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Das Kopfrelief des heiligen Ulrich auf dem sogenannten Ulrichsschrein, der am 6. Juli für einen Tag nach Benediktbeuern kommt.

Reliquie auf Reisen

Heiliger Ulrich macht das Kloster lebendig

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Benediktbeuern - Die Reliquie des heiligen Ulrich kommt am Mittwoch, 6. Juli, für einen Tag von Augsburg ins Kloster Benediktbeuern. Und Bischof Konrad Zdarsa sucht an diesem Tag das persönliche Gespräch mit den Gläubigen im Loisachtal.

Dass ein Bischof zusammen mit einer bedeutenden Reliquie reist, ist etwas Außergewöhnliches – noch dazu, dass der Bischof ganz unkompliziert für Gespräche zur Verfügung steht. Die Salesianer Don Boscos bereiten sich deshalb am 6. Juli auf den Besuch von mindestens 300 bis 400 Pilgern vor, die sich den historischen Tag nicht entgehen lassen wollen. Wie viele Wallfahrer es genau werden, lasse sich im Vorfeld schwer abschätzen, sagte Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing beim Pressegespräch.

„Es ist ein Werktag, und es kommt natürlich auch aufs Wetter an“, ergänzte Pfarrer Pater Heiner Heim. Für die Salesianer sei die Entscheidung von der Diözese Augsburg „ein großer Vertrauensbeweis“, gerade auch nach den Entwicklungen rund um die Hochschule. Nun wolle der Orden mit der Organisation des Tages „dankbar etwas zurückgeben“, so Gesing. „Wir sehen es als eine gute Möglichkeit, unsere Beziehungen zur Ortskirche von Augsburg zu vertiefen.“

Die Reliquien des heiligen Ulrich befinden sich in der Augsburger Basilika St. Ulrich und Afra. Der Bischof (890 bis 973) galt schon zu Lebzeiten als leutselig und reisefreudig. Davon zeugen noch Dutzende von Ulrichskirchen, -kapellen und -quellen, die der Bischof stiftete beziehungsweise an denen er sich aufhielt. Immerhin ist er vier Mal mit dem Ochsenkarren nach Rom gereist. Dabei entstanden auch Verbindungen nach Benediktbeuern (siehe Kasten).

Seit 1955 wird im Bistum Augsburg jedes Jahr eine sogenannte Ulrichswoche gefeiert – damals jährte es sich zum 1000. Mal, dass Ulrich die räuberischen Ungarn bei einer Schlacht auf dem Lechfeld endgültig in die Flucht schlug. Seit einem Jahr ist man bemüht, der Ulrichswoche neuen Schwung zu geben, nämlich, in dem man die Reliquie „auf Reisen schickt“. Damit will man auch ein Zeichen setzen, dass sich die Kirche zu den Gläubigen begibt.

Die Ulrichswoche wird heuer vom 3. bis 10. Juli im ganzen Bistum mit Gebeten und besonderen Veranstaltungen begangen. Höhepunkt ist die Tagesreise der Reliquie. Im vergangenen Jahr führte sie ins Kloster Ottobeuren. „Der Zuspruch war überwältigend“, sagte Pfarrer Dr. Ulrich Lindl beim Pressegespräch. Rund 1000 Besucher seien zum Gottesdienst gekommen.

Und heuer geht es also nach Benediktbeuern. Ganz weltlich wird die Reliquie mit einem speziell gefederten Transporter ins Loisachtal gebracht. Dann wird der goldene Rokokoschrein in Begleitung der Antlaßschützenkompanie Benediktbeuern-Ried und unter den Klängen der Musikkapelle Benediktbeuern in die Basilika getragen. Dort zelebriert Bischof Konrad Zdarsa um 10 Uhr einen feierlichen Gottesdienst. Anschließend gibt es für alle Mittagessen im Klosterhof.

Ab 13.30 Uhr finden in und um das Kloster verschiedene Veranstaltungen statt. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen. Es gibt Führungen durch Kloster, Maierhof, ZUK und die Gärten. Pater Karl Bopp bietet eine Gesprächsrunde zu ausgewählten Texten aus der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus an. Heribert Muser hält einen Vortrag über Ulrichs-Kirchen und Kapellen in Südtirol und im Trentino. Zudem gibt es eine musikalische Andacht mit Impulsen zur Benediktsregel und eine Gelegenheit zum Empfang des Bußsakraments.

Um 16 Uhr verabschiedet sich der Bischof, der während des Nachmittags für Gespräche zur Verfügung steht, mit einer Pontifikalvesper. Der Ulrichsschrein selbst wird um 19 Uhr im Rahmen des Jugendgebets „Youth meets Ulrich“ verabschiedet. Das genaue Programm (Uhrzeiten) wird in Kürze im Internet veröffentlicht.

Schon am Donnerstag, 30. Juni, findet im Barocksaal des Klosters ein Vortrag über Leben und Wirken des Heiligen statt. Bistumshistoriker Dr. Thomas Groll spricht von 19 bis 20.30 Uhr. Die Uhrzeiten sind laut Pater Gesing wichtig – schließlich sei dann Fußball-EM in Frankreich. „Wir haben den Fußball-Terminkalender im Blick und stehen mit keinem wichtigen Spiel in Konkurrenz.“

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