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Impression aus dem Klosterland Benediktbeuern: Ein Kiebitz-Männchen auf einer Aufnahme, die im vergangenen Jahr entstanden ist.

Im Klosterland

Jungvögel im Biotop Benediktbeuern

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Seit etwa 20 Jahren leben Kiebitze im Klosterland Benediktbeuern. Jetzt haben die Vögel Nachwuchs bekommen.

Benediktbeuern – Erfreulicher Nachwuchs hat sich eingestellt bei den Kiebitzen im gleichnamigen Biotop im Klosterland Benediktbeuern. Wie ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger berichtet, sind kürzlich zwei junge Kiebitze gesichtet worden – „mindestens zwei“, denn es könnten auch mehr Jungvögel sein. Wegen des dichten Bewuchses in dem Areal könne man das nicht eindeutig sagen. Damit sei das Kiebitz-Biotop auf Klostergrund „das einzige Kiebitz-Vorkommen mit Nachwuchs im ganzen Landkreis“. Möglicherweise sogar das einzige im weiteren Umkreis.

Seit etwa 20 Jahren leben diese Bodenbrüter auf den Moosflächen rund um die Vogelbeobachtungsstation Fuchsbichl. Dort finden sie das offene, flache Feuchtgrünland, das sie als Lebensraum benötigen. Im März dieses Jahres seien es vier Brutpaare gewesen, so Geißinger. Dass es heuer Nachwuchs gibt, freut den ZUK-Rektor auch deshalb sehr, weil es in den vergangenen Jahren keine Jungvögel gegeben habe. Unter anderem deshalb, weil die sogenannten Beutegreifer wie Mäusebussard, Marder oder Fuchs in dem Gebiet sehr stark seien.

Kiebitze in Benediktbeuern: Lebensbedingungen verbessern, aber nicht eingreifen

In diesem Zusammenhang betont Geißinger, dass die ZUK-Mitarbeiter zwar versuchten, die Lebensbedingungen für die Lebewesen in ihrem Gebiet zu verbessern, wo das möglich ist. „Aber wir greifen nicht ein.“ Auch bei den Störchen, die auf dem Klosterdach ihr Nest haben, werde das so gehandhabt. Deren drei Jungvögel hätten heuer leider nicht überlebt. Grund für den Tod der drei jungen Störche sei der massive Regen Ende Juni gewesen. Da die Jungtiere noch nicht über ein schützendes Untergefieder verfügten, aber schon zu groß gewesen seien, um unter das schützende Gefieder der Altvögel zu schlüpfen, seien sie total durchnässt worden und schließlich gestorben (wir berichteten). Störche, deren Brut mehrere Jahre in Folge nicht überlebt, würden abwandern, um sich an andere Stelle ein neues Nest zu bauen, erläutert Geißinger. Im vergangenen Jahr hätten die Vögel ihren Nachwuchs aber erfolgreich groß gezogen.

Dem Kiebitz-Nachwuchs konnte der Starkregen dagegen nichts anhaben, denn: „Kiebitze sind typische Vögel für Feuchtgebiete.“ Zum Überwintern zögen die Tiere mitunter sogar ins Wattenmeer, wo sie ein großes Angebot an Nahrung fänden. Dass das Kiebitz-Biotop mittlerweile beweidet werde, nutze den Vögeln, betont Geißinger. Die Kühe würden die notwendigen freien Flächen schaffen, die die Kiebitze als Bodenbrüter brauchten.

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