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Powerfrau: Motivationstrainerin Sabine Asgodom hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Interview

„Kleine Grunzlaute sind hilfreich“

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Benediktbeuern - Fußball und Business haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Motivations-Trainerin  Sabine Asgodom sieht das ganz anders.

Laut „Financial Times“ gehört Sabine Asgodom zu den 101 wichtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft. Die 62-Jährige ist auch Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande und war 2009 die erste Frau, die vom internationalen Rednerverband GFS mit der seltenen Auszeichnung „Certified Speaking Professional“ ausgezeichnet worden ist. Auf Einladung des Katholischen Kreisbildungswerks gibt sich die Wahl-Münchnerin am Dienstag, 5. April, in Benediktbeuern die Ehre. Im Rahmen der Reihe „Lernen von den Besten“ wird sie im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) einen Workshop für Führungskräfte und deren Teams abhalten. Das Thema lautet „Emotionaler führen und vom Fußball siegen lernen“.

Frau Asgodom, müssen die Workshop-Teilnehmer einen Fußball mitbringen?

Sabine Asgodom: Nein (lacht). Aber die innere Bereitschaft, die Parallelen zwischen Fußball und Business zu sehen, wäre schon eine wichtige Voraussetzung für den Abend.

Was hat dieser Sport mit der Wirtschaft zu tun?

Asgodom: Da gibt es viele spannende Gemeinsamkeiten: Beides wurde von Männern erfunden, es geht um Sieg und Erfolg und beides ist mit starken Emotionen verbunden. Außerdem spielen immer mehr Frauen mit, und zwar gar nicht schlecht.

Sie sind selbst geprüfte Schiedsrichterin...

Asgodom: Ja! Als 1969 erlaubt worden ist, dass Frauen in Verbänden Fußball spielen dürfen, habe ich sofort zugeschlagen. Ich komme ja aus einer Fußballerfamilie und bin bekennender Fan der deutschen Nationalmannschaft. So bin ich auch auf das Thema für meinen Workshop gekommen.

Was genau können Führungskräfte denn von Fußballern lernen?si

Asgodom: Zum Beispiel die Fähigkeit, wieder aufzustehen, nachdem man hingefallen ist. Oder wie wichtig Teamgeist ist, um Erfolg zu haben. Aus dem Fußball wissen wir auch, dass man Fehler machen darf: Wenn ein Stürmer immer nur dann aufs Tor schießt, wenn er eine 100-prozentige Torchance wittert, wird seine Erfolgsbilanz deutlich schlechter ausfallen als wenn er auch mal einen Schuss wagt, der daneben gehen könnte.

Neben dem Fußball geht es Ihnen auch um einen emotionaleren Führungsstil. Gefühle werden aber oft mit Schwäche gleichgesetzt – schließt sich das nicht aus?

Asgodom: Nein. Wie beim Fußball gilt: Nähe schafft Stärke. Studien haben ergeben, dass Mannschaften, die vor dem Spiel zum Beispiel einen Kreis bilden und sich auf den Sieg einschwören, deutlich erfolgreicher sind als Teams, die das nicht machen. Dieses Wir-Gefühl muss eine Führungskraft auch in ihrem Team erzeugen.

Und wie?

Asgodom: Das geht schon bei ganz banalen Dingen los. Dass man als Chef zum Beispiel nicht das Handy zückt, sondern zuhört, wenn ein Mitarbeiter in der Konferenz etwas sagt. Auch ein Nicken zwischendurch oder kleine Grunzlaute, die seinem Gegenüber signalisieren, dass man bei der Sache ist, sind hilfreich.

Was erwartet die Teilnehmer an Ihrem Workshop?

Asgodom: Einige Aha-Erlebnisse, viel Humor und ein paar überraschende Übungen, bei denen es um Berührungen gehen wird. Mehr wird aber nicht verraten.

In der Kursbeschreibung heißt es unter anderem, dass sich der Vortrag an Frauen richtet, die das Männerspiel Business durchschauen wollen. Dürfen die Herren der Schöpfung auch kommen?

Asgodom: Natürlich! Ich habe festgestellt, dass viele Männer das Business auch nicht durchschauen (lacht).

Anmeldung:
Wer an dem Führungsworkshop am Dienstag, 5. April, teilnehmen möchte, kann sich beim Kreisbildungswerk unter der Telefonnummer 0 80 41/60 90 oder online auf www.kbw-toelz.de anmelden. Die Veranstaltung findet von 17 bis 20 Uhr im Allianzsaal des ZUK statt und kostet 95 Euro (inklusive Imbiss, Getränken und einem Buch).

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