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Firas Alshater will Menschen zum Lachen bringen.

Kabarett in Benediktbeuern

Eine Brücke zwischen Deutschen und Flüchtlingen bauen

Zu einem ganz besonderen Kabarett wird an diesem Samstag, 22. Juli, nach Benediktbeuern eingeladen: Zu Gast ist der Syrer Firas Alshater.

Benediktbeuern – Er wurde in Syrien verschleppt, gefoltert und ist schließlich geflohen, ehe er Asyl in Deutschland beantragte. Seit 2013 lebt der Mann mit Hipsterbart und Lippenpiercing nun in Berlin und versucht, die Deutschen mit ihrem Pfandsystem, Fahrkatenautomaten und der schwierigen Sprache zu verstehen.

Firas Alshater ist Schauspieler, Autor und Comedian. Bekanntheit erlangte er vor allem mit seinem Youtube-Kanal „Zukar“. An diesem Samstag, 22. Juli, kommt der 26-jährige um 20 Uhr mit einer interaktiven Lesung („Ich komm auf Deutschland zu“) ins Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) nach Benediktbeuern.

„Ich freue mich immer auf mein Publikum“, sagt Alshater. „Und die Menschen, die ich zum Lachen bringen kann.“ Mit seinem Programm möchte er aber auch eine Brücke zwischen Deutschen und Flüchtlingen bauen. Natürlich steht da auch die Sprache im Vordergrund. Er selbst spricht in einwandfreiem Deutsch. „Ich unternehme einfach viel mit Menschen und gehe auf sie zu“, so der 26-Jährige. Diesen Tipp möchte er auch an Flüchtlinge weiter geben. „Mit Mut und Zeit kann man alles lernen. Man darf keine Angst haben.“

Angst hatte Alshater wohl schon genügend in seinem Leben. Als Student in der syrischen Hauptstadt Damaskus gehörte er zu den Demonstranten gegen das Assad-Regime. Weil er die Entwicklung in Syrien mit der Kamera dokumentieren wollte, um die Menschen aufzuklären, wurde er verfolgt und mehrmals verhaftet. Insgesamt wurde er etwa neun Monate gefangen gehalten und gefoltert. Nach kurzem Aufenthalt in der Türkei und dem Norden Syriens, ging er nach Deutschland, um einen Film zu produzieren.

Seine Arbeit als Comedian und seine Lesungen seien für ihn allerdings keine Therapie, um das Erlebte zu verarbeiten. „Ich mache das, weil ich es gerne mache“, sagt Alshater. „Ich mag es, Menschen zum Lachen zu bringen und mit Menschen etwas zu unternehmen.“

Von seinen Erlebnissen erzählt er witzig, tragikomisch und offen. Besonders sei dabei auch immer sein Publikum. „Zu meinen Lesungen kommen Leute zwischen 8 und 60 Jahren, das ist doch schön.“

Als Youtuber versucht er, zwischen Deutschen und Flüchtlingen zu vermitteln. „Ich helfe den Menschen mit meinen Videos, den andern zu verstehen“, meint der Berliner. „Ich glaube, ich bin der einzige Autor, der so etwas macht.“

Die interaktive Lesung „Ich komm auf Deutschland zu“ findet am Samstag, 22. Juli, im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK). Einlass 19.30, Beginn 20 Uhr. Karten an der Abendkasse 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. 

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