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Stellten ihr Fotoprojekt vor: Die Studentinnen (v. li.) Melanie Heller, Paula Heiß, Maria Bacher und Eva Laskewitz mit Eva Liebenstein-Seiffert (Leiterin AWO-Seniorenzentrum Loisachtal), Martina Wolfinger (Leiterin der wissenschaftlichen Weiterbildung „Angewandte Gerontologie“) und Annette Eberle, Dekanin des Fachbereichs Soziale Arbeit in Benediktbeuern. 

Campus benediktbeuern

Kreativ sein bei der Arbeit mit Senioren

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Bei einer Fachtagung an der Benediktbeurer Hochschule stellen Studenten ein kreatives Biografieprojekt vor.

Benediktbeuern – In der sozialen Arbeit widmet man sich zunehmend nicht mehr nur jungen Menschen, sondern der Blick wird auch auf Senioren gerichtet. Im vergangenen Jahren eröffnete die Katholische Stiftungshochschule (KSH) an den Standorten in Benediktbeuern und München das „Kompetenzzentrum ,Zukunft Alter‘“. Am Donnerstag fand in Benediktbeuern eine Fachtagung stand. In das jüngste Projekt ist auch das örtliche AWO-Seniorenzentrum eingebunden.

An der Fachtagung nahmen rund 80 Interessierte teil. Es ging unter andere

m darum, wie man die Teilhabe älterer Menschen am Alltagsleben mit kreativen Methoden fördern kann. Vier Studentinnen hatten dazu ein Biografie-Projekt im Benediktbeurer Seniorenheim durchgeführt. Neun Personen zwischen Mitte 70 und 103 Jahren hatten sich bereit erklärt, Fragen zu beantworten, sich fotografieren zu lassen und gemeinsam mit den Studentinnen einen zentralen Satz über ihr Leben zu formulieren. Fotos und Satz wurden zuerst im Heim gezeigt, nun hängt die kleine Ausstellung bis 25. November in der Hochschule.

Die Senioren, sagte Heimleiterin Eva Liebenstein-Seiffert beim Pressegespräch, seien bei der Projektarbeit aufgeblüht. „Sie haben Wertschätzung und individuelle Wahrnehmung erfahren, die sie weiterträgt.“ Die Bilder, die im Sommer im Speiseraum hingen, hätten „aus diesem ein Wohnzimmer gemacht“.

Ungewohnt für die Studentinnen war vor allem der Umgang mit den Fotos. „Für uns sind Fotos etwas Alltägliches, jeder hat Selfies auf dem Smartphone“, sagte Eva Laskewitz. Für die Senioren seien sie dagegen etwas Besonderes gewesen. Und beim Betrachten hätten sie sich auch zum Schönsein geäußert. „Wir haben gespürt, das ist wichtig für sie.“

„Im Rahmen des Kompetenzzentrums ,Zukunft Alter‘ ist es uns wichtig, wissenschaftliches Arbeiten und Weiterbildung in der Praxis zusammenzubringen“, sagte die Benediktbeurer KSH-Dekanin Prof. Annette Eberle. „Das nimmt allmählich konkrete Gestalt an.“ Wichtig sei der Dialog. Auch AWO-Seniorenheimleiterin Eva Liebenstein-Seiffert wünscht sich eine weitere Zusammenarbeit und sieht dafür großen Bedarf: „Im Alter braucht man individuelle und nicht standardisierte Betreuung.“ Vor allem müsse der Stellenwert der sozialen Arbeit in der Pflege mehr zum Tragen kommen.

Prof. Martina Wolfinger leitet den Bereich „Angewandte Gerontologie“. Ziel sei, wissenschaftliche Weiterbildung mit Blick auf die Kreativität von älteren Menschen zu entwickeln. Das Foto-Biografie-Projekt sei dafür ein gutes Beispiel, aber auch im Bereich Musik gebe es noch vieles zu entdecken.

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