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Die neue Hauskapelle der Ordensgemeinschaft wird im Karl-Mindera-Saal, also über dem Klostercafé, errichtet. Der Raum bietet Platz für 50 bis 60 Menschen und steht weiterhin den Gläubigen offen.

Darum dauert es länger

Kloster-Sanierung in Benediktbeuern: Start wird 2020 sein

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Im Kloster Benediktbeuern laufen die Vorbereitungen für die umfangreiche Sanierung des Südarkadentrakts. Damit soll im Frühjahr 2020 begonnen werden.

Benediktbeuern– Das Kloster Benediktbeuern steht vor den umfangreichsten Sanierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen in der jüngeren Geschichte. Im Fokus steht der Südarkadentrakt, in dem sich unter anderem die Hauskapelle der Salesianer Don Boscos befindet.

Dieser Bereich wird für einen Millionenaufwand saniert und neu gegliedert. Unter anderem soll er für Tagungsgäste besser nutzbar sein und damit den Salesianern Don Boscos zusätzliche Einnahmen bescheren. Aber auch ohne diesen Aspekt muss der Bereich dringend renoviert werden.

Eigentlich hätte der Startschuss schon längst fallen sollen. „Wir haben ein sehr komplexes Finanzierungskonstrukt“, sagt Klosterdirektor Pater Lothar Bily. Weil noch nicht alle Fördergelder zu 100 Prozent zugesichert seien, wollte man keinesfalls vorzeitig mit dem Bau beginnen. „Das könnte nämlich zu Schwierigkeiten führen.“ Der Start ist jetzt für Frühjahr 2020 geplant. „Ich hoffe, es bleibt dabei“, sagt Pater Bily. Denn je länger man warten müsste, desto höher würden die Preise auf dem Markt steigen.

Kosten liegen im zweistelligen Millionenbereich

Die Sanierungsarbeiten werden zirka vier Jahre dauern, der Aufwand liegt im zweistelligen Millionenbereich. Die Aufträge dafür werden europaweit ausgeschrieben.

Im Vorfeld wird jetzt schon vieles in die Wege geleitet. „Hier steht nichts still“, sagt Hilmar Gries, der Verwaltungs- und Wirtschaftsleiter des Klosters. So wurde ein „effektives Raumkonzept“ erarbeitet. Vier Salesianer, deren Zimmer noch im Südarkadentrakt lagen, zogen in andere, barrierefreie Räume um. Im Westbau können ab September sieben neue Zimmer für Studenten zur Verfügung gestellt werden, so dass jetzt insgesamt 33 Studenten der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) im Kloster Platz finden. Im Westbau leben auch die jungen Salesianer – unter ihnen übrigens zwei Novizen – sowie Jugendliche, die im Kloster im Freiwilligendienst mitarbeiten. Zudem werden dort Räume durch die Jugendherberge belegt. „Im Westbau sind wir jetzt ausgelastet“, sagt Bily,

Auch die Hauskapelle zieht um

Weil der Südarkadentrakt künftig für Tagungsmöglichkeiten genutzt werden soll, wird die Hauskapelle der Salesianer (derzeit im „Fürstensaal“) verlegt, und zwar in den Karl-Mindera-Saal (über dem Klostercafé).

Doch auch dieser Raum muss erst mal saniert werden. Vieles könne man selbst machen, etwa die Sanierung der Raumschale durch die Haustechniker, berichtet Verwaltungsleiter Hilmar Gries, andere Arbeiten hingegen werden vergeben.

Der Umzug soll am 31. Januar 2020, also am Tag des Don- Bosco-Fests, erfolgen. „Die neue Kapelle werden wir aber nicht an diesem Tag einweihen“, sagt Bily. Die Örtlichkeit, die den Namen „Klosterkapelle“ tragen wird, steht weiterhin auch anderen Menschen zum Gebet offen. Sie bietet Platz für 50 bis 60 Gläubige.

Im Zuge der umfangreichen Renovierungsmaßnahmen werden auch die Küchen im Kloster zusammengelegt. Künftig sollen in einer Großküche alle Mahlzeiten zubereitet werden – also für die Salesianer, die (Haus-)Gäste, das Aktionszentrum und die Jugendherberge sowie für Mensa, Mittelschule Benediktbeuern und Don-Bosco-Kindergarten.

Küchen werden zusammengelegt

Die Ordensmitglieder sind kurz vor Weihnachten in den neuen Speisesaal in der Alten Bibliothek gezogen, berichtet Pater Bily. Sie speisen im Erdgeschoß, und im Obergeschoß werden dann künftig die Gäste verköstigt. Auch das ist ein Teil der strukturellen Veränderungen im Kloster, die der Vereinfachung und damit auch Kostenersparnis dienen sollen. „Zudem haben wir in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Energiesparmaßnahmen auf den Weg gebracht“, berichtet Gries. So wurden Heizungspumpen getauscht und zirka 300 Holzfenster saniert. „Allein dadurch können wir fünf Prozent an Energiekosten sparen.“

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Die Sanierung sei für die Ordensgemeinschaft „eines der größten Projekte in den vergangenen Jahren“, sagt Pater Bily. Die Arbeiten werden in zwei Bauabschnitten erfolgen. Begonnen wird im Keller (dort, wo jetzt das Aktionszentrum ist). Wie mehrfach berichtet, senken sich dort schon die tragenden Pfeiler. Schritt für Schritt werde man sich dann durch die Ebenen bis ins Dachgeschoß vorarbeiten, so Bily. Im Kloster müssten alle zusammenrücken, sagt der Direktor schmunzelnd und lobt: „Ohne unsere engagierte Truppe vor Ort könnten wir das nicht machen.“

Auch während der Sanierung kann man im Kloster tagen

Damit während der Baumaßnahme trotzdem Veranstaltungen im Kloster durchgeführt werden können, arbeite man eng mit der KSH und dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) zusammen, um sich bei benötigten Räumen gegenseitig schnell unterstützen zu können. Nach Fertigstellung soll der Fürstensaal verstärkt für Tagungen, auch von der Hochschule, genutzt werden können: Die Salesianer wollen für die KSH weiterhin attraktiv bleiben – schließlich ist es der größte Mieter. Insgesamt schafft das Kloster mit allen Einrichtungen 131 Arbeitsplätze.

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