Don Bosco Club Benediktbeuern
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Der Don-Bosco-Club in Benediktbeuern (Foto) ist derzeit wie alle anderen Jugendtreffs geschlossen.

Betroffen vom Lockdown

Jugendarbeit in Zeiten von Corona: „Jugendliche brauchen Austausch“

Von den neuen, strengeren Corona-Maßnahmen ist auch die Jugendarbeit im Landkreis betroffen. Jetzt sind wieder Online-Konzepte gefragt, aber für die Verantwortlichen ist das nicht die beste Lösung.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Alle Jugendtreffs im Landkreis hatten in den vergangenen Monaten ein spezielles, auf sie zugeschnittenes Konzept entwickelt, in dessen Rahmen Treffen möglich waren. Doch jetzt wird alles wieder auf null gestellt. Weil Kontakte jetzt nicht mehr möglich sind, gehe ein wichtiges Kernstück der Jugendarbeit verloren, sagt zum Beispiel Dieter Hoff, Dekanatsjugendreferent der evangelischen Kirche in der Region. Luise Klingebiel, die neue Leiterin des Don-Bosco-Clubs in Benediktbeuern, pflichtet ihm bei. „Junge Menschen brauchen einfach den Austausch mit Gleichaltrigen im außerschulischen Kontext.“

Sich online treffen und zusammen spielen oder einen Film anschauen

Stefan Müller-Laugk, Leiter des Jugendtreffs in Lenggries, vermutet, dass sich jetzt vieles in den privaten Bereich verlagern wird. „Dort kann man nicht mehr so gut im Auge behalten, dass die Regelungen eingehalten werden.“ Die Jugendtreffs versuchen, einige Angebote online aufrechtzuerhalten. „Vor Kurzem hatten wir beispielsweise ein sogenanntes ‚Jugendkorbinian-Festival‘, das komplett online stattgefunden hat“, sagt Sabine Grasberger, Jugendreferentin der katholischen Jugend Bad Tölz-Wolfratshausen. Auch der Don-Bosco-Club in Benediktbeuern möchte wieder auf sein Online-Konzept umsteigen. Das gab es bereits im Frühjahr (wir berichteten). Zu bestimmten Zeiten sind die Jugendlichen eingeladen, sich online zu treffen und zum Beispiel Spiele zu machen oder einen Film anzuschauen, um ihn gemeinsam zu diskutieren. „Wir hoffen, dass es jetzt besser angenommen wird als das letzte Mal“, sagt Klingebiel.

Nicht alle Verantwortlichen stehen dem Online-Angebot so optimistisch gegenüber. Besonders den fehlenden sozialen Austausch sehen einige kritisch. „Zwar ist es wichtig, bestehende und sich verändernde Kommunikationswege zu nutzen“, sagt Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit in Geretsried. „Aber eine zu starke mediale Nutzung erachte ich nicht als sinnvoll.“ Gute Beziehungen könne man schließlich „nicht einfach auf Online umstellen“, sagt der Benediktbeurer.

„Echter“ Kontakt lässt sich nicht dauerhaft ersetzen

Dieter Hoff befürchtet sogar, dass der Kontakt zu den Jugendlichen verloren gehen könnte. „Die Rückmeldungen, die ich bislang so bekommen habe, zeigen mir einfach, dass man den ,echten‘ Kontakt nicht dauerhaft ersetzen kann.“ Dennoch seien Online-Angebote vorerst die beste Alternative.

Wie lange der Lockdown dauern wird, weiß jetzt noch niemand. Viele im Jugendbereich rechnen aber mit weiteren Einschränkungen für Präsenzveranstaltungen bis weit in den Januar. „Wir müssen einfach versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt Luise Klingebiel. Trotz der Einschränkungen wird überall schon für den weiteren Verlauf des Jahres 2021 geplant, etwa im Bereich Bildungsveranstaltungen, berichtet Sabine Grasberger. „Ob sie dann stattfinden, werden wir ja sehen.“ müh/ana

Die aktuellen Entwicklungen in Sachen Corona im Landkreis lesen Sie hier.

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