Jakob Bröcheler und Eva Stegmair absolvieren nun ihren Bundesfreiwilligendienst im Kloster Benediktbeuern.
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Jakob Bröcheler und Eva Stegmair absolvieren nun ihren Bundesfreiwilligendienst im Kloster Benediktbeuern.

Auswirkungen der Pandemie

Kloster statt Ausland: Ersatzangebot des Don-Bosco-Jugendfreiwilligendienstes in Benediktbeuern

Die Pandemie machte auch den Teilnehmern des Auslandsfreiwilligendienstes der Salesianer Don Boscos einen Strich durch die Rechnung. Dennoch gibt es ein Ersatzangebot.

Benediktbeuern – Normalerweise würden sie gerade in Jugendeinrichtungen in Ghana, Kambodscha oder Argentinien arbeiten. Doch Corona machte den Teilnehmer des Auslandsfreiwilligendienstes der Salesianer Don Boscos einen Strich durch die Rechnung. Als Ersatzangebot wurde deshalb die „Don Bosco Volunteers Akademie“ ins Leben gerufen. Neben verschiedenen Praktika fanden auch Seminare im Kloster Benediktbeuern statt.

Ersatzangebot mit Praktika und Seminaren im Kloster Benediktbeuern

Insgesamt 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland nahmen am sechsmonatigen Programm teil, das im September vergangenen Jahres startete. Mit dabei war die 19-jährige Eva Stegmair aus Kempten und der 22-jährige Jakob Bröcheler aus Münster. Beide ziehen ein sehr positives Fazit der Akademie. „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagt Bröcheler – auch wenn ihm ein Auslandsaufenthalt natürlich noch lieber gewesen wäre. Seinen Bundesfreiwilligendienst wollte er eigentlich in einer Jugendeinrichtung in Sambia absolvieren. Doch coronabedingt war die Ausreise dorthin nicht möglich.

Umfangreiches Angebot mir diversen Workshops

Um sich trotzdem „sozial zu engagieren und etwas Sinnvolles tun“ zu können, hatte er sich entschieden, am Ersatzangebot teilzunehmen. Die ersten vier Wochen verbrachten die Teilnehmer im Kloster Benediktbeuern. Dort fanden Seminare und Vorträge mit Schwerpunkt auf den Nachhaltigkeitszielen der UN statt. „Vorher hatte ich keinen Bezug dazu, aber die Akademie hat mich in diese Richtung sensibilisiert“, sagt der 22-jährige Volontär. Aber auch Bereiche wie Pädagogik oder Menschenrechte wurden in den Workshops angeschnitten. Außerdem berichteten ehemalige Volontäre von ihren Erfahrungen im Ausland, so Bröcheler. Trotz des umfangreichen Programms blieb noch genug Zeit für die eigene Freizeitgestaltung und für Ausflüge an den Wochenenden.

Auch Eva Stegmair hat der Aufenthalt in Benediktbeuern sehr viel Spaß gemacht. Zudem sei er lehrreich gewesen. „Ich fand es gut, dass man sich weitergehend über Themen informieren und tiefere Einblicke gewinnen konnte“, sagt die 19-Jährige. Ursprünglich hätte sie ihr Freiwilligendienst nach Indien geführt – die Akademie habe sich aber als guter Ersatz erwiesen. Am besten hat Stegmair das Leben in der Gemeinschaft des Klosters und mit den anderen Volontären gefallen. Sie habe während dieser Zeit viele neue Menschen kennenlernen dürfen und neue Bekanntschaften geschlossen.

Praktische Erfahrungen bei verschiedenen Praktika

Praktische Erfahrung konnten die Teilnehmer durch zwei jeweils fünfwöchige Praktika sammeln, die in Einrichtungen von Don Bosco absolviert wurden. Bröcheler ging dafür in einen Jugendtreff nach Köln, während es Stegmair nach Ensdorf beziehungsweise Regensburg zog. Dort halfen sie zum Beispiel Kindern und Jugendlichen bei der Hausaufgabenbetreuung oder packten anderweitig mit an. „Die sechs Monate waren für mich sehr persönlichkeitsentwickelnd“, sagt Bröcheler rückblickend. Die Erfahrungen, die er im Laufe des halben Jahres gesammelt hat, würde er am liebsten wiederholen. „Ich würde mich direkt wieder bewerben“, so der 22-Jährige.

Auch Pater Stefan Stöhr, Koordinator für Freiwilligendienste bei den Salesianern Don Boscos in Deutschland, sieht die Akademie als gelungenes Projekt an. „Wir konnten 25 jungen Menschen auch in einer schwierigen Situation Verlässlichkeit bieten.“ Die Akademie sei mehr als nur ein Ersatzangebot gewesen, so Stöhr. „Wir haben versucht, eine angemessene Alternative für die Jugendlichen zu finden“, erklärt Francesco Bagiolini, Bildungsreferent des Aktionszentrums. Als im Sommer vergangenen Jahres absehbar war, dass Reisen ins Ausland pandemiebedingt nicht stattfinden könnten, wollte man die jungen Erwachsenen nicht im Stich lassen. „Die Teilnehmer konnten in der Akademie als Gemeinschaft zusammenleben, sich mit wichtigen Themen auseinandersetzen und praktische Erfahrung sammeln“, fasst Bagiolini das Konzept des Ersatzprogramms zusammen.

Die Hoffnung, im Anschluss an die sechsmonatige Akademie an ihre Einsatzorte aufbrechen zu können, hat sich für die Teilnehmer allerdings nicht erfüllt. Der Großteil von ihnen setze ihren Freiwilligendienst bei den Salesianern fort, bestätigt Bagiolini. Insgesamt 17 Volontärinnen und Volontäre unterstützen bis Ende August Einrichtungen in Deutschland und Österreich. So auch Stegmair und Bröcheler, die im Kloster Benediktbeuern nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig sind. Auch heuer bietet „Don Bosco Volunteers“ wieder Jugendfreiwilligendienste im In- und Ausland an. Ob jedoch eine Ausreise im Sommer möglich ist, bleibt laut Bagiolini mit Blick auf die Pandemie abzuwarten. „Wenn es nicht geht, werden wir die Akademie sicher noch einmal anbieten“, meint der Bildungsreferent. (Franziska Selter)

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