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Eine Kanadier-Tour auf dem Kochelsee zählt zu den vielen Angeboten für junge Menschen, die sich für eine Urlaubs- oder Ferienfreizeit im Kloster Benediktbeuern entscheiden.

Salesianer Don Boscos

Kloster Benediktbeuern öffnet wieder fast alle Türen

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Mit „Urlaub bei Don Bosco“ wirbt das Kloster Benediktbeuern um Sommer-Gäste. In der neuen Klosterkapelle bleiben die Salesianer jedoch noch unter sich. Die geplante Schranke am Parkplatz wird kommen, ein Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Benediktbeuern –Das Kloster Benediktbeuern sieht sich als Ort der Begegnung. Die Einschränkungen aufgrund des Corona-Krise haben deshalb die Salesianer hart getroffen. Das gilt auch in wirtschaftlicher Hinsicht. „Wir kämpfen in unseren Einrichtungen mit den Folgen der Pandemie“, so Pater Stefan Stöhr, Provinzökonom der Salesianer in Deutschland.

Ferien- und Gästehäuser, Ausbildungshotels, Jugendbildungsstätten und -herbergen des Ordens stünden seit März nahezu leer und werden voraussichtlich noch Monate ohne Belegung durch Schulklassen und andere Tagungs- und Beleggruppen bleiben. „Wir kämpfen hier ein Stück weit auch ums Überleben und müssen schauen, wie wir das Beste aus der Situation machen“, sagt Stöhr.

Aufgrund der jüngsten Bestimmungen dürfen seit Pfingsten wieder Gäste aufgenommen werden. Die Ordensgemeinschaft wirbt derzeit bundesweit mit „Urlaub bei Don Bosco“ und wendet sich mit Angeboten gezielt an Familien, die nach Wochen mit Homeoffice und -unterricht neue Impulse suchen. „Unsere Orte sind ja Einrichtungen für Kinder und junge Menschen mit vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung“, sagt Stöhr. Es gebe zahlreiche Sport- und Spielmöglichkeiten. Wer möchte, kann Kandier ausleihen und eine Tour auf dem Kochelsee machen oder Standupboards ausprobieren. Es gibt auch Gästefahrräder zum Ausleihen. Für Regentage gibt es drinnen Billard- und Kickertische, Tischtennisplatten und Aufenthaltsräume.

In Benediktbeuern sind jetzt wieder Zimmer im Kloster-Gästehaus, im Aktionszentrum und in der Jugendherberge buchbar. In den Pfingstferien werde das Angebot gut angenommen, berichtet Pater Claudius Amann. Im Sommer sei noch einiges frei. Im Kloster wurde ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet. Das Kino, die Kellergewölbe mit Bar und Disco, die Indoorkletterwand und die Sporthalle stünden den Besuchern zur Verfügung. Zudem bieten die Mitarbeiter die Möglichkeit für eine spirituelle Auszeit an.

Auch das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) bietet unter Berücksichtigung der Hygieneregeln schon wieder erste Kurse an (wir berichteten). Und auch in der Jugendherberge hofft Leiter Björn Koalick auf steigenden Betrieb, denn: „Viele Schulen haben ihre Belegung zum Teil schon bis zum Jahresende storniert“, bedauert er. „Deshalb freuen wir uns nun besonders auf Familien, die hier ihren Urlaub verbringen wollen“, sagt Koalick. Aber auch Einzelreisende und kleinere Gruppen seien willkommen.

Im vergangenen Winter war die Aufregung um eine geplante Schranke am Großparkplatz des Klosters Benediktbeuern und damit einhergehenden Parkgebühren groß. Eigentlich war geplant, dass die Schranke ab Ende April in Betrieb geht. Doch in jüngster Zeit hat sich Corona-bedingt auch hier nichts getan. „Wir werden das Projekt umsetzen, können aber nicht genau sagen, wann“, sagt Pater Claudius Amann auf Nachfrage des Tölzer Kurier. Die Salesianer seien in den vergangenen Wochen mit der Umsetzung der Corona-Notfallpläne beziehungsweise den Lockerungsmaßnahmen beschäftigt gewesen, sagt der Ordensmann. Ein genaues Konzept, welche Regelungen zum Beispiel für Friedhofsbesucher und bei Großveranstaltungen gelten sollen, sei noch nicht ausformuliert.

 Anders sieht es für die Studenten und Mitarbeiter der Hochschule aus: „Wir haben bereits vor der Corona-Krise mit dem Kloster eine Lösung erarbeitet, die die Belange der Hochschule berücksichtigt“, sagt dazu Franz Pany, Stiftungsdirektor der Katholischen Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern. Sie ist die Trägerin der Stiftungshochschule (KSH). Das Kloster erarbeite derzeit die schriftliche Ausformulierung. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Pany.

Kurz vor Ausbruch der Corona-Krise wurdedie neue Klosterkapelle von Bischof Stefan Oster geweiht. Die Gläubigen müssen sich noch gedulden, diese kennenzulernen – das Mitfeiern an einem Gottesdienst mit den Patres ist derzeit noch nicht möglich. „Mit den Mitgliedern unserer Hausgemeinschaft und den sieben Don-Bosco-Schwestern ist die Kapelle aufgrund der derzeit geltenden Abstandsregeln voll“, sagt der Benediktbeurer Klosterdirektor Pater Lothar Bily. Bislang gab es innerhalb der Ordensgemeinschaft noch keinen Corona-Fall, und dafür ist Bily sehr dankbar. Wann man wieder mit anderen Menschen einen Gottesdienst in der Klosterkapelle feiern könne, sei auch abhängig von den weiteren Entscheidungen des Bistums Augsburg.

Lesen Sie auch: Drei neue Wohnhäuser für Studenten in Benediktbeuern

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