Freuen sich über die Auszeichnung (v.li.): Fraunhofer-Finanzvorstand Alfred Gossner, Klaus Peter Sedlbauer, Ralf Kilian und Christine Milch (Fraunhofer Institut für Bauphysik) mit den Laudatoren Christoph Grießer (Deutsche Bank) und Katrin Roth („Land der Ideen“-Management). Foto: Krinner

Am Kloster Benediktbeuern

Fraunhofer-Gesellschaft weiht Denkmalpflege-Zentrum ein

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Benediktbeuern - Im Beisein zahlreicher Gäste ist am Freitag das Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege in Benediktbeuern eröffnet worden. Die Gesellschaft betonte erneut ihre enge Verbindung zum Kloster.

Es war eine illustre Gesellschaft, die sich am Freitagvormittag im Barocksaal einfand: Prominenteste Gäste waren Alfred Gossner, Finanz-Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, und Mathias Pfeil, Chef des Landesamts für Denkmalpflege. Weitere Teilnehmer waren Ministerialrätin Dr. Monika Kratzer (Umweltministerium) sowie Vertreter der Bundesstiftung Umwelt, der Stiftung Denkmalschutz, Vertreter der „Forschungsallianz Kulturerbe“ und natürlich führende Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft, vor allem vom Institut für Bauphysik (IBP) mit Sitz in Holzkirchen. Auch Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing, ZUK-Chef Pater Karl Geißinger und Bürgermeister Hans Kiefersauer waren unter den Gästen. 

Wie schon mehrfach berichtet, erforscht die Fraunhofer-Gesellschaft seit sechs Jahren in der Alten Schäfflerei des Klosters auf einer gläsernen Baustelle Methoden zur energetischen Altbausanierung. Einige Projekte sind jetzt abgeschlossen, die Räumlichkeiten stehen (Fach-)Besuchern zur Verfügung. Deshalb erfolgte die Einweihung auch erst jetzt. „Wenn wir so ein zukunftsweisendes Projekt anfangen, dann soll es nicht nur drei, vier Jahre laufen, sondern möglichst lange“, sagte IBP-Leiter Klaus Peter Sedlbauer. Benediktbeuern sei aufgrund der Hochschule und des ZUK (Zentrum für Umwelt und Kultur) eine „wissenschaftliche Wirkungsstätte“. Auch in den kommenden Jahren solle hier geforscht werden. 

Foto: Fraunhofer-Gesellschaft, IBP

Ähnlich äußerte sich Fraunhofer-Finanzvorstand Alfred Gossner. Aufgrund der Forschung von Joseph von Fraunhofer in Benediktbeuern (1805 bis 1818, Anm. d. Red.) sei das Kloster „eine identitätsstiftende Heimat“ für die Gesellschaft. „Wir haben hier auch noch weitergehende Planungen“, sagte Gossner und spielte damit auf das geplante Tagungshaus an. 

Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing sprach in seinem Grußwort von einem „Organismus von Bildungseinrichtungen“ im Kloster. Von diesem Ort sollen auch weiterhin „geistliche und geistige Botschaften“ ausgehen. Gesing berichtete, dass die Alte Schäfflerei einst die Fass-Macherei der Benediktinermönche war und später die Schlosserei des Klosters wurde. „Das Haus war sehr lange in einem erbärmlichen Zustand.“ Die unermüdliche Restaurierungsarbeit der Fraunhofer-Wissenschaftler sei beispielhaft, so Gesing. „Das Denkmalpflegezentrum passt gut zu allen anderen Bildungseinrichtungen hier.“ 

Die Wissenschaftler wollen nicht nur das historische Gebäude (Baujahr: 1758) erhalten, sondern einen Raum für angewandte Forschung schaffen, in dem bauphysikalische Vorgänge, Materialien und Methoden sichtbar sind. Seit 2010 wurden Projekte mit einem Volumen von mehr als drei Millionen Euro durchgeführt, unterstützt unter anderem von Fördermitteln der EU und des Bundeswirtschaftsministeriums sowie in Kooperation mit verschiedenen Industriepartnern. Es wurden beispielsweise neue Systeme zur Innendämmung entwickelt sowie verschiedene Wandheizungssysteme getestet. Ziel ist es, Techniken zu entwickeln, um Bauschäden an Baudenkmälern und Bestandsbauten langfristig zu vermeiden. 

2017 möchte man in der Alten Schäfflerei verschiedene Methoden des Dachausbaus und die energetische Ertüchtigung der Fenster untersuchen. 

Bei der Einweihung wurde den Forschern ein Innovationspreis verliehen. Hinter dem Projekt stehen die Initiative „Deutschland, Land der Ideen“ und die Deutsche Bank. Das Fraunhofer Institut für Bauphysik hatte sich unter 1000 Bewerbern in der Kategorie Wissenschaft durchgesetzt. „Die Jury ist überzeugt: Was hier im Kloster Benediktbeuern gemeinschaftlich gelungen ist, ist vorbildlich und wegweisend für ganz Deutschland“, sagte Christoph Grießer von der Deutschen Bank.

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