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Der Pfarrhof, die Grünfläche und die Parkplätze sind ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Die Verschönerungsmaßnahmen sollen dazu beitragen, den Aufenthaltscharakter zu erhöhen. Im Raum steht die Idee, den Maibaum zu versetzen. 

Ideen für Dorfstraße und Dorfplatz diskutiert

Dorferneuerung Benediktbeuern: Jetzt ist das Herzstück dran

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Das Architekturbüro Mooser aus Kaufbeuren wird die Gemeinde Benediktbeuern bei der Neugestaltung von Dorfstraße und -platz begleiten. Das wurde bei einer Sitzung der Dorferneuerungsgruppe beschlossen. Die Teilnehmer diskutierten lebhaft.

Benediktbeuern– Die Leiter zweier Planungsbüros stellten sich bei der Sitzung am Dienstagabend im Rathaus vor: Bertram Mooser aus Kaufbeuren und Vanessa Steidle aus München. Beide sind auch in anderen Gemeinden für Prozesse der Dorferneuerung tätig und waren vor Kurzem in Benediktbeuern, um sich die Örtlichkeiten genau anzuschauen und auch von den Problemen zu erfahren. Das betreffende Areal beginnt am Dorfplatz/Gasthof Post und zieht sich bis zur Schwimmbadstraße, inklusive Alexander-Thalhuber-Straße und den Einmündungen von Häusernstraße, Mariabrunnweg und Asamstraße.

Die Präsentationen waren nun unterschiedlicher Natur. Bertram Mooser ging das betreffende Areal Stück für Stück durch und brachte schon konkrete Ideen ein. Seinen Schwerpunkt legte er auf die Dorfstraße, vor allem auf die Verkehrsentwicklung und auf die Gretchenfrage Kopfsteinpflaster oder Asphalt. Vanessa Steidle hingegen war weniger konkret. Die Verkehrsentwicklung und Parksituation spielte in ihren Entwürfen nur eine untergeordnete Rolle. Sie möchte das Areal so gestalten, dass sich „Alt und Jung wohlfühlen“.

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Es gab jedoch auch einige Gemeinsamkeiten. So hatten beide Büros die Idee, den Dorfbach an einigen Stellen wieder freizulegen – ein Gedanke, der bei der Versammlung höchst unterschiedlich diskutiert wurde. Auch die Begrünungsideen sind ähnlich, etwa in den Einmündungsbereichen der Straßen und Wege. In den gesamten Prozess wird übrigens die Bevölkerung mit ihren Ideen eingebunden – weitere Abende zu diesem Entwicklungsprozess werden also folgen.

„Frau Steidle hatte leider die Straße wenig im Blick, aber genau das ist bei uns sehr wichtig“, sagte anschließend Christian Höck aus der Vorstandsgruppe der Dorferneuerung. Ähnlich äußerte sich auch Gemeinderat Toni Ortlieb: „Für die Dorfstraße braucht man viel technisches Fachwissen.“ Die Tatsache, dass das Büro Steidle sich hier nach eigener Aussage noch Fachleute ins Boot holen müsse, während das Büro Mooser diese schon im Haus hat, war letztlich mitentscheidend dafür, dass die Ostallgäuer den Zuschlag erhielten.

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Mit Firmenchef Bertram Mooser war eingangs eine Stunde über vieles diskutiert worden, vor allem über Möglichkeiten für einen neuen Fahrbahnbelag. Mooser berichtete von Erfahrungen mit Flüsterasphalt in anderen Gemeinden und davon, wie man optisch mit geschnittenem Natursteinpflaster in warmen Farben sowie mit Möglichkeiten von Farbbändern in Erdtönen die Straße besser gestalten könnte. Die Versammelten waren sich jedoch einig, dass es „nicht so wie in Bichl sein soll“ – sprich, dass der Verkehr bei Begegnung aufs ratternde Kopfsteinpflaster ausweicht. Auch die Ableitung von Oberflächenwasser – etwa nach einem starken Regen – wurde erörtert.

Mooser will mit der Gemeinde auch diskutieren, ob man eventuell den Maibaum etwas versetzen möchte, nämlich in den Bereich am Pfarrhof. Hier könnte man – in Zusammenarbeit mit der Kirche – die Parkplätze anders anordnen, so dass die Grünfläche aufgewertet wird und an Aufenthaltscharakter gewinnt. Auch die Außenflächen vom Gasthof Post bedürfe einer Verschönerung, sagte Mooser.

Im weiteren Verlauf der Straße bis Richtung Café Lugauer stellte Mooser kurz Ideen vor, was man zum Beispiel mit Begrünung und Verkehrsführung beziehungsweise Anordnung von Parkflächen verschönern kann – ob man alles so umsetzen könne, sei aber fraglich, meinte Zweiter Bürgermeister Hanns-Frank Seller: „Vieles davon ist Privatgrund.“

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Apropos: Auch für private Grundbesitzer gibt es Fördermöglichkeiten, sagte Roswitha Karger vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), die jetzt den Dorferneuerungsprozess in Benediktbeuern begleitet.

Gemeinderat Toni Ortlieb, der wie Cölestin Allgäuer, Clemens Hammerl, Margarete Steffens und Stefan Geiger, die Sitzung verfolgte, erkundigte sich noch über Möglichkeiten der technischen Infrastruktur in der Dorfstraße für Pfingst- und Christkindlmarkt, etwa Stromanschlüsse. „Das ist kein Problem, das alles einzuplanen“, sagte Mooser.

Im Kern drehte sich die Diskussion jedoch um den Verkehr im Dorf. „Wir müssen uns hier die Entwicklung ganz genau anschauen“, sagte Rudi Mühlhans vom Vorstandsteam der Dorferneuerung. Gemeinderat Clemens Hammerl ist überzeugt, dass in puncto Gestaltung die Freiheiten nicht so riesig sind, wie wir meinen“. Und Sandra Rauchenberger (Vorstandsteam) würde es gut finden, wenn Dorf- und Asamstraße von dem gleichen Fachbüro geplant werden.

Bertram Mooser wird demnächst bei einer Versammlung den Bürgern vorgestellt. Zudem findet dann auch die Neuwahl des Vorstandsteams für die Dorferneuerung statt. Ein Termin steht noch nicht fest.

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