurden die Pfeiler, auf denen das Gebäude gründet, geschwächt. „Dies führt zur Schrägstellung des Südtrakts nach Norden um zirka 20 Zentimeter“, erklärt P. Amann. Somit entstanden Risse im Mauerwerk. Aufsteigende Feuchtigkeit führte zu Schäden an den Außenwänden. Und nicht zuletzt ist die Decke zwischen Erd- und Obergeschoss (Fußboden) stellenweise verfault.

Weil die Fundament abgesackt sind, müssen zuerst die Pfeiler, auf denen das Gebäude gründet, saniert werden – und zwar dringend. Im Zuge dessen müssen Küche und Speiseräume des Aktionszentrums ausgebaut werden.

„Wir haben uns deshalb grundlegend über die ,Küchenlandschaft‘ im Kloster Gedanken gemacht“, sagt P. Amann. Es gibt nämlich noch zwei weitere Küchen – eine in der Jugendherberge und eine für den Orden selbst (Alte Bibliothek). Und nun hat man sich entschieden, alle drei Küchen zu einer zusammenzufassen – auch im Hinblick auf die Anforderungen an eine moderne Großküche.

Deshalb wird es künftig eine Küche für alle geben – nämlich im Südtrakt. Dort, genauer gesagt im Erdgeschoss, werden Schüler, Tagungsgäste und auch die Ordensgemeinschaft in jeweils getrennten Räumen verpflegt, teils auch wieder im historischen Gewölbekeller. „Täglich sind es bis zu 700 Personen“, sagt P. Gesing.

Baubeginn wird für 2018 angepeilt

Bis es soweit ist, muss aber noch ein langer Weg zurückgelegt werden: Der Orden rechnet mit Sanierungskosten im zweistelligen Millionenbereich. Derzeit laufen Förderanträge an Bund, Land und andere Geldgeber. Auch der Förderverein Juwel ist wieder gefragt. „Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht“, sagt P. Gesing.

Werden die Zuschüsse rasch gegeben, will der Orden 2018 mit der Sanierung beginnen. Der Südtrakt wird dann zur Großbaustelle: in den Gewölbekeller müssen Planierraupen fahren, und die Eckpfeiler, die zwölf Meter tief sind, werden mit entsprechender Technik mit „Betonnadeln“ stabilisiert. Während dieser Zeit (geschätzt: zwei Jahre) „müssen wir im Kloster alle zusammenrücken“, sagt Amann.

Dennoch: die Salesianer sind zuversichtlich. Und wenn die Gesamtsanierung des Südtrakts abgeschlossen ist, warten neue Aufgaben: die Alte Bibliothek, in der die Ordensmänner jetzt speisen, könnte man für Veranstaltungen nutzen. Damit das Kloster ein lebendiger Ort bleibt.

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