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Verbesserte Orientierung: Wer das Kloster zum ersten Mal besucht, soll sich leichter zurechtfinden. Doch das Projekt „Klosterwelten“ wird nun nicht so schnell verwirklicht – wenn überhaupt.

Gemeinde und Orden ziehen nicht an einem Strang

„Klosterwelten“: Projekt liegt auf Eis

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Es war eine gute Idee, aber mit der Umsetzung wird’s wohl nichts werden: Das Projekt „Klosterwelten“ liegt jetzt auf Eis. Grund ist die Finanzierung.

Benediktbeuern – Der Klosterladen platzt aus allen Nähten und ist nicht barrierefrei. Die Toiletten im Kloster sind weit vom Parkplatz entfernt. Der Salesianer-Orden überlegte deshalb, beides umzuziehen, nämlich in leer stehende Räume im westlichen und nördlichen Maierhof-Bereich, also genau am Großparkplatz. Hier sollte unter dem Begriff „Klosterwelten“ ein Empfangsbereich entstehen, in dem auch ein Lageplan den Besuchern die Einrichtungen des Klosters aufzeigt. Einen genehmigten Bauantrag dafür gibt es bereits.

Das Kloster machte nun auch den Vorschlag, die örtliche Gäste-Info hier anzusiedeln. Doch damit wird es nichts – und somit ist plötzlich das ganze Projekt auf Eis gelegt. Schon in der Januar-Sitzung diskutierte der Benediktbeurer Gemeinderat darüber, in der Februar-Sitzung sagte nun Bürgermeister Hans Kiefersauer: „Das Projekt liegt auf Eis.“

Hintergrund sind Fördergelder für die Kommune, die laut Kiefersauer noch bis 2021 laufen. Ziehe die Gäste-Info vorher um, müssten rund 15 000 Euro zurückgezahlt werden.

Das Kloster wiederum spekulierte, dass sich die Gemeinde wiederum finanziell an den Kosten für „Klosterwelten“ beteiligen würde. Doch damit wird es nun nichts. Klosterdirektor Pater Lothar Bily will allerdings noch nicht von einem endgültigen Ende sprechen: „Da ist noch nichts endgültig entschieden.“ Die Sache „hänge noch frei schwebend im Raum.“

Der Orden will nun neu überlegen, auch mit der Don-Bosco-Medien-Gmbh, die den Klosterladen als nicht mehr zeitgemäß einstuft. „Der Laden hat zwar Charme, ist aber schon arg ins Eck gepresst“, zeigt Pater Bily Verständnis. Er sei ein beliebter Anlauf- und Aufenthaltspunkt. Auch die Toilettensituation für die Besucher müsse verbessert werden. Zusammen mit dem ZUK will man nun die bestmögliche Lösung finden, „vielleicht können wir ja über das Leader-Programm Fördergelder bekommen.“ Ganz aufgegeben habe man das Projekt „Klosterwelten“ jedenfalls nicht. Aber: „Es ist alles eine Frage der Finanzierung.“

In zwei bis drei Jahren, hofft Bily, werde man weitersehen. Sinnvoll sei eine neue Nutzung am Maierhof nämlich schon: „Das Kloster hat ja nicht beliebig viele Räume.“

Baulich konzentriert sich der Orden nun auf das heuer beginnende Großprojekt „Sanierung Südtrakt“. Ende Mai, nach den Pfingstferien, werde auch das Aktionszentrum umziehen, so dass dann die Küche der Jugendherberge den kompletten Versorgungsbetrieb für die Gäste übernehmen wird. „Eventuell muss man dann immer in zwei Schichten essen. Wir arbeiten noch an den Feinheiten.“ Das Jugendpastoralinstitut zieht in den Konventbau. Auch einige Mitbrüder, die derzeit noch im Südtrakt leben, müssen umziehen. Voraussichtlich im Sommer geht’s dann los. Zuerst sind die Fundamente dran. Die gesamten Arbeiten werden sich über mehrere Jahre hinziehen.

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