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Schüler erfahren, was klimafreundliches Einkaufen bedeutet.

Klimawerkstatt des ZUK

Tortellini aus dem Solarofen

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Benediktbeuern - In der Klimawerkstatt des ZUK lernen Schüler, wie man Energie nachhaltig nutzt und einen schonenden Lebensstil entwickelt. Dank einer 10 000 Euro-Spende können auch 2017 die Projekte fortgesetzt werden.

Wie lange muss man auf einem Fahrrad strampeln, damit ein angeschlossener Wasserkocher beginnt, das Wasser zu erhitzen? Und kann man mit der überschüssigen Energie auch noch gleichzeitig einen kleinen Papierschredder in Gang setzen? Carina Werner, die im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) am Kloster Benediktbeuern gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, konnte am Freitag ihre Fitness unter Beweis stellen, als sie vor den schmunzelnden Gästen auf dem roten Fahrrad Platz nahm.

Das Energie-Fahrrad ist nur ein Teil von vielen Projekten, das Schülern auf eindrucksvolle Weise klarmachen soll, wie viel Energie zum Beispiel Haushaltsgeräte verbrauchen. In der Klima-Werkstatt lernen die Jugendlichen auf praktische Art und Weise, wie sie selbst mit geringem Aufwand möglichst viel Energie einsparen können. Am Freitag erhielt das ZUK für die Durchführung weiterer Projekte eine 10 000 Euro-Spende von der LfA-Förderbank Bayern.

In Zeiten, in denen die von Menschen verursachte Erderwärmung immer weiter zunehme, sei es wichtig, Kindern und Jugendlichen möglichst früh zu vermitteln, wie sie selbst dazu beitragen können, das Klima zu schützen, sagte Pater Heiner Heim, als er den Gästen das Projekt vorstellte. Der Pfarrer ist Vorstandsvorsitzender des ZUK-Trägerverbunds. Seit gut einem Jahr gibt es die Klima-Werkstatt, deren Angebot sich an weiterführende Schulen richtet. Angesprochen sind Jugendliche ab der fünften Jahrgangsstufe. 2015 gab es 700 Aktionen mit über 6000 teilnehmenden Schülern aus der ganzen Region.

Am Energie-Fahrrad entsteht Strom für den Wasserkocher. Beeindruckt waren (v.li.) Elisabeth Pleyl (ZUK), Wolfgang Schröder (Zweiter Vorsitzender des ZUK-Trägerverbunds), Christiane Schecklmann (Leiterin des Vorstandsbüros der LfA); Otto Beierl (Vorstand der LfA-Förderbank, die 10 000 Euro für die Klimawerkstatt gestiftet hat), P. Heiner Heim (Vorsitzender ZUK-Trägerverbund), Barbara Saller-Hallensleben (Projektleiterin) und Michael Schneider (stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des ZUK).

Projektleiterin ist Barbara Saller-Hallensleben. Die Diplom-Geografin hat eine Zusatzausbildung als Umweltpädagogin und war einige Jahre auch Geschäftsführerin der deutschen Sektion der Alpenschutzkommission CIPRA. Saller-Hallensleben, selbst Mutter, hat in Zusammenarbeit mit einem Team viele praktische Übungen entwickelt, die Schülern auf spannende und interessante Weise zeigen, wie sich Klimaschutz ganz praktisch im Alltag umsetzen lässt.

Einige Beispiele demonstrierte Saller-Hallensleben am Freitagvormittag. Die Blicke zog zum Beispiel ein Solarofen auf sich. Diesen müssen die Schüler selbst bauen, dann testen und die Funktionsweise dokumentieren. „Zum Schluss haben sie die Aufgabe, mittels Sonnenschein für alle Tortellini zu kochen“, erklärte die Projektleiterin.

Bei einem anderen Projekt müssen die Schüler mit möglichst wenig Holzverbrauch in möglichst kurzer Zeit einen Liter Wasser erhitzen. Anschließend müssen sie drei unterschiedliche Wärmedämm-Modelle bauen und testen. Eine weitere Arbeitsgruppe setzt sich mit dem Thema Ernährung auseinander. Die Schüler „gehen“ einkaufen. Doch an der Kasse wird nicht der Preis addiert, sondern die CO2-Emission. „Die meisten Schüler staunen nicht schlecht, wenn sie erfahren, wie ,teuer‘ da ein Kilo Rindfleisch ist“, sagte Saller-Hallensleben.

„Ich bin begeistert von dem zukunftsweisenden Angebot hier“, sagte Förderbank-Chef Otto Beierl nach der Präsentation. Im ZUK ist man dankbar für diese große Spende: „Im Bereich der Jugendbildung reichen Beiträge und Zuschüsse nicht aus, um alles stemmen zu können“, sagte Michael Schneider vom Verein der Freunde und Förderer. „Zudem müssen wir auch laufend investieren, zum Beispiel in das Gebäude.“

Weitere Infos:  Lehrer, die mit ihren Schülern an der Klima-Werkstatt in Benediktbeuern teilnehmen wollen, können sich bei Leiterin Barbara Saller-Hallensleben unter Telefon 0 88 57/8 87 60 oder per E-Mail an umweltjugendbildung@zuk-bb.de. melden.

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