Immer wieder werden Firmen und andere Einrichtungen Opfer von Hacker-Angriffen. Oft werden dann auch Lösegeldforderungen gestellt – in diesem Fall jedoch nicht.
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Immer wieder werden Firmen und andere Einrichtungen Opfer von Hacker-Angriffen. Oft werden dann auch Lösegeldforderungen gestellt – in diesem Fall jedoch nicht.

Online-Vortrag über den Wolf musste ausfallen

Kloster Benediktbeuern: Hacker-Angriff auf die Salesianer Don Boscos

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Salesianer Don Boscos im Kloster Benediktbeuern sind mit ihren Einrichtungen Opfer eines Hackerangriffs geworden. Während das Kloster Ende der vergangenen Woche wieder erreichbar war, wurde im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) noch immer an der Instandsetzung der IT gearbeitet.

+++ Update vom 23. März +++

Sowohl das Kloster als auch das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) sind wieder per E-Mail erreichbar.

Hier der erste Bericht vom 19. März:

Benediktbeuern - Der Angriff erfolgte bereits in der vorvergangenen Woche. Ursache sei eine Sicherheitslücke im Microsoft-System gewesen, durch die die Späh-Dateien von Unbekannten platziert werden konnten, berichtet Pater Karl Geißinger, der Rektor des ZUK. Oftmals werden in solchen Fällen Lösegeldforderungen gestellt. „Das war bei uns nicht der Fall.“

Schaden hält sich glücklicherweise in Grenzen

Die IT-Verantwortlichen im Kloster entdeckten die Späh-Dateien und arbeiten seither an der Behebung beziehungsweise an einem kompletten Neustart des Systems. Im Kloster-Bereich war man vergangene Woche drei Tage lang nicht per Mail erreichbar und konnte nicht ins Internet. „Es wurde alles runtergefahren“, berichtet Pater Claudius Amann. Generell sei man aber glimpflich davon gekommen. „Der Schaden hält sich in Grenzen“, sagt der Pater nach Rücksprache mit den IT-Verantwortlichen. Im ZUK dagegen funktioniert es noch nicht. Die Mitarbeiter sind seit Tagen nicht per E-Mail erreichbar und können nicht ins Internet. „Es rufen viele Menschen an und fragen, warum ich nicht auf die Mails antworte“, schildert Pater Geißinger die Situation. „Leider sind wir derzeit nur telefonisch erreichbar.“

Hacker-Angriff verhindert Online-Vortrag über den Wolf

Der Hacker-Angriff ist auch der Grund, warum das Zentrum für Umwelt und Kultur den angekündigten Online-Vortrag über den Wolf ausfallen lassen musste. „Leider konnten wir die Interessenten nicht persönlich kontaktieren. Wir wissen ja gar nicht, wer sich alles angemeldet hatte“, bedauert der Pater. Neuer Termin für diesen Vortrag ist jetzt der 22. April.

Trotz des Trubels loben die beiden Padres das IT-Team: „Sie arbeiten bis in die Nacht, um alles aus dem Backup wieder aufzuspielen“, dankt Pater Geißinger. „Wir hoffen, dass am Freitag wieder alles läuft.“ Er sei froh, dass man im ZUK nicht auf ein papierloses Büro umgestellt habe: „Ich habe alle Unterlagen in Ordnern vor mir.“  

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