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Ganz in ihrem Element: Gertrud Schlieske (re.) erklärt Marion Vogt und Claus Rasmus, wie sie einen Tischläufer mit Rosen und Blättern bedruckt.

Kunsthandwerker auf dem Textilmarkt im Kloster Benediktbeuern

Essen, das auf Rosen gebettet ist

140 Aussteller nahmen am Wochenende beim zweitägigen Textilmarkt im Kloster Benediktbeuern teil. Sie lockten rund 20.000 Besucher an.

Benediktbeuern – Laut Organisatorin Barbara Bode waren unter den Ausstellern wieder viele Kunsthandwerker aus Deutschland, der Tschechei und aus den Niederlanden. „Zum ersten Mal waren heuer aber auch Leute aus Spanien und Irland angereist“, freute sich Bode über den regen Besuch im Maierhof. Der Textilmarkt ist also nicht nur in der Region weit bekannt.

Zum ersten Mal war heuer Gertrud Schlieske dabei. Die Kunsthandwerkerin aus Bad Tölz hatte ihren Stand im ersten Stock des Maierhofs aufgebaut. Hier verkaufte sie ihre mittels Pflanzendruck verzierten Textilien und zeigte den Besuchern in Kursen, wie man Blüten und Blätter auf Leinen drucken kann. Seit mittlerweile 35 Jahren druckt die 73-jährige Tölzerin Naturmaterialien auf Stoffe – und das mit ungebrochener Leidenschaft. „Es ist einfach ein tolles Hobby“, findet die ehemalige Hauswirtschaftsleiterin.

„Als ich von der Großmutter Unmengen an Leinen geerbt hatte, besuchte ich einen Kurs im Pflanzendruck“, erzählt die dreifache Mutter, wie sie vor Jahrzehnten zu ihrem Hobby gekommen ist. „Irgendwas musste ich ja mit den Stoffen anfangen.“ Und seither, berichtet Schlieske lächelnd, „habe ich nicht mehr damit aufgehört“.

Blätter, Blüten und Gräser, die sie auf ihren morgendlichen Spaziergängen findet, werden auf Tischdecken, Leinensäckchen oder sogar Papierservietten gepresst. Wenn Schlieske draußen herumläuft, „habe ich eigentlich nur noch Augen für die Natur“. Wieder zuhause, werden die noch frischen Blüten und Blätter sofort mit Textilfarbe eingepinselt, auf den Stoff gelegt und vorsichtig mit einem Papierstück darauf gepresst. „Am besten geht das jetzt im Herbst. Dann sind die Blätter am festesten und zerbröseln nicht so leicht.“

Ganz wichtig: „Man muss die Rückseite der Pflanzenteile einpinseln.“ Nur dann, sagt Schlieske, drückt sich das Muster der Blattadern auch auf den Stoff durch. Die Marktbesucher Marion Vogt und Claus Rasmus waren begeistert von einem Tischläufer, auf dem Schlieske Rosen und Blätter in zarten Rot- und Grüntönen gedruckt hatte. Ideen, wie sie die Pflanzen auf dem Stoff arrangiert, „habe ich immer im Kopf“, sagt die Tölzerin.

Die beiden Kunden waren von Schlieskes Kunst und dem gesamten Markt sehr angetan. „Wir sind hier immer begeisterte Besucher“, sagten die Münchner. Auch Organisatorin Bode war zufrieden. Trotz des Regens hatten insgesamt rund 20 000 Interessierte den Weg ins Klosterdorf gefunden. 2018 wird es wieder einen Textilmarkt geben. Vielleicht ist auch Gertrud Schlieske wieder dabei sein: „Es macht mir großen Spaß, alles zu erklären.“

Gertrud Schlieske gibt Kurse bei der VHS Bad Tölz. Infos dazu im Kursprogramm. (fn)

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