Schüler entdecken den heimischen Wald: Derartige Angebote, bei denen ZUK-Erlebnispädagoge Matthias Fischer zeigt, wie man ein Lagerfeuer macht, sind bis auf Weiteres gestrichen. 
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Schüler entdecken den heimischen Wald: Derartige Angebote, bei denen ZUK-Erlebnispädagoge Matthias Fischer zeigt, wie man ein Lagerfeuer macht, sind bis auf Weiteres gestrichen. 

Kloster Benediktbeuern 

ZUK sucht Wege aus der Corona-Krise

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die Corona-Pandemie hat das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) im Kloster Benediktbeuern wirtschaftlich schwer getroffen. Mit vielen neuen Ideen suchen die Mitarbeiter nach Wegen aus der Krise.

Benediktbeuern Wochenlang hatte das ZUK Corona-bedingt geschlossen. Es gab keine Tagungen oder Exkursionen, keine naturerlebnispädagogischen Angebote für Schulklassen oder Übernachtungen von Gruppen.

Seit 30. Mai ist die Einrichtung wieder geöffnet. Veranstaltungen seien unter bestimmten Hygiene- und Sicherheitsvorgaben zumindest eingeschränkt möglich, so Pater Karl Geißinger. „Aber die gesamte Jugendbildung ist lahmgelegt“, sagt der ZUK-Rektor. Alle Schulen, die bereits eine Umweltwoche für dieses Jahr gebucht hatten, haben stornieren müssen, da die Kultusministerien außerschulische Bildungsveranstaltungen bis mindestens zum Schuljahresende untersagt haben. Doch auch alle Umweltwochen nach September seien von den Schulen abgesagt worden.

Einrichtung seit Ende Mai wieder geöffnet 

Auch viele Einzelveranstaltungen aus dem Jahresprogramm des ZUK seien entweder ganz abgeblasen oder auf 2021 verschoben worden; beispielsweise, weil man die geforderten Abstandsregeln nicht einhalten könne, so Geißinger. Auch alle Tagungen seien storniert worden. Ob jetzt wieder neue Tagungsgäste anfragen, sei ungewiss. Geißinger überschlägt, dass in normalen Jahren rund 16 000 junge Menschen die ZUK-Angebote in der Kinder- und Jugendbildung wahrnehmen. Dazu kämen etwa 8000 Menschen, die sich für Veranstaltungen der Erwachsenenbildung interessierten. Plus unzählige Übernachtungsgäste und Ausstellungsbesucher. Den wirtschaftlichen Schaden für das ZUK durch den Wegfall von Umweltwochen, Tagungen und Co. schätzt er grob auf „mehrere hunderttausend Euro“. 

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Akut in seiner Existenz gefährdet sei sein Haus jedoch nicht. Auch deshalb, weil erste Übernachtungsgäste wieder buchen und Veranstaltungen wieder anlaufen. Aber in den eigentlich veranstaltungsarmen Wintermonaten mit wenig Übernachtungsgästen könne es schon „sehr kritisch“ werden, befürchtet er. Pater Geißinger, die 38 hauptamtlichen ZUK-Mitarbeiter – noch bis Jahresende alle in Kurzarbeit – sowie weitere Aktive feilen deshalb derzeit an neuen, Corona-tauglichen Formen der Gästebetreuung und an anderen Bildungsangeboten. Geißinger fallen spontan Schneeschuhwanderungen im Winter ein oder Fährten lesen im Schnee. Draußen sei jetzt einfach besser als drinnen. Hier würde sich Geißinger eine Kooperation mit dem Tölzer-Land-Tourismus wünschen.

Wirtschaftlicher Schaden von mehreren hunderttausend Euro 

Außerdem versuche das ZUK, neue Zielgruppen zu gewinnen – etwa Urlauber. Haben sie bisher keine große Rolle in der Gästestatistik gespielt, seien sie erstmals in den Pfingstferien gekommen. „Da waren wir sehr gut besucht“, so Geißinger. „Das Interesse an naturkundlichen Erlebnissen ist sehr stark“, hat er festgestellt. Noch nie seien so viele Touristen ins Klosterland gekommen wie während der letzten Ferien. Für den Sommer liefen bereits bundesweite Werbekampagnen. Erste Nachfragen von Gästen gingen schon ein. Neu seien auch preisgünstige Pauschalangebote inklusive Corona-tauglichen Veranstaltungen für kleine Gruppen – etwa für den Betriebsausflug. „Aber die Leute sind alle noch sehr zurückhaltend.“ 

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Mitarbeiter „sprühen vor Ideen“ 

Außerdem werde überlegt, Mitarbeiter in die Schulen der Region zu schicken, um vor Ort das erlebnisorientierte Umweltbildungsangebot des ZUK zu leisten: „Wenn die Schulen nicht zu uns kommen können.“ Erste Kontakte seien hergestellt. Ausbauen möchte das ZUK seine sozialen Projekte für junge Menschen aus schwierigem sozialen Umfeld sowie seine Arbeit mit straffällig gewordenen jungen Erwachsenen. Für seien die vergangenen Monate besonders schwer gewesen. Alle Mitarbeiter „sprühen vor Ideen“, betont der Ordensmann. Das stimme ihn zuversichtlich. „Ich glaube, dass wir nach Corona mit einem sehr lebendigen Programm weiterarbeiten, und das ZUK stärker in der Region verwurzelt sein wird, als jetzt.“

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