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Am Ziel der Wallfahrt: Der neue Klosterdirektor Pater Lothar Bily spendete den Gespannen am Eingang in den Klosterhof den Segen. 

Wallfahrt in Benediktbeuern

Ein Zeichen des Vertrauens in St. Leonhard

Das Festgeläute der Basilika verkündete weitum hörbar das Ereignis: Am Sonntag fand die 136. Leonhardifahrt in Benediktbeuern statt. Zur Freude der Wallfahrer und der geschätzt 6000 Besucher hielt das freundliche Wetter mit angenehmen Temperaturen an, bis sich der Zug gegen Mittag in der Dorfmitte auflöste.

Benediktbeuern – Begonnen hatte die Wallfahrt am Morgen mit einem mittlerweile zur Tradtition gewordenen Ritual: Helmut Waxenberger, der Benediktbeurer Leonhardilader und Hauptorganisator, holte mit seiner Kutsche die Pfarrgeistlichkeit sowie den Hauptzelebranten und Festprediger am Pfarrheim ab. Letztere Rolle hatte in diesem Jahr der neue Klosterdirektor Pater Lothar Bily übernommen. Die Kutsche mit den geistlichen Ehrengästen fuhr dann zur Spitze des Wallfahrtszugs, der sich in der Dorfstraße formiert hatte.

Punkt 9 Uhr setzten sich die Vorreiter mit der Leonhardi-Standarte in Bewegung. 48 Gespanne waren es diesmal, die am Eingang in den Klosterhof den Segen erhielten und für die Dauer des Gottesdienstes in dem Geviert Aufstellung nahmen.

Trotz des einladenden Wetters war die Zahl der Gäste, die bei Familienmitgliedern oder Freunden auf den Wägen „vorbeischauen“ wollten oder auch als außenstehende Besucher die schönen Trachten, die herausgeputzten Rösser und die kunstvoll geschmückten alten Gefährte in Augenschein nahmen, überschaubar. Es gab kein Gedränge.

„Das ist eine schöne Atmosphäre hier“, meinte eine Gruppe von Gästen, die aus München ins Loisachtal gekommen war. „Es ist schon bewundernswert, wie viel Mühe und Arbeit für diesen Tag in Kauf genommen wird.“

Guten Zuspruch fand auch der Gottesdienst, der von Basilikachor und Orchester festlich umrahmt wurde. Pater Lothar Bily stellte in seiner Predigt fest, dass St. Leonhard vor allem bei der Landbevölkerung und den Bauern großes Vertrauen und Verehrung finde. Dieser Berufsstand sei jedoch stark geschwunden – man könne sich fragen, „wie viele der Wallfahrtsteilnehmer noch Landwirte im eigentlichen Sinne sind“. Landwirtschaft sei in gewisser Weise mit „dienen“ verbunden, und dienen wolle heute niemand mehr so recht. „Das passt nicht in unser Erfolgs- und Karrieredenken.“

St. Leonhard hätte große Karriere-Chancen am Königshof gehabt, er habe es aber vorgezogen, Diener Gottes, der Menschen, Gefangenen und Tiere zu sein. „Er ist ein Heiliger, der ein Fürsprecher und Nothelfer in unseren Anliegen sein kann.“

Unter den 48 teilnehmenden Wägen befanden sich auch einige Darstellungen, die schon seit Langem Bestandteil der Beurer Leonhardifahrt sind. Eine dieser Darstellungen ist eine Alm mit Felskulisse und Wasserlauf, gedacht nicht als romantisches Fantasie-Bild, sondern als Stück heimatlicher Identität. „Das ist ein Wagen vom vormaligen, inzwischen verstorbenen Leonhardilader Peter Schalch“, erklärte Michael Frech, „Höllfeichtl“ aus Faistenberg, der eines seiner Pferde zu diesem Gespann beigesteuert hat und der heuer für die 50. Teilnahme seines Hofs geehrt wurde. „Der Peter hat für die Beurer Leonhardifahrt einen guten Rahmen gefunden, und der ist bis jetzt auch beibehalten und gepflegt worden. Es ist jedes Jahr schön, dabei zu sein.“

Von der durchwegs positiven Seite sah den Tag auch die Polizei: „Keine Auffälligkeiten, keine Unfälle“, lautete ihr Resümee.

Rosi Bauer

Stimmungsvolle Leonhardifahrt in Benediktbeuern

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