Die Tatsache, dass es immer weniger Postbank-Filialen auf dem Land gibt, stellt die Kunden vor Probleme. Goetzfried
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Die Tatsache, dass es immer weniger Postbank-Filialen auf dem Land gibt, stellt die Kunden vor Probleme.

Bankgeschäfte im Loisachtal nicht möglich

Kundin ärgert sich über Schließung in Benediktbeuern: Weiter Weg bis zur nächsten Postbank

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Schließung der Postbank-Filiale in Benediktbeuern stellt Kunden im Loisachtal vor eine Herausforderung. Zwar gibt es die Leistungen der Deutschen Post weiterhin in einem Schreibwarengeschäft im Klosterdorf, doch die Bankgeschäfte der Postbank sind dort nicht mehr möglich.

Benediktbeuern - Ute Pappenberger-Geinitz, eine langjährige Kundin aus Benediktbeuern, hat ihren Ärger jetzt in einer Mail an das Unternehmen kundgetan. „Die Entscheidung, die Filiale in Benediktbeuern aufzuheben, bringt mich in eine schwierige Lage“, schildert sie. „Ich habe nun weder hier am Ort, in Penzberg noch in Kochel Zugriff auf mein Postbank-Konto, das ich als Freiberuflerin monatlich regelmäßig benutze.“ Stattdessen müsse sie bis nach Tölz oder Weilheim fahren. Sie nutze Online-Banking und könne vieles von zu Hause aus machen, schildert Pappenberger-Geinitz im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. Die Filiale brauche sie als Selbstständige aber vor allem wegen Bargeld-Einzahlungen.

Geldautomat rechnet sich nicht

Die Filiale in Benediktbeuern wurde aufgrund der geringen Nachfrage aufgegeben, teilt ein Pressesprecher der Postbank auf Anfrage mit. Auch ein Geldautomat würde sich nicht rechnen: „Wir verstehen sehr gut, dass die Kunden verstimmt sind, dass wir in Benediktbeuern keine Bankleistungen mehr anbieten. Seien Sie versichert, dass wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht haben.“

Der Sprecher verweist darauf, dass man Bargeld auch kostenlos an Geldautomaten der Cash-Group-Partner bekomme, zum Beispiel bei der Deutschen Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank sowie an Shell-Tankstellen und Supermärkten (etwa bei Netto in Bichl, Aldi in Kochel und Edeka in Penzberg).

Wer einzahlen will, muss nach Weilheim oder Bad Tölz

Nutzt man einen anderen Anbieter, kostet das jedoch Gebühren – diese Erfahrung hat auch Ute Pappenberger-Geinitz schon gemacht: „Einmal habe ich 7,50 Euro für eine Auszahlung bezahlt.“

Wollen Kunden hingegen eine Bargeld-Einzahlung aufs Konto vornehmen, müssen sie schon genau schauen, wo dies möglich ist – entweder in Postbank-Finanzcentern in Tölz und Weilheim oder bei Automaten mit sogenannten Cash-Recyclern. Ute Pappenberger-Geinitz ärgert sich über das ausgedünnte Filialnetz, das man noch dazu auf dem Land sehr schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen könne. Seit rund 50 Jahren sei sie Kundin bei der Postbank: „Aber wenn sich hier keine andere Lösung abzeichnet, bin ich wider Willen gezwungen, meine jahrzehntelange Geschäftsbeziehung mit der Postbank aufzukündigen.“

Postbank hat Filialnetz reduziert

Die Postbank hat nach eigenen Angaben ihr Filialnetz in Deutschland in den vergangenen Jahren auf rund 800 reduziert, hinzu kommen 2600 sogenannte Partnerfilialen. Gemeint sind damit Geschäfte aller Art, in denen es einen kleinen Service-Schalter der Deutschen Post gibt. In Bad Tölz gibt es noch eine Postbank-Filiale in der Hindenburgstraße. Gefragt nach dessen Zukunft, teilt das Unternehmen mit: „Hier sind derzeit keine Veränderungen geplant.“

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