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Die Fraunhofer-Gesellschaft will das „NetzWertZentrum“ gegenüber der historischen Glashütte (im Foto eingekreist) ihres Namensgebers Joseph von Fraunhofer errichten.

Pläne der Fraunhofer-Gesellschaft unter Beschuss

Kloster Benediktbeuern: Bürgerinitiative plant Klage gegen Tagungshaus

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Der geplante Bau eines Tagungshauses der Fraunhofer-Gesellschaft am Kloster Benediktbeuern sorgt derzeit für viele Diskussionen. Eine Bürgerinitiative will dagegen klagen.

Benediktbeuern – Gut sieben Jahre ist es her, dass die Fraunhofer-Gesellschaft mit dem Tagungshaus, dem sogenannten „NetzWertZentrum“, bei der Gemeinde Benediktbeuern (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) anklopfte. Im dortigen Kloster hatte Joseph von Fraunhofer, der Namensgeber der Gesellschaft, von 1808 bis 1819 gelebt. Hier, in seinem optischen Institut, gelangen ihm bahnbrechende physikalische Forschungen. Die Glashütte steht heute noch.

Genau gegenüber soll nun nach Übereinkunft von Fraunhofer und der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos ein Tagungshaus errichtet werden. Schon bei der Suche nach dem Standort gab es große Diskussionen. Das Landesamt für Denkmalpflege, damals unter Leitung von Johannes Greipl, war vehement gegen einen Neubau im denkmalgeschützten Klostergarten. Greipl warnte vor einer „massiven Beschädigung des Baudenkmals“. Doch im Laufe der Monate setzte sich dieser Standort durch, und zwar mit breiter Unterstützung der CSU- und FDP-Fraktionen im bayerischen Landtag. Im März 2012 wurde bekannt, dass Freistaat und Bund für den Neubau je vier Millionen Euro bereitstellen. Mittlerweile ist bestätigt, dass sie auch die Mehrkosten schultern. Fraunhofer geht derzeit von 10,5 Millionen Euro Gesamtkosten aus.

Der Entwurf  stammt vom Münchner Architekturbüro „Auer und Weber“. Der Baukörper (links) korrespondiert mit der Glashütte (rechts). Vom Neubau ragt ein Flachdach in Richtung einer alten Mauer. Auf Druck der Denkmalschützer bleibt es nun unter der Mauerkrone und wird nicht direkt an diese angebaut.

Greipls Nachfolger Mathias Pfeil schlug ab 2014 einen moderateren Kurs ein. Zwar beurteilt er den Standort „denkmalfachlich nach wie vor kritisch“, allerdings habe man Kompromisse gefunden. Pfeil bezeichnet den zwölf Meter hohen Neubau, der 2014 aus 17 Arbeiten im Rahmen eines europaweiten Architektenwettbewerbs ausgewählt wurde, als „typisches Klosternebengebäude“. Insgesamt, so Pfeil, sei das Haus „ein wichtiger Faktor für das wirtschaftliche Überleben des Klosters“.

Das Tagungshaus bietet laut Fraunhofer-Pressesprecher Janis Eitner Platz für 36 Gäste. Die Gesellschaft will zentrale Veranstaltungen dorthin verlegen und auch Räumlichkeiten im Kloster nutzen. An anderer Stelle unterhält Fraunhofer dort schon das Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege. Klappt alles nach Plan, will man 2018 mit dem Neubau beginnen.

Der Gemeinderat Benediktbeuern steht geschlossen hinter dem Projekt. Er will dem Kloster damit eine Chance geben, als Bildungseinrichtung eine Zukunft zu haben. Noch bis 28. September kann der Entwurf des Bebauungsplans im Internet eingesehen werden, auch Bürger können eine Stellungnahme abgeben.

Eine wird auf jeden Fall von der Initiative „DenkMal Benediktbeuern“ kommen. Julia und Michael Wolff kämpfen seit Anfang an nicht gegen Fraunhofer an sich, sondern gegen den Standort. Vater und Tochter kritisieren, dass bis heute nicht offengelegt wurde, wie groß der wirtschaftliche Nutzen fürs Kloster sein wird. Zudem werfen sie der Ordensgemeinschaft vor, ihren eigenen Zukunftsplänen zu widersprechen. Denn in einem Masterplan aus dem Jahr 2015 ist verankert, dass „die Flächen im Süden frei von jeglicher Bebauung bleiben sollen“. Die zu bebauende Bodenfläche sei größer als jene der Basilika, so Julia Wolff. Die BI will gegen den Bebauungsplan gerichtlich vorgehen.

Die Salesianer Don Boscos unterhalten im Kloster Jugendbildungseinrichtungen. Diese sollen räumlich vom Erwachsenen-Bildungsbereich getrennt werden, argumentiert der Orden.

Dieser Tage schlug die BI Alarm, weil im Bebauungsplan steht, dass der Neubau „gegebenenfalls nach Westen erweitert werden kann“. Fraunhofer dementierte umgehend und kündigte eine Info-Veranstaltung an – für 2018. Es bleibt spannend.

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