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Im Lichterschein auf der Langlaufspur: Viele Wintersportler schätzen den Abendlauf

Wintersport am Abend 

In die Loipe statt ins Bett

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Nach der Arbeit noch schnell den Schlitten rausholen oder die Bretter anschnallen und ab auf die Piste oder die Loipe: Das ist in einigen Orten im Südlandkreis möglich. Das Angebot wird gut angenommen

Seit vielen Jahren gibt es am Streidlhang in Lenggries die Möglichkeit, nachts Ski zu fahren. „Mindestens 35 Jahre“, schätzt Liftbetreiber Josef Wohlmuth. Sehr gut werde das nächtliche Sporteln angenommen. „Unser Haupteinzugsgebiet ist Weilheim, Landsberg und München.“ Allerdings seien es nicht nur die Berufstätigen, die sich nach der Arbeit noch auf die Piste begeben. „Wir haben auch viele Familien mit Kindern hier. Danach sind die Kleinen platt und gehen gerne ins Bett“, sagt Wohlmuth lachend. „Das ist besser, als dass sie vor dem Fernseher sitzen.“

Auch am Reiserhang gehen viele gerne nachts zum Skifahren. „Es läuft sehr gut“, heißt es aus Gaißach. Das Publikum sei gemischt: einige Einheimische, einige von weiter weg.

So ist es auch bei der Langlaufstrecke in Benediktbeuern. „Die Leute kommen bis aus München raus und wollen nach Feierabend noch ihre Runden drehen“, sagt Marcus Klingler vom TSV Benediktbeuern-Bichl. „Die rufen dann oft bei uns an, fragen, ob gespurt ist.“ Die Kosten für Beleuchtung und das Spuren der Loipe trägt der Verein. Die Langläufer werden um eine freiwillige Spende gebeten. Die Zahlungsmoral sei durchwachsen, sagt Klingler. „Sie könnte besser sein. Aber wir machen das ja für die breite Masse und sind nicht gewinnorientiert.“

Zum dritten Mal beleuchtet der SV Sachsenkam seine Loipe nachts. „Seit wir letztes Jahr neue Lichter aufgestellt haben, wird es sehr gut angenommen“, sagt Wolfgang Lipp, zweiter Vorsitzender des SVS. Ein großer Teil seien Sachsenkamer. Die Unkosten kommen zu einem Drittel über freiwillige Spenden rein, „den Rest zahlt die Gemeinde“, sagt Lipp.

„Perfektes Wetter zum Langlaufen“, schwärmt Ursula Grottenthaler, Leiterin der Gäste-Information in Lenggries. „Als der erste Schnee gefallen ist, sind bei uns die Telefone nicht mehr stillgestanden.“ Sowohl Gäste als auch Einheimische interessieren sich für den Langlauf in der Nacht.

Wer nicht Skifahren oder Langlaufen möchte, kann an Samstagen ab 19 Uhr am Blomberg rodeln. Ab der Mittelstation ist die Strecke beleuchtet. „Letzten Samstag hatten wir 300 Gäste“, sagt Hannes Zintel, Geschäftsführer der Bahn. „Wir planen, das Nachtrodeln in den nächsten Jahren weiter auszubauen.“ Das Angebot wird hauptsächlich von jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Familien mit Kindern angenommen. „Aber es sind auch mal Senioren dabei.“

Viele sportlich Begeisterte nutzen auch die Möglichkeit, nachts mit Tourenskiern auf den Blomberg zu laufen. Dafür ist der Gamssteig eigens ausgewiesen. 180 Autos zählte Hannes Zintel am vergangenen Dienstag auf dem Parkplatz.

„Die letzten beiden Dienstage, an denen wir jetzt geöffnet hatten, waren die Tourengeher bei guter Laune“, sagt Martin Ginhart vom Blomberghaus. Bei ihm kommen die Sportler am Ende ihrer Tour an und kehren ein. „Die Wirtschaft war sehr voll. Man merkt, dass der Schnee lange ausgeblieben ist.“ Überwiegend kommen die Gäste aus der unmittelbaren Region. „Die Leute haben meistens Angst, dass der Schnee schnell wieder weg ist“, so Ginhart. „Wir als Wirte wissen dann: Jetzt müssen wir Vollgas geben.“

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