Ein Bild aus alten Zeiten: Die Aufnahme zeigt einen der ersten Basare in den 1980er-Jahren, veranstaltet im Dietrich-Bonhoeffer-Haus.
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Ein Bild aus alten Zeiten: Die Aufnahme zeigt einen der ersten Basare in den 1980er-Jahren, veranstaltet im Dietrich-Bonhoeffer-Haus.

Von kleinen Anfängen zum Großprojekt

Kindersachenbasar in Benediktbeuern: Seit 40 Jahren ein Erfolg

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Vor 40 Jahren gab es erstmals einen Kindersachenbasar in Benediktbeuern. Was einst bescheiden begann, ist heutzutage ein Großprojekt mit hunderten Besuchern.

Benediktbeuern – Der Kindersachenbasar im Klosterdorf war 1980 ein Novum, gab es doch so etwas bislang in der Region nur in Bad Tölz. „Der Basar dort war unser Vorbild“, erinnert sich Helferin Brigitte Pentke. „Ziel war es, eine Kreislaufwirtschaft für Kindersachen in Gang zu bringen.“ Also etwas zu schaffen, das in Bezug auf Umweltschutz eine große Rolle spielt. Organisiert wird der Basar vom Katholischen Frauenbund Benediktbeuern. „Am Anfang gab es zwölf Helferinnen, die sich drei Wochen nur mit dem Verkauf der Waren beschäftigt haben“, berichtet Elisabeth Höck vom Vorstandsteam.

Die ersten Basare fanden noch im Bonhoeffer-Haus der evangelischen Gemeinde statt. Doch der Saal dort platzte schon nach vier Jahren aus allen Nähten, so dass man in die Aula der Schule umzog. Weil das Interesse so groß war, wurde schon 1987 eine Aufteilung beschlossen, nämlich in einen Frühjahr- und in einen Herbstbasar. Das ist bis heute so. „Heuer haben wir es gerade noch vor dem ersten Lockdown geschafft“, sagt Höck. Ausgerechnet im 40. Jahr des Bestehens muss der Herbst-Basar also ausfallen.

Schmunzeln beim Gedanken an die Anfänge des Kindersachenbasars

Angeboten werden nicht nur Kinderkleidung, sondern auch Spielsachen, Bücher und Kinderwagen. Wenn die Frauen vom Organisationsteam an die Anfänge zurückdenken, müssen sie schmunzeln: Was wurde nicht alles mit wenigen Helferinnen bewerkstelligt, und wie mühsam war die ganze Arbeit! Die Kunden mussten zwar ihre Artikel akkurat in Listen eintragen. Die Helferinnen sortierten dann alles fachgerecht, hakten die Listen ab, organisierten den Verkauf und mussten dann nicht nur das Geld auszählen, sondern die nicht verkauften Sachen auch wieder akribisch auf die Kundennummer zurück sortieren, so dass die Verkäufer die Sachen wieder bekamen. „Das war mühsam, vor allem mit dem Wechselgeld“, erinnert sich Pentke.

Ab 1989 ging ohne Computer gar nichts mehr. Seit 2017 arbeitet man mit der professionellen Software „Easy Basar“, über die alle Waren online registriert und der Zahlungsverkehr abgewickelt wird, erklärt Barbara Pölt. „Das ist eine große Erleichterung.“ Pro Basar werden rund 10.000 Artikel angemeldet und zirka 5000 verkauft, berichtet Pölt. Die Verkäufer erhalten nach Ende einen Scheck. Die Kunden kommen aus dem Gebiet zwischen Penzberg und Schlehdorf. Jedes Mal sind es mehrere Hundert Besucher. Um das Kaffee- und Kuchenbuffet kümmern sich die Eltern vom Gemeindekindergarten.

40 Frauen und fünf Männer engagieren sich im Team

Derzeit engagieren sich 40 Frauen und fünf Männer für die beiden Basare. Die Herren kümmern sich vor allem um den Transport sowie um den Auf- und Abbau von 60 Biertischen. Der verstorbene Schreiner Ernst Mühlhans erstellte damals Kleiderständer und Tafeln für den Verkauf.

Seit 40 Jahren werden zehn Prozent des Verkaufserlöses einbehalten und für wohltätige Zwecke in Benediktbeuern, Ried und Bichl gespendet. „In den vergangenen Jahren konnte der Frauenbund jährlich über 5000 Euro spenden“, freut sich Höck. Das Geld ging zum Beispiel an Kindergärten, Vereine und Familien in Not, aber auch ein Kinderhospiz wurde unterstützt. Höck dankt allen Helfern, den Hausmeistern und der Gemeinde für die Unterstützung. „Ohne so großes Engagement könnten wir das nicht machen.“

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