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Hans-Jürgen Buchner (Mi.) kommt mit seiner Band Haindling immer wieder gerne in den Maierhof nach Benediktbeuern – auch 2013 und 2007 ist er dort schon aufgetreten. 

Interview mit Haindling vor seinem Auftritt in Benediktbeuern

„Ich mache sehr gerne nix“

Er ist seit dreieinhalb Jahrzehnten im Musikgeschäft, und mit seiner Band „Haindling“ ist er in Bayern immer noch der Renner: Hans-Jürgen Buchner, Musiker, Sänger, Individualist und inzwischen junggebliebene 72 Jahre alt. Am Samstag, 15. Juli, gibt er wieder ein Openair-Konzert im Maierhof in Benediktbeuern.

Benediktbeuern Bevor Buchner mit seiner Musik bekannt wurde, hat er das Handwerk des Töpfers gelernt, und unter anderem bei der „Kocheler Keramik“ gearbeitet. Der Tölzer Kurier konnte sich vorab mit ihm unterhalten.

-Ist Benediktbeuern ein besonderer Auftrittsort für Sie?

Auf alle Fälle, das ist tatsächlich was anderes als eine Stadthalle. Ich habe ja 1968 eine Weile als Meister bei der „Kocheler“ Keramik gearbeitet, und da ist es für mich quasi eine doppelte Freude, wieder in die Gegend zu kommen. Ich bin einfach gern im Alpengebiet, das ist fast so wie Ferien.

-Was hat sich in 35 Jahren als Musiker alles geändert?

Für mich Gott sei dank nichts, es ist alles nach wie vor wunderbar. Ich kann immer noch machen, was ich will und was mir Spaß macht. Aber so schön ist es nicht für alle. Man soll heute Musik machen, die die Leute nicht verwundert und die sie kennen, eher dem sogenannten Mainstream folgen. Früher durfte man einfach individueller sein.

- Wie lebt es sich als bayerische Musik-Ikone?

Es lebt sich wunderbar damit. Ich werde zwar schon immer wieder angesprochen, aber nie unangenehm. Die Leute erzählen mir schöne Geschichten, zum Beispiel, dass sie sich auf einem unserer Konzerte verlobt haben. Der Kult-Status ist was Gutes, denn ich merke, dass ich Qualität abliefere, die angenommen und respektiert wird.

-Was ist für Sie typisch bayerisch?

Die Sprache! Die ist mir sehr wichtig. Nur noch wenige Kinder sprechen Bayerisch, und wenn das einmal ganz ausstirbt, dann ist ein Stück Bayern verloren.

-Was machen Sie lieber: Konzerte oder Studioaufnahmen?

Beides. Und ich mache auch sehr gerne nix. Ich bin sehr gern daheim, und da arbeite ich auch nicht immer, da lasse ich es mir gutgehen. Wenn das Wetter schön ist, setze ich mich nicht an den Flügel, sondern da geh ich in den Garten und schau mir die schöne Heimat an. Ich will ja nicht der Sklave meines Wirkens sein. Früher hab’ ich oft ganze Nächte durchgearbeitet, aber das ist vorbei. Aber ich bin dann auch gern mal unterwegs. Wenn sich die Band einmal im Jahr zur Tournee trifft, freuen wir uns aufeinander und haben Gaudi. Es ist wichtig, dass das Publikum merkt, dass man mit Freude spielt.

-Welches Instrument haben Sie als erstes gelernt?

Seit meinem vierten Lebensjahr hab ich Klavierunterricht gehabt. Mit elf Jahren hab ich aufgehört, nach Noten zu spielen und selbst zu komponieren. Ich kann heute auch keine Noten mehr. Mein Vater hat mir eine Trompete versprochen, wenn ich eine gute Note in Französisch kriege – und das hat dann geklappt. Ich kann heut’ fast alles spielen, außer Geige, denn das ist wirklich schwer. Aber ich benutze die Instrumente auf meine Art und vielleicht nicht so, wie man es kann, wenn man etwas von klein auf lernt. Ich war da schon immer individuell.

-Was wünschen Sie sich für das Konzert in Benediktbeuern?

Natürlich erst mal schönes Wetter. Und ich wünsche mir, dass sowohl wir auf der Bühne als auch die Leute davor das Konzert als eine Bereicherung empfinden. Wir haben ja auch was mitzuteilen, schließlich sind wir keine Partyband. Die Leute sollen nach dem Konzert heimgehen und glücklich sein.

Die Fragen stellte Ines Gokus.

Das Konzert findet am Samstag, 15. Juli, im Maierhof des Klosters Benediktbeuern statt. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 46,10 Euro (Kategorie 1) oder 41,50 Euro (Kategorie 2). Der Maierhof ist bestuhlt. Karten gibt es im Klosterladen (Telefon 0 88 57/8 81 10), in der Geschäftsstelle des Tölzer Kurier (Telefon 0 80 41/ 78 91 11), bei der Tölzer Tourist-Info (Telefon 0 80 41/ 78 67 15) sowie im Internet auf muenchenticket.de.

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